Aufzeigen, woher Lebensmittel kommen: Öko-Modellregion fördert sieben Kleinprojekte von Bio-Landwirten

Es war ein wenig wie Weihnachten vor Weihnachten – und Sandra Foistner, Projektmanagerin der Öko-Modellregion Neumarkt, durfte Christkind spielen: Sie schüttete in den vergangenen Tagen ein Füllhorn an Förderungen für Kleinprojekte von Landwirten aus – rund 32000 Euro. Warum die Zuwendung so wichtig ist, erklärt Bio-Landwirt Andreas Frank.
Der 21-Jährige aus Hausheim (Gemeinde Berg) erhält Förderung für zwei Ideen: eine Pelletieranlage für Tierfutter und ein Schlachthaus für Kleintiere. „Bei mir kommen die Tiere immer zuerst. Ich möchte, dass es ihnen gut geht – von der Geburt bis zum letzten Atemzug“, sagt der der staatlich geprüfte Landwirt.
Deswegen hat er Schrotmühle und Pelletierpresse angeschafft: Damit verarbeitet er Getreide, Mais, Ackerbohnen und -erbsen, die er selbst auf den Feldern angebaut hat, zu Tierfutter-Pellets. Diese füttert er im Winter, wenn seine Tiere nicht auf die Weide können.
Frank hat zu Beginn des Jahres den Hof seiner Eltern in Hausheim übernommen und betreibt diesen seither im Vollerwerb. Schon als kleiner Junge stand für ihn fest, dass er Bauer werden wollte und die über 200-jährige Familientradition fortführen wollte.
Schafe und Ziegen als Landschaftpfleger
Neben Geflügel hält er Schweine, 100 Mutterschafe und zahlreiche Ziegen. Die Puten, Gänse, Enten und Hähnchen haben Auslauf auf der Wiese direkt hinter dem Stall. Schafe und Ziegen dürfen von Frühjahr bis Herbst als Landschaftpfleger auf Trockenhängen im Landkreis grasen.
Weil ihm seine Tiere am Herzen liegen, wollte Andreas Frank, dass sie auch vor Ort ohne lange Transportwege geschlachtet werden können. Sein Vater Thomas hatte vor Übergabe des Hofes entsprechend die Weichen gestellt. In diesem Jahr bauten die Franks ein Schlachthaus und statteten es mit neuester Technik aus.
Landwirte zeigen sich sehr innovativ
Sandra Foistner übergab nun für beide Projekte Förderung und ein entsprechendes Schild.„Ich bin stets aufs Neue begeistert davon, welch kreative Ideen im ländlichen Raum entstehen und umgesetzt werden“, sagt die Agrar-Ingenieurin. Die Landwirte zeigten sich sehr innovativ, Traditionen zu bewahren, „die Wertschöpfung“ in der Region zu halten und ihre Betriebe innovativ in die Zukunft zu führen.
Foistner möchte sie unterstützen und die Verbraucher sensibilisieren, deren Bewusstsein für regionale Produkte schärfen. Als Projektmanagerin der Öko-Modellregion sieht sie für sich ein wichtiges Aufgabenfeld darin, die Direktvermarktung zu unterstützen.
Förderung pusht den Öko-Landbau
Die Förderung von Öko-Kleinprojekten, die es für die Öko-Modellregion Landkreis Neumarkt seit 2022 gibt, pushe den Ökolandbau und ermögliche Projekte zur nachhaltigen Erzeugung.
So sei es möglich, die „Wertschöpfung in der Region zu halten“ und die Direktvermarktung von Bio-Produkten anzukurbeln, so Foistner. Es gelte, „positive Emotionen zu transportieren“, den Leuten aufzuzeigen, woher ihre Lebensmittel kommen.
Bewässerungsanlagen für Gemüse
Im Jahr 2023 wurden sieben von fünf Trägern bewilligt. Die Akteure tätigten insgesamt Investitionen von rund 78000 Euro brutto, lässt Foistner wissen. Außer Andreas Frank waren das folgende: Dominik Stephan, Dietfurt (Bewässerungsanlage für Gemüsenbau), Willi Staudigl, Dürn (Wasserleitung zur Bewässerung einer Gemüse-Anbaufläche), Dietmar Gabler, Lupburg (Verkaufsanhänger), Schön BioSchön GbB, Breitenbrunn (Zubehör für Schlachtung und Kühlung von Hühnern, Zwischenreihenfräse für Gemüseanbau).
Noch Anträge auf Förderung im Jahr 2024 möglich
Über das Programm „Verfügungsrahmen Ökoprojekte“ werden Kleinprojekte gefördert, deren förderfähige Gesamtausgaben 20000 Euro Nettoausgaben nicht übersteigen. Förderanträge für Projekte im Jahr 2024 können noch bis zum 15. Januar 2024 eingereicht werden. Auskünfte gibt es bei Sandra Foistner, Projektmanagerin der Öko-Modellregion im Landkreis Neumarkt, unter Tel.: (09181)5092.
