Der Schwandorfer Stadtrat blickt auf ein ereignisreiches Jahr 2023 zurück

Wenn Heiligabend und Silvester näher rücken, dann ist das oft die Zeit der besinnlichen Worte und Jahresrückblicke. Der Stadtrat in Schwandorf ist da keine Ausnahme. In der letzten Sitzung für 2023 ließ Oberbürgermeister Andreas Feller (CSU) nun ein ereignisreiches Jahr Revue passieren.
Dabei hätten die Bedingungen einfacher sein können. In seiner Rede erinnerte Feller an den Krieg in der Ukraine sowie an den Konflikt im Nahen Osten. Und genauso wie die Bürger, so müsse sich auch die Stadt auf weiter steigende Energie- und Baupreise einstellen.
OB sieht Schwandorf auf einem guten Weg
Insgesamt hat sich der Stadtrat 2023 zu neun Sitzungen getroffen. Dazu kamen 27 Ausschusssitzungen, in denen die Weichen für die Entwicklung der Stadt gestellt wurden. Feller selbst betonte in seiner zwölfseitigen Ansprache, dass sich Schwandorf positiv weiterentwickelt habe.
Die Baugebiete Hasenbuckel-Ost in Fronberg und Rothlinde seien beide erschlossen. Mehr noch, in Fronberg seien 37 der 50 Grundstücke verkauft und einige Bauherren hätten bereits mit den Arbeiten begonnen. Für Rothlinde würden die Kaufverträge vorbereitet und in den nächsten Wochen verbrieft.
Auch im Gewerbegebiet an der Bellstraße/Hans-Kraus-Allee und im Gleisdreieck haben laut Feller erste Betriebe ihre neuen Standorte gefunden. Zudem hat unter anderem die Firma Benteler ihren Standort in Schwandorf erweitert.
Aktuell leben in der Großen Kreisstadt 30828 Menschen. Für diese Bürger hatten das Kulturamt sowie das Stadtmanagement ein breites Angebot in petto. Feller nannte unter anderem das 22. Schwandorfer Bürgerfest mit seinen 80 Bands, das Food-Truck-Festival, die Gartentage, das Kneipenfestival oder den laufenden Winterzauber als Beispiele.
Als einen „Kernpunkt“ der Arbeiten bezeichnete der Rathauschef den Hoch- und Tiefbau. So ist die frühere Sparkasse in Fronberg zum Marionettentheater umgebaut oder die Offene Ganztagsschule an der Gerhardingerschule neu gebaut worden. Im Herzen der Innenstadt sind wiederum die Bahnhofstraße, die Schwaigerstraße und der Schlesierplatz saniert worden.
Für 2024 steht in Schwandorf vieles auf der Agenda
Auch im kommenden Jahr steht in diesen Bereichen einiges auf der Agenda, wie der OB erläuterte. Unter anderem wird in Krondorf eine neue Kita mit sieben Gruppen gebaut sowie die Kita Storchenwiese und Lindenblüte um je zwei Gruppen erweitert. Außerdem wird am Weinberg ein Waldkindergarten mit einer Gruppe entstehen.
Die Neunutzung des alten Gasthofs Post und der Raiffeisenbank am Marktplatz sowie der Neubau von geförderten Wohnungen seien weitere Aspekte. Neben dem sozialen Wohnungsbau in der Friedrich-Hebbel-Straße am Weinberg, der bald fertig werden soll, geht es dabei auch um das Schmidtbräu-Gelände sowie um das ehemalige Konventgebäude.
Ein großes Thema bleibt der Neubau der Naabbrücken. Seit 8. Dezember fließt der Verkehr bereits über die neuen Behelfsbrücken. Nun soll Anfang Januar der Abriss der alten Brücken beginnen, die komplett neu gebaut werden. Bis Ende 2025, so der Plan, soll die Baustelle komplett abgeschlossen sein. Und es ist nicht die einzige Brücke, die die Stadt beschäftigen wird: Für die geplante Fußgängerbrücke, die von der Naabufer-straße in den Stadtpark führen soll, steht das Planungs- und Genehmigungsverfahren an.
Beim Glasfaser-Ausbau sei die Stadt bei der Förderung heuer zwar nicht zum Zug gekommen. Das lag an der Überzeichnung der Fördersumme. Aber beim nächsten Förderaufruf, so Feller, sei Schwandorf wieder dabei. Die Firma Leonet werde 2024 aber in Büchelkühn Glasfaser ausbauen, und im Kernstadtbereich habe die Telekom einen größeren eigenwirtschaftlichen Ausbau zugesagt. „Der Glasfaserausbau im Stadtgebiet ist unser Ziel und wir werden alles daran setzen, dass dies sobald als möglich umzusetzen ist“, sagte Feller.
Seinen Dank richtete der OB an die Mitglieder des Stadtrats für die gute Zusammenarbeit. Das gemeinsame Ziel sei es, die Stadt positiv weiterzuentwickeln. Zugleich richtete er seinen Dank an die Mitarbeiter der Stadt für ihren „täglichen Einsatz“.
Auch 2. Bürgermeister Andreas Wopperer (CSU) nutzte die Schlusssitzung für einen kleinen Rückblick. Es habe sich vieles getan und geändert. Doch eines, so scherzte Wopperer, bleibe verlässlich: Dass der Schwandorfer gerne, oft und viel schimpfe. Und im ablaufenden Jahr habe er „aus gutem Grund geschimpft“, weil viel Gutes und Notwendiges passiert sei – von der Neugestaltung des Schlesierplatzes über die Arbeiten in der Fronberger Straße bis zum Neubau der Naabbrücken. Dazu kommen unter anderem die Aufstockung des Rathauses, der Neubau der Offenen Ganztagsschule an der Gerhardingerschule oder die Pocket Parks.
„Weichen gestellt“
Mit dem integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzept, dem Klimaschutzkonzept und Beschlüssen zur Windenergie habe der Stadtrat „konzeptionell essenzielle Weichen gestellt“, so Wopperer.
Für die Zukunft stelle sich die Aufgabe, das umzusetzen, was bisher nur Konzepte, Beschlüsse oder bloße Absichten sind. Als Beispiele nannte der 2. Bürgermeister unter anderm die Themen Schmidtbräu-Gelände, Mittelschulzentrum oder Feuerwache, bei der sich die Frage stellt, ob sie auf der grünen Wiese neu gebaut oder doch saniert werden soll.
Nach diesem „offiziellen“ Part folgte das gemeinsame Essen der Stadträte und einiger städtischer Mitarbeiter.