Radwegbau in Neumarkt geht schleppend voran: Noch kein Fortschritt bei Höhenberg

Neue Markierungen, Förderungen für Lastenräder und eine Service-Station, die inzwischen wieder verschwunden ist – es ist nicht so, dass sich in Sachen Radverkehr in den vergangenen zwölf Monaten nichts getan hätte. Doch den großen Wurf vermissten einige Stadträte am Montagabend im Bausenat, als Felix Mühlbauer vom Stadtplanungsamt den Jahresbericht Radverkehr vorstellte.
Dem Stadtmitarbeiter wollte das aber niemand vorwerfen, denn er habe da „ein mühsames Geschäft“ zu führen, wie es Olaf Böttcher (Grüne) ausdrückte. „Mir fehlen da die Visionen“, sagte er. „Wie viele Meter neuer Radweg sind denn seit dem Grundsatzbeschluss 2020 in Neumarkt entstanden? Das kann man mit einem ganz normalen Meterstab abmessen, da muss man sich nicht besonders anstrengen“, kritisierte er.
Neue Umleitungsschilder zum Aufklappen
Einige bauliche Maßnahmen hat es aber doch gegeben. So gibt es in der Woffenbacher Straße inzwischen eine neue Radwegführung, in einigen Straßen wurden Aufstellflächen für Radler vergrößert und Rotfurten neu markiert, zum Beispiel an der Lammsbräu-Kreuzung, in der Nürnberger Straße, in der Ingolstädter Straße und in der Pöllinger Hauptstraße.
Neu sind die gelben Umleitungsschilder, die Radfahrern unnötige Wege ersparen, wenn zum Beispiel der Volksfestplatz oder die Innenstadt wegen Veranstaltungen zeitweise gesperrt sind. Weil es sich bei den Schildern an den Radwegen um Sonderanfertigungen handelt, muss sie der Bauhof nicht jedes Mal auf- und abbauen, sondern kann sie einfach aufklappen. Neue grüne Wegweiser für Radfahrer gibt es inzwischen auch im Süden der Stadt, der Norden soll im kommenden Jahr folgen, so Mühlbauer.
Auch die Service-Station soll dann endlich einen neuen, sichereren Standort bekommen. Am alten Standort an der Mistelbacher Allee wurde sie nämlich gleich zweimal Opfer von Vandalismus. Danach wurde sie nicht mehr aufgestellt. Man suche derzeit nach einem neuen Platz, möglichst wieder am Kanal. Neue Fahrradbügel werden am Rathaus geplant.
Im Dornröschenschlaf schlummert der Radweg nach Höhenberg, für das der Stadtrat bereits im Juli 2022 eine Variante beschlossen hat, an der weiter geplant werden soll. Lange aber ist danach nichts passiert, stellte OB Markus Ochsenkühn fest. Nun sei man dabei, die Grundstückseigentümer anzuschreiben. Und das Thema müsse aus seiner Sicht Anfang des Jahres bei einer Klausurtagung intensiv besprochen werden.
Konzept für die ganze Stadt ist in den „Endzügen“
Mit dem Radverkehrskonzept geht es nicht so schnell voran wie geplant. Laut Mühlbauer hätte es Ende dieses Jahres fertig sein sollen, das verschiebt sich aber wohl auf Anfang 2024. Man sei in den Endzügen. Um auch die Wünsche und Kritikpunkte der Bürger einzubeziehen, gab es eine Online-Beteiligungsaktion und einen Info-Marktstand.
Luft nach oben ist auch noch bei der Förderung für Lastenräder, Elektro-Lastenräder oder Fahrrad-Anhänger. 40000 Euro plant die Stadt dafür jedes Jahr im Haushalt ein, abgerufen haben die Neumarkter davon 2023 nur 16000 Euro. Davon haben etwa 75 Personen profitiert.
Günther Stagat (SPD) wünscht sich, dass mehr dafür getan wird, um die Bürger aufs Rad zu bringen. „Vier Wochen autofreie Altstadt und nur noch mit dem Fahrrad in die Stadt“, schlug er vor.