Nach großem Andrang: Wie steht es um die Schwandorfer Baugebiete Hasenbuckel-Ost und Rothlinde?

Von Johannes Hartl · 5. November 2023 um 05:00

Der Andrang war riesig, als die Baugebiete Hasenbuckel-Ost und Rothlinde reserviert werden konnten. Bis zu 70 Personen hatten damals vor der Oberpfalzhalle campiert. Das ist inzwischen mehr als zwei Jahre her. Doch seitdem sind die Baupreise und die Zinsen deutlich gestiegen. Was also bedeutet das für die beiden Baugebiete?

Insgesamt geht es um 64 Parzellen. Davon liegen 50 in Fronberg im Baugebiet Hasenbuckel-Ost. Dessen Fläche umfasst etwa 52.000 Quadratmeter. Die übrigen 14 Parzellen verteilen sich auf das deutlich kleinere Baugebiet Rothlinde, das nicht weit vom Krankenhaus entfernt ist. Diese Erschließung wurde erst kürzlich fertiggestellt. Dort kann eine Fläche von 15.000 Quadratmetern bebaut werden.

Vorausgesetzt, die Interessenten können sich das noch leisten. Denn seit Oktober 2021, als die Grundstücke zur Reservierung angeboten wurden, hat sich der Markt doch erheblich verändert. Vor allem die Baupreise und die Zinsen sind nach oben geschossen. Auch in den beiden Baugebieten sind deshalb vereinzelt Interessenten nach der Reservierung abgesprungen, sagt Armin Rank, Leiter der Stabsstelle Wirtschaftsförderung.

Zögern beim Wohnungsbau

Für Hasenbuckel-Ost spricht Rank von etwa 20 bis 25 Prozent, die es sich anders überlegt haben. Ein Großteil des Baulands ist dort für Einfamilienhäuser reserviert, aber es gibt auch sieben Parzellen für Mehrfamilienhäuser. Diese Interessenten würden derzeit etwas zögern, sagt Rank und verweist auf eine allgemeine Entwicklung. Beim Wohnungsbau, den das Land brauche, sei „erkennbar“, dass etwas ins Stocken geraten sei. Die Stadt zeigt sich dabei aber kulant und gewährt Zeit, wenn es nötig ist.

Im Bereich Rothlinde sind es ungefähr 20 Prozent, die es sich anderes überlegt haben. Beides liegt aber im üblichen Rahmen, der bei anderen Gebieten ebenfalls zu beobachten war. Die Gründe sind teils verschieden – so gibt es beispielsweise auch Interessenten, die mittlerweile andere Möglichkeiten gefunden haben. Aber: „Der Hauptpunkt sind die gestiegenen Baukosten und die gestiegenen Zinsen“, sagt Rank.

Dennoch muss die Stadt nicht befürchten, auf dem Bauland sitzen zu bleiben. Im Gegenteil: Rund 110 Menschen standen auf der Warteliste, nachdem die Grundstücke vergeben waren. Jetzt sind es noch etwa 70 Interessenten. Diese Liste werde abgearbeitet, wenn jemand abspringt, sagt Rank. Trotz einiger Absagen gibt es also kaum freie Flächen. Andere Interessenten, die nicht drauf stehen, bräuchten sich keine Chance ausmalen.

In Hasenbuckel-Ost haben inzwischen die ersten angefangen, zu bauen. „Da geht es richtig rund“, sagt Rank. Das Baugebiet Rothlinde ist hingegen noch nicht ganz so weit. Die Erschließung wurde Anfang Oktober beendet. Die ersten Beurkundungen würden wohl Ende November erfolgen, sagt Rank. „Die Bautätigkeit wird sich dann auf nächstes Frühjahr konzentrieren.“

Wenn diese beiden Baugebiete entwickelt sind, dann ist die Stadt tatsächlich langsam an ihrer Grenze. Man sei weiterhin bemüht, Baugebiete auszuweisen, sagt Rank. Ein kleineres Gebiet sei derzeit in der Überlegung, allerdings noch nicht spruchreif.

Die Nachfrage nach Schwandorfer Bauland bleibt hoch

Doch der aktuelle Flächennutzungsplan zeigt die Grenzen auf, denn dort gibt es so gut wie kein verfügbares Bauerwartungsland mehr. „Für mich wäre der Idealzustand, wenn ein Interessent kommt und ich könnte ihm aus drei Gebieten Plätze anbieten“, sagt Rank. Das aber sei nicht möglich.

Zwar soll der Flächennutzungsplan fortgeschrieben werden. Das hat der Stadtrat bereits vor zwei Jahren beschlossen. Doch bis so ein Plan rechtskräftig ist, sind viele Jahre nötig. Und selbst dann gibt es deutliche Grenzen. „Es gibt nur noch wenige Standorte, die man verwirklichen kann“, sagt Rank. Denn nicht jeder Grund kommt infrage. Ob die Nähe zur Autobahn und Bahnstrecke oder das Thema Hochwasser: „Das sind alles Hemmnisse.“ Zudem hängt es von den Eigentümern ab, ob die ihre Flächen verkaufen wollen.

Dabei bleibt die Nachfrage nach neuem Bauland hoch. Zwei bis drei Anrufe pro Woche würde sein Team erhalten, sagt Rank. Zuvor waren es etwa doppelt so viele, als die Situation auf dem Baumarkt noch entspannter war. Und das, obwohl die Stadt über die vergangenen Jahre zahlreiche Bauflächen ausgewiesen hat: Der städtische Wirtschaftsförderer nennt unter anderem Flächen in Kreith mit elf Parzellen, in Haselbach mit zwölf, in Klardorf mit 18 bis 19, in Büchelkühn mit zwölf sowie den ersten Teil von Hasenbuckel mit 36 Bauplätzen.

Für die Zukunft wäre es „grundsätzlich natürlich schön“, sagt Rank, wenn weiteres Bauland entwickelt werden könnte. Man könnte so Schwandorfern eine Möglichkeiten bieten, in der Stadt zu bleiben und hier zu bauen. Außerdem wäre es schön, mit Blick auf den Fachkräfte- und den Arbeitskräftemangel auch einen gewissen Zuzug in die Stadt zu haben. Immerhin könnte Bauland da ein Standortfaktor sein.

Die Kosten im Blick

Fronberger Baugebiet: Für Hasenbuckel-Ost lag der Quadratmeterpreis zuzüglich der Erschließung bei 92Euro. Die durchschnittliche Größe der Grundstücke liegt bei 650 bis 750 Quadratmeter.

Baugebiet Rothlinde: Ein Grundstück auf diesem Areal kostet 105 Euro zuzüglich der Erschließung. Auch diese Flächen haben eine durchschnittliche Fläche von 650 bis 750 Quadratmeter.

Sie freuten sich kürzlich über die Erschließung nahe beim Krankenhaus: (v. l.) Armin Rank, Jürgen Liebl vom Bauhof, OB Andreas Feller sowie Thomas Drachsler und Roland Stehr von der Tiefbauabteilung. Foto: Heiko Nitschke