Stadt Waldmünchen verpasst sich einen neuen Auftritt und holt neue Beraterin

Von Petra Schoplocher · 13. Dezember 2023 um 19:00

Eine Menge Sonnenblumen, passend zum Slogan „Waldmünchen sonnenklar“. Sie sind das Erste, das Besucher der neuen Homepage der Stadt sehen werden. Wie die aussieht und aufgebaut ist, erfuhr der Stadtrat in seiner Sitzung am Dienstag Abend. Und auch, dass waldmuenchen.de durchaus Missionen hat.

Zum einen die, optisch frisch daher zu kommen. Zum anderen die, mehr als bisher in Richtung der Bürgerschaft zu kommunizieren. Das soll unter anderem unkompliziert über eine „Feedback-Kachel“ erfolgen, wie Frank Schürmann dem Gremium erläuterte. „Der Dialog ist sehr, sehr wichtig.“ Bei ihm sind die Fäden für die Neugestaltung und -ausrichtung zusammengelaufen.

Top-Themen auf einen Blick

Zu der gehört unter anderem, dass die wichtigsten Themen auf den ersten Blick erkennbar sind. Dafür werden sechs Kacheln unter dem Stichwort Neuigkeiten eingerichtet. Diese stets und am besten täglich aktuell zu halten, sei eine Herausforderung für die Rathausbediensteten, sensibilisierte er. „Wir werden uns in der Verwaltung eine Struktur überlegen müssen.“

Zeichen der Transparenz

Schürmann sieht die neue Seite als Zeichen Transparenz. „Hier werden keine Türen zu- und Lichter ausgemacht und dann irgendwas gemauschelt.“ Weiterer wichtiger Faktor: Der digitale Bürgerservice. Die Stadt biete künftig weit mehr als die geforderten 50 Online-Angebote, von Hundesteuer bis zum Antrag auf Eheschließung.

Keine Werbung für Vereine

Neu aufgenommen wurde laut dem Rathaus-Mitarbeiter der Bereich Förderungen, eine zentrale Rolle spielen der Breitbandausbau sowie Identitätsstiftendes wie das AquaFit oder die Festspielstadt. Um keine Begehrlichkeiten zu wecken, machte er auf ein höchstrichterliches Urteil aufmerksam, nach dem Kommunen keine exponierte Werbung für Vereinsveranstaltungen machen dürften. Die würden im Terminkalender beworben, der ein Herzstück bilden werde, „wir wissen, was wir an diesem Engagement haben“.

An die 2400 Seiten mussten für den Neustart angesehen, überdacht und überarbeitet werden, führte Frank Schürmann das ambitionierte Vorhaben vor Augen. „Fertig ist eine Homepage ohnehin nie.“

Import in den eigenen Kalender?

Andreas Bierl (CSU) regte an, eine Exportmöglichkeit der städtischen Termine in den eigenen digitalen Kalender zu prüfen. „Das wäre ein sehr guter Mehrwert“, meinte er. Beim Projektbeauftragten rannte er damit offene Türen ein, seine Antwort: „Sofort, wenn technisch machbar.“

Haslsteiner hört auf

Um das Erscheinungsbild der Stadt, wenn auch ganz anderer Art, ging es auch, als Bürgermeister Markus Ackermann Barbara Wilnhammer begrüßte. Die Architektin und Städteplanerin aus Furth im Wald wird – das wurde in einem zweiten Schritt nichtöffentlich beschlossen – die Nachfolge von Johannes Haslsteiner aus Bad Kötzting (der aus Altersgründen seinen Vertrag nicht mehr verlängert hatte) als städtebauliche Beraterin antreten.

In ihrer Bewerbung verwies Wilnhammer auf Referenzen unter anderem aus Bad Kötzting, Neunburg vorm Wald und Nittenau und veranschaulichte ihre Ideologie. Kleinteilige Arbeit, spontanes Ansprechen („kurze Wege über den Gibacht“), den Charakter jeweiligen Stadt stets im Fokus.

Privatleute beraten

Ziel sei die Revitalisierung der Innenstadt (seit Neuestem gibt es Fördermittel gezielt für Leerstandbelebungen), das Handwerkszeug dafür persönliche und individuelle Beratung sowie Nachpflege der Gestaltungssatzung, die mitsamt in Waldmünchen ihrer Meinung nach ohnehin gut gelungen sei und den Erfordernissen der Zeit – Stichwort PV-Anlagen – entspräche.

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Weitere, von ihr gerne eingesetzte, Mittel: Skizzen als Ziel und Vermittlungsmedium, die im besten Fall eine ursprüngliche Idee des Eigentümers um Inputs erweitern. Das habe schon oft Motivation und eine Folgemaßnahme implantiert. Motto: „Drauflegen, was geht.“

Bürger beteiligen

Mit Bürgerinformationsabenden, Stadtspaziergängen oder Ortsterminen habe sie gute Erfahrungen gemacht, beides könne sie sich für Waldmünchen im Sinne der Bewusstseinsschärfung gut vorstellen.

„Ich würde mich freuen, wenn wir das Alles übernehmen dürften“, ließ sie durchblicken. Ein Bruch zur „Vorzeit“ sei zudem in keinster Weise beabsichtigt, vielmehr wolle sie die gute Arbeit qualitätvoll weiterführen.

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Bürgermeister Markus Ackermann griff am Ende von Wilnhammers mit Applaus quittierter Präsentation der Entscheidung hinter verschlossenen Türen vor: „Wir sind dankbar, wenn wir einen kompetenten Begleiter auf diesem Feld haben“, kommentierte er die Ausführungen zu Portfolio und Ideen und ordnete zugleich die große Bedeutung der Rolle eines städtebaulichen Beraters ein.

Es gehe schließlich um nicht weniger als den Charakter und den Charme Waldmünchens. „Wir wissen um unsere schöne Altstadt.“ Gut, wenn das wirklich „wir“ verinnerlichen.

WASSERPREIS BLEIBT STABIL

Prozedere: Alle Jahre wieder müssen die Wassergebühren auf Kostendeckung – eine rechtliche Vorgabe - überprüft werden.

Ergebnis: Die Vorauskalkulation hat im Versorgungsgebiet Geigant sogar eine minimale Überdeckung ergeben, für Waldmünchen Kostendeckung.

Folge: Die Preise werden beibehalten. Für Waldmünchen bedeutet dies 2,39 Euro pro Kubikmeter (abgestuft 2,34), in Geigant liegen die Zahlen bei 2,95 Euro (2,85).

Wolfgang Fichtinger erwartete die Stadtratsmitglieder mit einer Ein-Mann-Demonstration
Ein farbenfrohes, fröhliches Bild erwartet die Besucher auf der neuen Homepage der Stadt, die im Januar freigeschaltet werden soll. Zentrales Anliegen: Mehr Aktualität und mehr Kommunikation mit den Bürgern. Fotos: Schoplocher