Neuer Glanz in der Gartenstraße: Cham saniert erstes Wohnhaus für 1,7 Millionen Euro

Von Marie Campisi · 12. Dezember 2023 um 19:22

Die blaugraue Farbe verrät schon beim Einbiegen in die Gartenstraße, dass das Haus mit der Nummer 15 anders ist als seine Nachbar-Blöcke: Es ist das erste von sechs Wohnhäusern in der Garten- und der Wolfgang-Schmidbauer-Straße, das fertig saniert wurde.

Seit April hat die Stadt Cham das Gebäude mit seinen zehn Wohnungen auf Vordermann bringen lassen. Mit Neuerungen wie einer Fußbodenheizung, ästhetischen Details und einer nachhaltigeren Energieversorgung sind die Sozialwohnungen nun bereit für die Rück-Umzüge. Die erste Wohnung wird bereits wieder bewohnt, zwei weitere Umzüge stehen diese Woche an. „Das geht jetzt Zug um Zug“, sagt Planer Josef Ruhland vom Amt für Bautechnik. An den Häusern fehlen nur noch die Balkone.

Ein warmes Laminat bedeckt den Boden der zehn Wohnungen. Die Fensterbretter bestehen aus poliertem Granit. Auch das Treppenhaus – früher aus Holz – knarzt nun nicht mehr. Für weniger Lärmbelästigung sorgt auch der optimierte Schallschutz. Zum Schutz vor Schimmel wurde in jeder Wohnung mehrere dezentrale Lüfter eingebaut. „Die sind fest installiert, laufen durchgängig und müssen einmal im Jahr gesäubert werden“, sagt Ruhland.

600.000 Euro für die Wärme

Auch die Keller wurden zur Schimmelvorbeugung mit Belüftungsfenstern ausgestattet. Vom begehbaren Dachboden mussten sich die Bewohner allerdings verabschieden, denn durch die Isolierung der Decken ist der Platz geschrumpft.

Neu ist auch das kleine Häuschen mit begrüntem Flachdach an der Straßenecke. Es dient als Heizzentrale für die sechs Häuser. Pelletheizung, Pufferspeicher und Wärmepumpe sollen künftig für nachhaltigeres Heizen sorgen – ebenso die 16-Zentimeter-Isolierung im Haus und die Fenster mit Dreifachverglasung. Bürgermeister Martin Stoiber sagt, „die Mieter sparen sich durch die Maßnahmen ungefähr die Hälfte des Energieverbrauchs.“ Auch eine PV-Anlage ist verbaut. Der Strom daraus wird über die Stadtwerke abgewickelt.

Über 1,7 Millionen Euro investierte die Stadt in das Haus – davon rund 600.000 Euro für die Wärmezentrale, die dann auch den noch unsanierten Häusern zugute kommt. Rund die Hälfte der Kosten konnten laut Stoiber allerdings über Förderungen gedeckt werden, beispielsweise über das Förderprogramm für soziales Wohnen und die KfW-Förderung. Für die anderen Häuser plant Stoiber mit weiteren insgesamt 2,2 Millionen Euro.

Zwei Sanierungen in 2024

Für die Mieter steigt der Preis nur leicht, denn der soziale Aspekt bleibt wichtig. Frei ist aktuell zwar keine Wohnung, grundsätzlich können sie doch von einkommensschwachen Personen gemietet werden. „Das können theoretisch auch Familien mit mehreren Kindern oder junge Leute mit wenig Einkommen mieten“, sagt Stoiber. Entscheidend sei der Wohnberechtigungsschein.

Im kommenden Jahr sollen dann zwei weitere Wohnhäuser saniert werden – „wenn es wirtschaftlich funktioniert“, sagt Stoiber. 2025 sind dann die nächsten zwei Gebäude dran. Das letzte Gebäude soll dann 2026 nicht nur saniert, sondern auch barrierefrei gemacht werden. Durch die vergrößerten Badezimmer und einen Aufzug fallen drei Wohnungen weg.

Stadtrat Reinhard Summerer, Bürgermeister Martin Stoiber, Franziska Ruhland (Bautechnik), Franz Pamler (Stadtbaumeister) und Josef Ruhland (Bautechnik) in einer fertigen Wohnung Foto: Campisi
Die neu gebaute Wärmezentrale