Vodafone kontert Kritik am Mobilfunknetz in Thanstein

Zwei Mobilfunkmasten sind in den vergangenen Monaten in Thanstein in Betrieb gegangen – einer Ende 2021 in Kulz und der zweite Mitte 2022 in Thanstein. Dennoch gibt es Klagen über eine schlechte Verbindung.
Betroffen sind wohl vor allem Kunden von Vodafone. Der Empfang sei schlechter als vorher, lautet deren Kritik. Das Telekommunikationsunternehmen, das zu den größten Mobilfunkanbietern in Deutschland gehört, nutzt bisher nichtdie neuen Masten in Thanstein. Die Masten waren in erster Linie für die Telekom errichtet worden, können aber auch von anderen Anbietern genutzt werden. So müssen sie keine eigenen errichten.
Vodafone betreibt bisher auch keine eigene Mobilfunkstation in Thanstein, wie Konzernsprecher Volker Petendorf bestätigt. Die 1000-Seelen-Gemeinde werde durch umliegende Mobilfunkstandorte versorgt. Die nächsten Stationen des Düsseldorfer Unternehmens befinden sich nach eigenen Angaben in Neunburg und Dieterskirchen. Dadurch seien 94,5 Prozent der Bevölkerung an das Vodafone-Mobilfunknetz angeschlossen, außerdem würden 87,7 Prozent der besiedelten Gebiete in Thanstein mit der Breitbandtechnologie LTE versorgt.
5G kommt nach Thanstein
Vodafone habe sein Mobilfunknetz im Landkreis Schwandorf undin Thanstein bereits gut ausgebaut, lautet denn auch das Fazit von Petendorf. Gleichzeitig räumt er aber ein, dass die Versorgung noch nicht gut genug sei. Deshalb werde das Unternehmen weiter massiv in die Infrastruktur investieren. Die noch sehr junge Mobilfunk-Generation 5G werde auch nach Thanstein gebracht, verspricht Petendorf. Mittelfristiges Ziel sei nach seinen Worten, möglichst die gesamte Bevölkerung auch an das 5G-Netz anzubinden. Dabei werde Vodafone die 46 vorhandenen Mobilfunkstationen im Landkreis Schwandorf nach und nach mit 5G ausstatten.
Aktuell sei schon an 23Standorten diese Breitband-Technologie in Betrieb genommen worden. „Dadurch sind bereits jetzt mehr als 88 Prozent der besiedelten Gebiete im Landkreis Schwandorf und fast 70 Prozent der Bevölkerung in Thanstein mit 5G versorgt“, erklärt Petendorf. Damit erfolge der Aufbau des 5G-Netzes erheblich schneller als vorgegeben, meint der Vodafone-Sprecher.
Neun weitere Bauprojekte im Landkreis
Allein bis Mitte 2023 seien im Vodafone-Netz neun weitere Bauprojekte im Landkreis Schwandorf geplant. So werden zum Beispiel ein 5G-Neubau-Standort in Maxhütte-Haidhof im Ortsteil Brücklhof in Betrieb genommen und drei weitere Mobilfunkstationen erstmals zu 5G-Standorten aufgewertet. Das geschehe in Burglengenfeld, Trausnitz und Niedermurach. Zudem werden ein LTE-Funkloch in Schönsee beseitigen und – aufgrund der großen Nachfrage – an vier Mobilfunkstationen zusätzliche Antennen installieren, um die Breitband-Kapazitäten in deren Einzugsgebiet weiter zu steigern, kündigt Petendorf an.
In Thanstein seien dagegen bis Mitte dieses Jahres keine Ausbauprojekte vorgesehen. Da hier zwei neue Masten stehen, verbieten sich eigene Pläne für einen zusätzlichen Standort, betont der Vodafone-Sprecher. „Denn grundsätzlich nutzen die drei Netzbetreiber Vodafone, Telekom und O2 schon seit vielen Jahren die Mobilfunk-Infrastruktur gemeinsam“, erklärt er und fügt hinzu: „Es wäre der Bevölkerung auch nicht zu vermitteln, wenn beispielsweise in einem Dorf zunächst Vodafone einen Mast bauen würde, die Telekom 200 Meter daneben einen zweiten Masten errichten und Telefonica wieder nur 300 Meter weiter den dritten Masten hochziehen würde.“
Jeder hat eigene Antennen
Auch wenn man die bauliche Infrastruktur gemeinsam nutze, bringe dennoch jeder Betreiber seine eigenen Antennen für GSM-Mobilfunk, LTE, 5G und 5G+ an diese Masten. „Wann Vodafone eigene Antennen auch an den vorhandenen Masten in Thanstein installieren wird, steht zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht fest“, weist Petendorf hin. Die kritisierte Verschlechterung der Mobilfunkverbindung in Thanstein könne er nicht erkennen, sagt der Vodafone-Sprecher.
Aus Sicht von Bürgermeister Walter Schauer (Christliche Wählergruppe Kulz) müssten die Kunden Druck gegenüber ihrem Anbieter aufbauen, um für eine Verbesserung des Mobilfunknetzes zu sorgen. Die Gemeinde könne diesbezüglich wenig tun, findet er. Gegebenenfalls müssten die Kunden zu einem anderen Anbieter wechseln, rät Schauer. Diesen Schritt gehen bislang nur wenige: Laut Volker Petendorf gebe es keine vermehrten Kündigungen von Vodafone-Nutzern aus Thanstein.