Cham saniert 60 Stadtwohnungen für 1,6 Millionen – und markiert die Radwege einzeln

Von Johannes Schiedermeier · 29. Juli 2023 um 19:00

60 städtische Wohnungen in der Gartenstraße und der Wolfgang-Schmidbauer-Straße werden auf modernsten Standard gebracht. 1,1 Millionen Euro hat die Kämmerei dafür in den nächsten Jahren veranschlagt, zusätzlich 600.000 Euro für die Heizzentrale.

Der Stadtrat hat vor seiner Sitzung am Donnerstag das erste Gebäude in der Gartenstraße 15 besichtigt, das vom Obergeschoss nach unten die verschiedenen Ausbauzustände gut zeigte.

Josef Rosenhammer aus der Kämmerei erläuterte die Baufortschritte. Man habe überraschend hohe Schallschutzwerte erreicht durch spezielle Bodenaufbauten. Früher seien die einzelnen Wohnungen nur durch Bretterdecken und -böden sowie Deckenbalken getrennt gewesen. „Da hat man alles gehört“, so Rosenhammer.

Auch energetisch werde man den höchstmöglichen Ausbaustandard erreichen. Dazu gehöre eine Raumlüftung mit Wärmerückgewinnung ebenso wie Vollwärmeschutz und Fernwärmeversorgung durch die Stadtwerke. Bürgermeister Stoiber verwies auf eine Einigung mit den Stadtwerken, nach der der Strom aus der Dach-Photovoltaik wie bei einer Eigenversorgung angerechnet werde. Er freute sich besonders über eine gute Fördervereinbarung mit der Regierung.

Kosten kaum umlegbar

„Wir können ohnehin niemals die Kosten dieser Sanierung auf die Bewohner umlegen, die zudem noch Bestandschutz genießen.“ Die früheren Bewohner der Gartenstraße 15 werden dort auch weder einziehen und sind in umliegenden Häusern untergebracht worden, so Rosenhammer.

Als Nächstes wird das Gebäude Gartenstraße 11 in Angriff genommen, damit die Außenanlagen in diesem Straßenzug in einem Stück neu gemacht werden können. Dann folgen die Gebäude in der Wolfgang-Schmidbauer-Straße.

Die Gartenstraße 5 soll als einziges Haus komplett barrierefrei gemacht werden. „Wir würden sonst zu viele Wohnungen verlieren, weil wir Platz für den Aufzug brauchen. Das ist in diesen Zeiten des Wohnungsmangelns aber nicht vermittelbar“, so Rosenhammer.

Radwege und Bürgerideen

Insgesamt sei die Aufgabe nicht einfach. „Wir machen gute Fortschritte und die Bewohner werden sehr schnell erkennen, was für ein Mehrwert da entstanden ist“, sagte Bürgermeister Martin Stoiber.

In den nächsten Wochen können die Bürger ihre Vorschläge für den sogenannten Bürgerhaushalt vorlegen. Passende und umsetzbare Ideen könnten noch im laufenden Haushalt umgesetzt werden, so Bürgermeister Stoiber. Dafür stehen bis zu 50.000 Euro zur Verfügung. Die Bewerbungen können im Netz, schriftlich oder telefonisch an die Stadt gerichtet werden. Ansprechpartner ist Christian Weihrauch unter 09971/8578-180.

Mitte August soll der Stadtrat die Planungsfirma Ingevos beauftragen, die Kernwege in der Stadt umzusetzen. Vorschlag an den Stadtrat war, dass die Straßen einzeln vergeben werden können, um eine ständige Weiterentwicklung zu gewährleisten. Die Einzelvorhaben würden im Bauausschuss vorberaten, dann dem Stadtrat zum Beschluss vorgestellt. Auch hier war der Stadtrat einverstanden.

Auf Nachfrage von Stadtrat Markus Fischer berichtete Bürgermeister Stoiber, dass die Stadt derzeit 60 Anträge auf Balkonkraftwerke bezuschusst hat. Rund 10.000 Euro seien bisher ausbezahlt worden. Die Nachfrage, so Stoiber, sei gut und es sei noch Geld da.