Ein Wellendach mit Mehrwert: Neumarkter Firma Hammerbacher baut markante Halle in Stauf

Große Logistikhallen sind oft keine Schönheiten. Beim neuen Firmensitz des Neumarkter Büromöbel-Herstellers Hammerbacher könnte es anders werden. Im Bausenat wurden jetzt die Pläne vorgestellt, die mit einigen Besonderheiten aufwarten.
Zwei größere Vorhaben von Neumarkter Unternehmen haben am Dienstagabend im Bau-, Planungs- und Umweltsenat des Stadtrats die nächste Hürde genommen. Der Büromöbelhersteller Hammerbacher, der seinen Sitz bisher noch in der Daimlerstraße hat, forciert seinen Umzug ins Gewerbegebiet Stauf Süd III weiter. Der Ausschuss bekam jetzt die Details zu den Plänen für die neue Logistikhalle vorgestellt, die an dem Grundstück an der B299 entstehen soll.
62 Bäume rund um das Firmengelände sorgen für Grün
Und diese wird imposante Dimensionen annehmen: mehr als 18000 Quadratmeter Grundfläche wird sie umfassen, 160 mal 109 Meter messen und bis zu 13,80 Meter hoch werden. Das Dach wird eine besonders markante Wellenform erhalten. Darauf sollen nicht nur Photovoltaik-Module Platz finden, sondern auch ein Teil des Daches extensiv begrünt werden. Das Gebäude selbst werde aus Stahlbeton und Holzkonstruktionen errichtet.
Im Inneren der Halle wird der größte Teil mit langen Regelreihen bestückt werden. Außerdem werde es eine eigene Schreinerei sowie Garagen geben, darüber Sanitärbereiche für die Mitarbeiter. Von dort aus wird es außerdem einen Übergang in ein separates Bürogebäude mit drei Geschossen geben, das auf dem rund 61000 Quadratmetern großen Grundstück neben der Logistikhalle entsteht. Dorthin soll eine Brücke führen.
Jede Menge Grün müssen die Bauherren im Außenbereich nachweisen: 62 Bäume sind eingeplant. Unter anderem müssen die Parkplätze durchgrünt werden. Die Logistikhalle selbst mache nur den Bau von zwölf Parkplätzen nötig, zusammen mit dem Bürogebäude und den damit einhergehenden Arbeitsplätzen sind es aber 53 für Autos sowie 33 für Fahrräder. Alle könne der Investor aber auf der eigenen Fläche nachweisen.
Auch eine Starkregensimulation habe es gegeben, erfuhr der Senat. Auf dieser Grundlage wurde die Höhe für den Fertigfußboden festgelegt. So hatte der Bausenat keine Einwände und erteilte einstimmig das gemeindliche Einvernehmen.
Bionorica SE kann an Firmenerweiterung weiterbauen
Geschlossen stimmte der Bausenat für die Werkserweiterung der Bionorica SE an der Kerschensteinerstraße, die bereits im Gange ist. Die Pläne waren bereits im Juli Thema, es wurden aber noch einige Befreiungen von Festsetzungen des Bebauungsplans nötig.
Unter anderem wird das alte Gefahrstofflager abgerissen und an fast gleicher Stelle neu gebaut – etwas, das in diesem Areal eigentlich nicht zulässig ist, wenn neu gebaut wird. Weil Bionorica aber bereits seit 1998 mit diesen Stoffen dort arbeitet, herrsche Bestandsschutz, erklärte Matthias Dotzauer vom Stadtplanungsamt. Zudem liege der Standort komplett außerhalb des Wasserschutzgebiets. Und: „Durch den Neubau erreicht man auch noch höherwertige Sicherheitsstands.“ Deswegen erhielt das Unternehmen alle Befreiungen. Auch beim Abstand des Trafohäuschens zur Baugrenze gab es eine Überschreitung.