Psychiatrische Versorgung und Pflegeausbildung sind Hauptthemen im Kreis Kelheim

Rund 100 Akteurinnen und Akteure versuchen seit 2022, Gesundheitsthemen im Landkreis Kelheim voranzubringen, unter dem Dach der „Gesundheitsregion plus“. Ein Projekt scheint sich jetzt einem erfolgreichen Ende zu nähern: die seit Jahren geforderte Verbesserung der kinder- und jugendpsychiatrischen Versorgung im Landkreis.
Seit Mitte 2022 ist der Landkreis Kelheim eine „Gesundheitsregion plus“ (GRP). So nennt sich ein Förderprogramm des Freistaats. Es zielt darauf ab, Netzwerke aufzubauen und damit die medizinische und pflegerische Versorgung zu verbessern; die Fäden dafür laufen bei GRP-Geschäftsleiterin Franziska Neumeier zusammen, die kürzlich im Kreisausschuss eine Zwischenbilanz zog.
Bei einem ersten „Gesundheitsforum“, dem Treffen aller Akteure im November 2022, hatten sich die drängendsten Probleme herauskristallisiert, derer sich dann verschiedene Arbeitsgruppen annahmen. Bei der AG Gesundheitsversorgung unter Leitung vom Ärztlichen Kreisverbands-Vorsitzenden Hubert Faltermeier stand die – praktisch nicht existente - Kinder- und Jugendpsychiatrie im Landkreis als Hauptproblem auf der Agenda.
Ärzteausschuss entscheidet
Im Frühsommer dann vermeldete Faltermeier, „es konnte eine Fachärztin für Kinder- und Jugendpsychiatrie gefunden werden, die sich im Landkreis niederlassen möchte“. Dafür braucht es allerdings auch das Plazet vom ärztlichen Zulassungsausschuss Niederbayern. Hier stehe die Entscheidung unmittelbar bevor, informierte GRP-Koordinatorin Neumeier.
Als schwere Geburt erwies sich nach ihren Schilderungen das Hauptanliegen der AG Pflege, nämlich die Gründung eines Ausbildungsverbunds. Hintergrund ist die 2020 eingeführte „generalistische Pflege“, bei der Auszubildende für die Pflege von Menschen aller Altersstufen und in allen Versorgungsbereichen geschult werden. Weil kaum eine Einrichtung – ob Kinderklinik, Allgemeinkrankenhaus, Altenheim – alle Bereiche abdecken kann, sind Kooperationen nötig. „Aber das war, offen gesagt, schwierig“, blickte Neumeier auf die vergangenen Monate zurück: Dem Bedarf an Zusammenarbeit steht die Sorge der Einrichtungen vor gegenseitiger Konkurrenz im Werben um begehrte Nachwuchskräfte gegenüber. „Aber jetzt gibt es die berechtigte Hoffnung, dass der Kooperationsvertrag unterschriftsreif ist“, zeigte sich Neumeier im Ausschuss optimistisch.
Ein weiteres Projekt soll denn auch helfen, Nachwuchssorgen zu mildern: Die Projektgruppe „Schule macht Pflege“ organisierte unter anderem die Präsentation von Pflegeberufen bei der kreisweiten Ausbildungstour „Talk“.
„Fit for Focus“ in Abensberg
Die AG Gesundheitsförderung widmete sich unter anderem der Bewegungsförderung: Hier war an der Aventinus-Grundschule Abensberg Startschuss für das Projekt „Fit for Focus“, das mit gezielten Bewegungsimpulsen die Aufmerksamkeit der Kinder fördern soll. Auch für den bayernweiten Schwerpunkt Einsamkeits-Prävention fand sich eine eigene Projektgruppe zusammen.
Im neuen Jahr hat das Gesundheitsministerium das Thema „Frauen-Gesundheit“ als Schwerpunkt gesetzt. Dem will sich auch die Kelheimer GRP widmen, kündigte Geschäftsleiterin Neumeier an. Aufgreifen will sie unter anderem auch die hausärztliche Versorgung im Landkreis.