2800 Haushalte im Landkreis Schwandorf an Breitband angeschlossen – 18 Kommunen machten mit

Von Edgar Pielmeier · 1. Oktober 2023 um 05:00

Der idyllisch gelegene Kollerhof bei Neunburg war die Kulisse für eine Veranstaltung zum Abschluss des Breitbandausbaus im Landkreis Schwandorf. Dazu konnte Landrat Thomas Ebeling (CSU) auch Finanz- und Heimatminister Albert Füracker (CSU) begrüßen, der die Kofinanzierung durch den Freistaat Bayern sichergestellt hatte.

Auch die Bürgermeister der 18 Kommunen, die sich am Bundesförderprogramm Breitbandausbau im Landkreis Schwandorf beteiligt hatten, und der ehemalige Bundestagsabgeordnete Karl Holmeier (CSU) waren dabei.

Doch billiger als gedacht

Ebeling dankte den Vertretern des Kreistags, die das Projekt mitgetragen hatten und den beteiligten Firmen für die Umsetzung. 2800 Haushalte wurden angeschlossen – damit sei der Breitbandausbau im Landkreis abgeschlossen. Er freute sich, dass die voraussichtlichen Kosten bei etwa 40 Millionen Euro liegen würden und so erheblich unter den kalkulierten Kosten bleiben.

Minister Füracker betonte, dass die Investitionsoffensive Glasfaser Bayern vorankomme, auch wenn Bayern dafür gar nicht zuständig sei, so wie auch die Kommunen nicht dafür zuständig seien. „Man habe Not gelindert“, sagte der Minister. Verantwortlich seien die Kommunikationsanbieter, die aber nach Marktgesetzten handelten. An unwirtschaftlichen Anschlüssen, wie zum Beispiel den abgelegenen Kollerhof, hätten diese kein Interesse. Der Freistaat habe dann vor zehn Jahren entschieden, finanziell mit einzusteigen. Karl Holmeier habe es als Bundestagsabgeordneter möglich gemacht, dass sich der Bund ebenfalls beteilige.

Man habe inzwischen in Bayern eine Grundversorgung. Es handle sich dabei um das größte Infrastrukturprojekt der letzten Jahre. Die bayerische Förderzusage bezifferte er auf 23,7Millionen Euro. Er würde sich aber natürlich freuen, wenn es weniger würde. Dann könnten sich die nächsten Kommunen gleich bewerben.

Die Bundesebene wurde vertreten durch die PWC als Beauftragte für die Abwicklung der Förderung. Ihr Vertreter Alexander Necker betonte, dass mit dem aktuellen Programm im Landkreis Schwandorf 18Kommunen sowie private Institutionen, 2540 Bewohner, 632 Gewerbebetriebe und 41Schulen angeschlossen wurden. Bürgermeister Martin Birner aus Neunburg, der „pferdefreundlichsten Gemeinde Deutschlands“, wie er betonte, bedankte sich bei Bund, Land und Landrat Ebeling für das gemeinsame Bemühen um den Glasfaserausbau.

Birner verwies darauf, dass der ländliche Raum für die Menschen zunehmend attraktiver werde. Umso wichtiger sei eine Top-Infrastruktur. Markus Beckmann, technischer Leiter der Niederlassung Süd der Deutschen Telekom, setzte zu einer Rede an, die er dann aber doch nicht hielt. Er verwies in diesem Zusammenhang darauf, dass die Rede in wenigen Augenblicken von künstlicher Intelligenz verfasst wurde. Er wolle das als Zeichen verstanden wissen, dass die Digitalisierung alle Lebensbereiche erreiche und uns wie ein Tsunami in atemberaubendem Tempo erfasse.

„Netz für die Ewigkeit“

Voraussetzung für diese Entwicklung seien schnelle, stabile, sichere Netze, „wie wir sie von der Telekom bauen“, so Beckmann. Erst die „100 Prozent Glasfaser“ ermöglichen das hohe Tempo der neuen Anschlüsse. Zusammen mit der ausführenden Firma RKE aus Hohenthann, die von allen Rednern gelobt wurde, habe man im Landkreis 1200 Kilometer Glasfaserkabel verlegt. „Das Netz ist für die Ewigkeit“, sagte Beckmann. Bevor es dann zum gemütlichen Teil überging, wurde als symbolischer Akt der magentafarbene Startknopf gedrückt.

Die Gemeinden

Ausbau: Am Förderprogramm nahmen Bruck, Burglengenfeld, Nabburg, Neunburg, Neukirchen-Balbini, Nittenau, Oberviechtach, Pfreimd, Schmidgaden, Schönsee und Schwandorf teil. Auch Schwarzach, Schwarzenfeld, Stulln, Teunz, Trausnitz, Wernberg-Köblitz und Winklarn haben profitiert.

Finanzen: Der Bund fördert das Ganze mit 20 und der Freisstaat mit 16 Millionen Euro. Von den Kommunen kommen weitere vier Millionen Euro.