Visionen für drei Grundstücke: Im Umfeld des Wackersdorfer Ärztehauses soll gebaut werden

Von Philipp Breu · 9. Dezember 2023 um 05:00

Im März diesen Jahres hat die Gemeinde Wackersdorf mit seinem Ärztehaus einen zentralen Baustein hin zur neuen Ortsmitte eingeweiht. In naher Zukunft könnten in unmittelbarer Nähe wieder die Baumaschinen anrollen. Denn die Kommune hat neue Grundstücke erworben. Nun stellten die Verantwortlichen erste Pläne vor.

Konkret handelt es sich dabei um Flächen an der Schulstraße: die frühere Apotheke und das Meierhofer-Anwesen, die heuer in den Besitz der Gemeinde wechselten. Zudem nahmen die Planer auch das Areal gegenüber der Sporthalle ins Visier. Dort steht laut Bürgermeister Thomas Falter (CSU) derzeit noch ein Mietshaus der Kommune. Alle drei Gebäude seien stark in die Jahre gekommen. „Hier stellt sich nun die Frage, ob eine Sanierung oder ein Abriss sinnvoller ist“, so Falter.

Bürgermeinungen werden mit einbezogen

Bereits heuer im Oktober hat der Gemeinderat bei einer Klausurtagung darüber beraten und ein Nutzungskonzept für die drei Flächen in Auftrag gegeben. Derzeit könne man also noch lediglich von Visionen sprechen, wie Bauamtsleiter Uwe Knutzen beim Pressetermin betont. Man sei aber guter Dinge, dass der Gemeinderat letztlich hinter den angedachten Nutzungen stehe – schließlich stammten einige der Vorschläge auch aus den Bürgerbefragungen zur neuen Ortsmitte, bei der es etwa 1600Rückmeldungen gegeben habe.

So sei an die Gemeinde seitens der Wackersdorfer häufig der Wunsch nach seniorengerechten Wohnformen herangetragen worden. Auch ein geeigneter Standort sei von der Bürgerschaft mitgeteilt worden: das Areal gegenüber der Sporthalle. Dort steht auch ein altes Mietshaus der Gemeinde, das auf dem Papier wie gemacht für ein derartiges Projekt scheint: Nahversorger, Ärzte- und Mehrgenerationenhaus sind fußläufig erreichbar. „Deshalb macht es natürlich schon Sinn, an diesem Standort über seniorengerechtes Wohnen nachzudenken“, so Falter, der gleichzeitig betont, dass man ohnehin über genügend Mietswohnungen in der Gemeinde verfüge.

Tendenz geht stark Richtung Neubau

Und auch möglichen Bedenken der Bürger hinsichtlich der Parkmöglichkeiten möchte der Bürgermeister gleich entgegenwirken. Der Schotterparkplatz, der gegenüber des Ärztehauses beziehungsweise oberhalb des Mietshauses liegt, bleibe von der geplanten Maßnahme verschont, oder werde sogar noch erweitert.

In den Sternen steht aber noch grundsätzlich, ob das Gebäude entsprechend saniert und umgebaut oder ganz abgerissen werde. Letzten Endes obliegt die Entscheidung, wie auch bei den anderen beiden Flächen, dem Gemeinderat. Falter und Knutzen tendieren in allen drei Fällen aber klar zum Abriss und anschließendem Neubau. „Die Gebäude sind so marode, dass eine mögliche Sanierung eigentlich in keinem Kosten-Nutzen-Verhältnis steht“, so Knutzen und Falter ergänzt, dass beispielsweise ein Teilnehmer des kürzlichen Bürgerrundgangs scherzhaft sagte, dass die Klimaanlage an der Außenwand der alten Apotheke wahrscheinlich noch das wertvollste am gesamten Gebäude sei.

Auch für diese Fläche mit der Adresse Marktplatz 5 gibt es bereits erste Pläne. Hier könnte laut Falter ein Café entstehen. Erste Interessenten gebe es bereits. Für das künftige Gebäude sei auch ein öffentliches WC angedacht und auch für das Rathaus selbst könnte die Fläche von Nutzen sein. Denn es wäre genug Platz vorhanden, um einen neuen Sitzungssaal zu integrieren. Denn ein Großteil der Sitzungen findet im Feuerwehrgerätehaus statt, doch dort ist der Saal nicht barrierefrei erreichbar. Zudem platzt das Rathaus laut Falter aus allen Nähten, deswegen sei es ebenfalls denkbar, auch noch Ausweichräume, beispielsweise für Büros oder das Archiv, zu schaffen. „Alle geplanten Maßnahmen werden, sollten sie durchgeführt werden, natürlich eng mit der Rathausstuben abgesprochen“, beteuert der Bürgermeister.

2024 sollen Pläne im Gemeinderat besprochen werden

Das alte Meierhofer-Anwesen könnte indes für das neu gebaute Ärztehaus interessant werden. Auch die letzten freien Räumlichkeiten sind dort mittlerweile vergeben. Die beiden neuen Mieter stellen sich bei einem Pressetermin am 9. Januar 2024 vor.

„Wir haben aber weiterhin Anfragen“, sagt Falter. Er und Bauamtsleiter Knutzen könnten sich deshalb gut vorstellen, das Ärztehaus mit dem Meierhofer-Anwesen zu erweitern. Ein Ärztehaus 2.0 solle aber nicht entstehen, wie beide gleich hinterherschieben.

Mit den drei neuen Projekten will die Gemeinde weitere Schritte hin zur neuen Ortsmitte unternehmen. Ziel sei es laut den Verantwortlichen, einen Mehrwert für den öffentlichen Raum zu schaffen.

Wann die konkreten Pläne für alte Apotheke, Meierhofer-Anwesen und die Fläche bei der Sporthalle Einzug in den Gemeinderat halten, stehe noch nicht fest. Doch bis Mitte 2024 müsse klar sein, in welche Richtung man gehe, so Falter. Denn ab 2025 steht der Ausbau der Schulstraße auf der Agenda. Da mache es Sinn, auch gleich diese Projekte mit einfließen zu lassen.