Container-Wohnanlage mit 80 Plätzen in Roding ist fertig: Nächste Woche ist Erstbezug

Von Christoph Klöckner · 8. Dezember 2023 um 05:00

Die ersten Menschen können kommen, um in die neue Container-Anlage in Roding (Landkreis Cham) einzuziehen. Noch vor dem Schnee wurde die Wohnanlage aufgestellt und bis Ende dieser Woche komplett fertiggestellt. Hier sollen weitere 80 Geflüchtete unterkommen. Die ersten Bewohner werden in der kommenden Woche erwartet.

Die Erweiterung der Containerwohnanlage in Roding, die der Landkreis initiiert, steht hinter der bereits mit 80 Menschen belegten, doppelstöckigen Anlage der Regierung der Oberpfalz. Die Anlage sei durch das Landratsamt nur einstöckig errichtet, hieß es jetzt auf Nachfrage bei der Pressestelle des Amtes.

„Die Wohnanlage wird bis Ende der Woche fertiggestellt. Eine erste Belegung ist für nächste Woche geplant“, so Amtssprecher Fabian Koller. Insgesamt böten die Wohncontainer Raum für bis zu 80 Menschen. Durch die gute Zusammenarbeit aller Akteure, insbesondere auch mit der Stadt Roding, konnten die entscheidenden Arbeiten laut Landratsamt noch vor dem Wintereinbruch abgeschlossen werden. Die noch ausstehenden Arbeiten seien nicht witterungsabhängig.

Weiter 25 Personen pro Woche in den Landkreis Cham

Zuletzt war bundesweit – wohl auch jahreszeitlich bedingt – von einem Rückgang an Migranten die Rede. Dennoch bekommt der Landkreis weiter Asylbewerber aus Regensburg geschickt. „Pro Woche rechnen wir derzeit mit einer Zuweisung von 25 Personen durch die Regierung, wobei diese Zuweisungen in den Weihnachtsferien pausiert werden“, so Koller.

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Die Menschen würden nach wie vor sowohl in den Gemeinschaftsunterkünften der Regierung als auch in den dezentralen Unterkünften des Landratsamtes untergebracht. „Durch die Erweiterung in Roding und die sich derzeit im Bau befindliche Unterkunft in Cham stehen dem Landratsamt voraussichtlich genügend Unterbringungsmöglichkeiten über den Winter zur Verfügung“, versichert der Landratsamtssprecher.

Mit der neuen Containeranlage in Roding und seinem Pendant in Cham soll die Belegung von Sport- und Schulturnhallen vermieden werden. Den Plan, das bestehende Containerdorf zu erweitern, hatten Landrat Franz Löffler und Bürgermeisterin Alexandra Riedl vor kurzem gemeinsam bekanntgegeben.

Landrat Löffler: Weiter hohes Niveau der Flüchtlingszahlen

Asyl und Migration seien Dauerthemen, die Situation sei weiter sehr herausfordernd, hatte der Landrat zur Begründung genannt. Auch wenn angedachte Maßnahmen greifen, werde der Zuzug nicht auf Null zurückgehen, so Löffler. Die Zahl der Flüchtlinge werde sich weiter auf einem hohen Niveau bewegen. Deshalb, sagte Löffler, sei es eine große Herausforderung, die Leute in der Region unterzubringen – im Dialog mit den Kommunen. Ziel sei es, die Flüchtlinge „einigermaßen gleich im Landkreis zu verteilen“, um diese Belastung auf vielen Schultern verteilen zu können.

Der Landkreis hatte dabei ins Auge gefasst, in Kommunen, die bisher keine oder kaum Flüchtlinge haben, Unterkünfte einzurichten, war damit aber etwa in Weiding auf Widerstand gestoßen. Seit dem gab es keinen Vorstoß mehr, in Gemeinden etwa Containerdörfer aufzustellen.

Landkreis Cham will Bevölkerung informieren

Wichtig sei ihm , die Bevölkerung zu informieren. Dies gelte besonders dann, wenn – wie in Roding – größere Einrichtungen geplant seien. In enger Abstimmung mit der Stadt habe man sich entschieden, den Containerbau Am Richterholz zu erweitern. Neben der staatlichen Unterkunft mit rund 80 Plätzen plant der Landkreis dort eine Erweiterung mit Platz für bis zu 80 weitere Geflüchtete. „Auskömmlich, aber ohne Komfort“, wie der Landrat betonte, würden die Container errichtet.

Bürgermeisterin Alexandra Riedl rief zum Zusammenhalt auf. In Roding seien mehrere Flächen in Betracht gezogen worden, letztlich habe man sich aber bewusst für eine Erweiterung hinter dem Bauhof verständigt. Diese Option bezeichnete sie als das „geringste Übel“. Man wolle keinen zweiten Brennpunkt schaffen, so Riedl.

Vor Ort soll künftig auch ein Kümmerer sei, der vom Landkreis angestellt wird. „Das ist ein Vorteil, dass jemand vor Ort sein wird und bei Fragen und Problemen weiterhelfen kann“, sagte Riedl. Wobei die beiden Einrichtungen Am Richterholz voneinander getrennt bleiben. Im Stadtgebiet sind momentan zwischen 70 und 80 Menschen dezentral untergebracht. Auf rund 13000 Rodinger kommen demnach künftig etwa 240 Geflüchtete.

Bürgermeisterin Riedl: „Keine gute, aber einzige Lösung“

Wenig begeistert hatten die Rodinger Stadträte die Nachricht vom Ausbau im Oktober aufgenommen. Vor der Abstimmung zum Bauantrag des Landkreises wurde Kritik daran laut. CSU-Fraktionsvorsitzender Rainer Gleixner bemängelte die offensichtlich fehlende Solidarität der Kommunen im Landkreis und spielte damit auf die Pläne des Landrats an, dort Flüchtlinge unterzubringen, wo bislang keine seien.

Und er betonte auch, dass hier am Ende 160 Menschen in großer Enge zusammenleben würden: „Die Leute werden doch wahnsinnig da oben!“ Er bekam dabei Unterstützung von Stefan Straßburger (Freie Wähler), der solch eine Unterbringung in Containern als menschenunwürdig beschrieb. Auch, weil sie etwa beim Gang zu den sanitären Einrichtungen jetzt im Winter über den Vorplatz gehen müssten.

Als „vorübergehende Lösung“ für den Winter gehe das, befand 2. Bürgermeister Reinhold Schoierer die Wohnanlage. „Es ist die einzige Lösung – wenn es auch keine gute ist“, sagte Bürgermeisterin Alexandra Riedl.

80 Plätze bietet das neue Containerdorf, das nur einstöckig ist.