Harte Kritik an Situation bei der Tiefgarage der Regensburger Uni: „Blamabel und peinlich“

Ein Auto nach dem anderen braust am Mittwochnachmittag in die Unterführung der Universität Regensburg hinein – und an der Einfahrt für die Tiefgarage vorbei. In diese darf immer noch niemand rein. Nun ist auch klar, dass sich daran zumindest bis zum neuen Jahr nichts ändert.
Die Sanierung der Parkanlage erfüllt damit weiter ihren Ruf als unendliche Geschichte, deren Ausgang immer noch niemand wirklich vorhersagen kann.
15 Jahre saß Margit Wild im Bayerischen Landtag. Die SPD-Abgeordnete hat in dieser Zeit die Sanierung der Uni-Tiefgarage nach eigener Aussage immer genau verfolgt. Und was hier bislang rausgekommen ist, bezeichnet sie als „blamabel und peinlich“.
Vor fünf Jahren wurde mit den Arbeiten begonnen. 2021 hätten diese abgeschlossen sein sollen. Doch mehrmals wurde der Fertigstellungstermin verschoben – und mehrmals stiegen die Kosten. Zu Beginn waren 49Millionen Euro angesetzt. Mittlerweile geht das Bauministerium des Freistaats Bayern von mehr als 80Millionen aus. Und das, obwohl im Ursprungsetat enthaltene Teile des Projekts – etwa die Tiefgarage Ost – nachträglich gestrichen wurden.
Ins Schwarzbuch geschafft
Bis ins Schwarzbuch des Bundes der Steuerzahler schaffte es die Tiefgarage mit ihrer Kostenexplosion. Anfang des Jahres sorgte sie für weitere Schlagzeilen, weil kurz vor der Fertigstellung herauskam, dass die Decke undicht ist. Behoben werden konnte das Problem nicht. Mehrmals teilte das Bauministerium mit, dass die Sache untersucht werde. Im Dezember gab es dann bekannt, dass „ein schrittweises Vorgehen“ nötig ist, welches noch länger dauern werde. Die Tiefgarage sei trotz der undichten Decke nun aber zur Nutzung freigegeben. Wann sie wirklich eröffnet wird, entscheide die Universität. Diese teilte in Absprache mit dem Staatlichen Bauamt Regensburg dann wiederum mit, dass es noch keinen festen Termin für die Eröffnung gibt. Fest stehe allerdings, dass diese zumindest nicht mehr in diesem Jahr erfolgen wird.
Wild sagt, dass die jüngste Entwicklung für sie stark nach Aktionismus klinge: „Man will jetzt einfach mal sagen, wir kommen voran.“ An der finanziellen Horrorbilanz werde sich aber nichts mehr ändern: „Es ist ein Fass ohne Boden und wird es wohl auch bleiben. Die Gelder gehen ins Uferlose.“ Würde ein Privatmensch so planen, sagt Wild, „wäre er schon lang pleite“.
Eberwein: Bauämter haben alles versucht
Seit Oktober sitzt Jürgen Eberwein für die CSU im Landtag. „Es ist natürlich bedauerlich, dass das alles so lange gedauert hat und die Kosten so explodiert sind“, sagt er. Die Bauämter hätten seinen Information nach aber alles versucht, damit der Schaden nicht noch größer wird: „Es wurde ja schon ein Teil gestrichen, um die Kosten noch irgendwie zu begrenzen.“ Die grundsätzliche Entscheidung für die Sanierung hält er auch immer noch nicht für falsch: „Irgendwo muss es Parkmöglichkeiten geben, ich denke, dass das nach wie vor alternativlos ist.“
Als vor gut einem Jahr auf dem Universitätsgelände der Grundstein für das Regensburger Zentrum für Ultraschnelle Nanoskopie gelegt wurde, war der Aufmarsch an Ehrengästen beeindruckend. Neben Ministerpräsident Markus Söder, nahmen auch Bauminister Christian Bernreiter und Wissenschaftsminister Markus Blume an der Feier teil.
Es gibt keine Eröffnungsfeier
Die Sanierung der Tiefgarage kostet allerdings weit mehr. Zu ihrer Wiederinbetriebnahme wird es aber überhaupt keine Feier geben, wie die Universität mitteilt. „Es ist auch der Abschluss einer Sanierung und eben kein Neubau“, sagt Eberwein, deswegen könne er das in gewisser Weise nachvollziehen. Er räumt aber ein, dass sich „wohl in der Tat derzeit niemand mit diesem Projekt schmücken will“.
Zumal offenbar auch noch niemand wirklich genau weiß, wie der Betrieb mit der undichten Decke genau ablaufen wird. Wird es vielleicht Pfützen geben? Wird es von oben tropfen? Die Universität teilt mit, dass von der Undichtigkeit betroffene Areale auch nach der Wiedereröffnung gesperrt bleiben. In welcher Form sich die Probleme ansonsten für die Nutzer der Garage bemerkbar machen werden, könne nicht vorhergesagt werden: „Damit liegen noch keine Erfahrungen vor.“
Wild sagt, dass ihr das vorkomme, „als wenn jemand ein Haus baut und dann Wannen reinstellen muss“. Wenn sie demnächst an die Universität muss, werde sie auf jeden Fall mit dem Bus fahren: „Da bekomme ich keine nassen Füße und keine nassen Haare.“