Joseph-von-Fraunhofer-Gymnasium in Cham feiert ein Jahr lang 100. Geburtstag

So bunt, wie sich das Fraunhofer-Gymnasium in seinen Werbeflyern präsentiert, die jetzt gerade wieder an den Grundschulen verteilt werden, so bunt hat die Schule ihren 100. Geburtstag gefeiert. Ein Jahr lang haben Schüler und Lehrer und Eltern und Ehemalige und Freunde bei zahlreichen Veranstaltungen Schule hautnah miterlebt. „Jedes einzelne Event ist mindestens so gelaufen wie gewollt. Wir hatten unfassbare Besucherzahlen, alles war ausverkauft“, sagt Schulleiter Uwe Mißlinger im Rückblick. Und er hat auch den Garant für den Erfolg der Konzerte, Vorträge, Theateraufführungen und Sportveranstaltungen ausgemacht.
Kurz vor Weihnachten beendet das traditionelle Weihnachtskonzert des Joseph-von-Fraunhofer-Gymnasiums (JvFG) den Feierzyklus, der am 20. Januar mit dem Jubiläumsball in der Chamer Stadthalle seinen Anfang nahm. Der Ball sei übrigens innerhalb von zwei Tagen ausgebucht gewesen, erinnert sich Mißlinger an das gute Omen zum Jubiläums-Auftakt. „Alle sagen, die Ballzeiten sind vorbei, aber aucb unser Tanzkursabschlussball war online in 20 Minuten ausverkauft.“
Die Großveranstaltungen folgten nach dem Ball im Januar Schlag auf Schlag: die große Musical-Gala im Langhaussaal, die am Ende zweimal aufgeführt wurde, das selbst verfasste Stück „Der Physiker“ (sic!) in Bezug auf den Namensgeber, das große Frühlingskonzert, der Festakt im April. „Wir wollten alle Bereiche des Schullebens abbilden. Die Idee war: weniger Events, dafür aber groß, etwa alle sechs Wochen eine Veranstaltung“ Und die Strategie sei voll aufgegangen.
Alle ziehen an einem Strang
Dabei habe seine Stellvertreterin Sigrid Schiedermeier den Grundstein für das Jubiläumsjahr schon während der Corona-Zeit gelegt. „Da kam sie schon mit vielen Ideen daher, da hatte ich das noch gar nicht so auf dem Schirm“, grinst Mißlinger. Schließlich sei das Jahr ein einziges großes Gemeinschaftsprojekt geworden, wo sich jeder eingebracht habe. Darin sieht Mißlinger auch die Grundlage für den Erfolg: „Alle haben an einem Strang gezogen. Wenn du eine zweiseitige Arbeitsliste aushängst, und innerhalb weniger Stunden sind alle Aufgaben unter den Lehrern verteilt und es melden sich noch mehr, die helfen wollen, dann weißt du, dass das einfach nur gut werden kann.“
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Stolz auf das Kollegium
Er sei unglaublich stolz auf sein Kollegium, das nicht nur im Jubiläumsjahr das Schulleben mit eigenen Ideen und Vorschlägen bereichere. „Ich wüsste auch keine fünf Lehrer, die nicht sogar beim Aufräumen geholfen haben. So etwas kannst du nicht anordnen, da kannst du nur bitten. Und wenn dann so eine Rückmeldung kommt... Wahnsinn!“ Aber auch die Schüler und die ganze Schulfamilie hätten sich bei den Veranstaltungen mit großen Engagement eingebracht. „Wie die Schüler die Sport-Gala gewuppt haben, die Musikveranstaltungen, einfach alles, sagenhaft.“
Sommerfest im Volksfestzelt
Ein Highlight unter allen Großveranstaltungen sei aber wohl das große Sommerfest im Volksfestzelt in Cham gewesen – weil es eben genau den Gemeinschaftssinn wieder herausgestellt habe. „Da sind 2000 Leute zusammengekommen aus allen Fraunhofer-Generationen; teilweise hatten sich die Leute Jahrzehnte nicht mehr gesehen. Ich bekomme heute noch Dankes-E-Mails deswegen“, schwärmt Mißlinger.
Überhaupt habe er sich das bei seinem Amtsantritt 2019 auf die Fahne geschrieben: „Ich wollte von Tag 1 an die Schule in das Licht rücken, das sie verdient.“
Seine Vorgänger hätten das Fraunhofer zu dem gemacht, was es ist, eine top strukturierte Schule. Aber das Ganze auch in die Öffentlichkeit zu tragen, das sei ihm persönlich wichtig. „Ich will die Schule wegbringen von dem Image elitäres Gymnasium mit elitärem Anspruch. Wir sind ein ganz normales Gymnasium, nicht besser und nicht schlechter, und wollen die Kinder bestmöglich zu Persönlichkeiten erziehen. “
Herausforderungen meistern
Gerade in diesen Zeiten, in denen nach Corona nun auch gesellschaftspolitisch ganz viel im Argen liege, in denen auch Themen wie Rassismus und Kinderarmut in die Schulen getragen würden, sei es wichtig, gegenzuhalten und „den Sturm zu meistern“.
Wichtig sei am Ende vor allem: „Wenn der Schüler gerne zurückdenkt und beim Zurückblicken stolz darauf ist, dass er ein Fraunhofer war, dann haben wir ganz viel richtig gemacht.“
Das JvFG
Geschichte: 1923 wurde am Steinmarkt eine vierklassige Realschule eröffnet – mit 162 Schülern und 25 Schülerinnen. Weil schon vier Jahre später fast 500 Schüler auf neun Gebäude in der ganzen Stadt verteilt lernen mussten, wurde 1926 mit dem Neubau einer Schule am ehemaligen Lucknerfeld am Schulberg begonnen. 1928 konnte der Bau bezogen werden.
Geburtstag: Im Jubiläumsjahr feierten 895 Schüler mit dem Fraunhofer den 100. Geburtstag. Zum Festakt am 22. April kam auch Michael Piazolo, Staatsminister für Unterricht und Kultus.


