Petition für Photovoltaik-Ausbau: Initiator fordert Stellungnahmen von OB und Stadträten

Von Heidi Bauer · 11. Dezember 2023 um 19:00

Mit einer Online-Petition will Carsten Burkhardt aus Neumarkt erreichen, dass der Stadtrat mehr Druck beim Ausbau der Photovoltaik macht. Die Resonanz ist bis dato verhalten. Jetzt bittet er in einem offenen Brief Oberbürgermeister und Stadtratsfraktionen um Stellungnahmen – und verweist auf die in den Partei-Programmen angekündigten Ziele.

„Photovoltaik-Ausbaulücke im Stadtgebiet Neumarkt in der Oberpfalz zügig und zielgerichtet schließen“ lautet der Titel der Online-Petition. Ziel von Initiator Burkhardt ist es, das Thema in die Öffentlichkeit zu tragen und dass der Stadtrat einen Beschluss fasst, die Stadtverwaltung zu beauftragen, mit Unterstützung der Stadtwerke ein Standortkonzept für Agri-Photovoltaik-Anlagen zu erarbeiten.

Hinweis auf die Nachhaltigkeitsstrategie der Stadt Neumarkt

Bislang hat die Online-Petition 49 Unterstützende, 35 in Neumarkt. Sie läuft noch bis zum 7. Januar. Eine Mindestzahl brauche es nicht, erläutert Burkhardt. Deswegen habe er bewusst die Internetplattform Open Petition gewählt und nicht den Bürgerantrag. Ein solcher müsse mindestens von einem Prozent der Einwohner einer Kommune unterschrieben sein. Mit seinem offenen Brief erhofft sich der Initiator der Petition nun mehr Unterstützung.

„Wir gehen davon aus, das wir mit der Zustimmung einer großen Mehrheit des Stadtrates zu unserem Anliegen rechnen dürfen“, schreibt Burkhardt an Oberbürgermeister, Stadträte und Verwaltung und verweist auf die 2018 vom Stadtrat beschlossene Nachhaltigkeitsstrategie.

Energetische und landwirtschaftliche Nutzung möglich

Agri-Photovoltaik-Anlagen ermöglichen laut Burkhardt eine doppelte Nutzung von Äckern und Feldern, weil sie so konstruiert sind, dass Flächen weiter landwirtschaftlich bearbeitet werden können. Der Ingenieur und Sozialdemokrat hatte für eine technische Studie im Jahr 2021 recherchiert, wie viel Aufwand betrieben werden muss, um den Strombedarf der Stadt selbst zu decken.

Sein Fazit: Der Bedarf an Strom wächst und werde in Neumarkt (durch mehr Elektro-Autos und Wärmepumpen) doppelt so hoch sein wie heute, wenn keine fossilen Energien mehr genutzt werden, – bei 540000 Mega-Watt-Stunden pro Jahr. Soll dieser Strom im Stadtgebiet erzeugt werden, brauche es viel mehr Flächen für Photovoltaikanlagen. Laut Landesamt für Statistik sei genügend Potenzial vorhanden, so Burkhardt, doch sei dafür ein Standort-Konzept notwendig.

OB will Thematik mit Fraktionen erörtern

Auf Anfrage teilte OB Ochsenkühn mit, dass er diese Thematik zunächst mit den Fraktionen des Stadtrates besprechen möchte. Generell sehe die Stadt die Notwendigkeit der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien und berücksichtige dies bei der Planung städtischer Bauvorhaben.