Fäkal-Keime in Irnsinger Quelle: Zwei Landwirte verdächtigen Biber

Die Verunreinigung der Irnsinger Trinkwasser-Quelle durch Keime sorgte im Sommer für Aufregung. Möglicherweise seien Fäkalien einer Tierherde ins Wasser gelangt, hieß es damals. Doch zur Ursache haben Peter Stieber und Georg Necker einen neuen Verdacht.
Georg Necker und Peter Stieber stehen an dem kleinen Bachlauf, der nahe der Quelle durch das Hochwasserschutzgebiet unweit des Vereinsgeländes des EV Irnsing läuft. Peter Stieber zeigt auf den Bach und ein kleines Bauwerk mitten im Bach: Hier hat ein Biber einen Damm errichtet.
Der Damm im Neustädter Ortsteil verändert den Ablauf des Wassers, erklären die beiden Landwirte Stieber und Necker. Der Biber habe den Wasserstand im gesamten Umfeld so hoch angestaut, dass die Landwirte ihre Felder in diesem Bereich anschließend nicht mehr befahren konnten.
Stieber und Necker gehen davon aus, dass mehrere Biber nahe der Trinkwasserquelle leben – mit erheblichen Folgen für die Trinkwasserversorgung. „Nach unseren persönlichen Einschätzungen hatten die Biber heuer das Quellwasser derart stark angestaut, dass Oberflächenwasser in den aus Karstgestein bestehenden Berg eindringen konnte und der Quellzufluss mit Oberflächenwasser kontaminiert wurde.“
Trinkwasser Irnsing: Einfluss des Hochwasser-Deiches
Außerdem kritisieren die Landwirte die Oberflächenwasser-Gewässersituation in der Nähe des Eisstockgeländes insgesamt. „Die Abflüsse des Oberflächenwassers dieser Grundstücke wurden bei dem Bau des Irnsinger Hochwasserschutzdeiches gravierend verändert“, sagen Georg Necker und Peter Stieber.
Der Damm war 2008 fertiggestellt worden. Samt einem Pumpenhaus sollte er dafür sorgen, dass der untere Ortsteil Irnsing künftig nicht mehr von Hochwassern der Donau in Mitleidenschaft gezogen wurde. Zum Schutz der Anwesen war ein 700 Meter langer Hochwasserschutzdeich errichtet worden, der an den Talflanken anschließt.
Damit bei Donauhochwasser innerhalb der Bedeichung keine Überschwemmungen durch gleichzeitigen Regen sowie die in die Kels mündenden Bäche auftreten können, war das Schöpfwerk in Irnsing errichtet worden, das das anfallende Oberflächenwasser über den Deich hebt. Außerdem wurde das Kanalsystem angepasst.
Mehrfach, sagen die beiden Landwirte nun, hätten sie bereits während des Deichbaus darauf hingewiesen, dass sich durch das Bauvorhaben das gesamte Oberflächenwasser anders ablaufe. „Die Oberflächenentwässerung funktioniert nicht mehr so wie vorher“, schimpfen Stieber und Necker. Schuld daran sei auch eine neue Bachtrasse und ein Durchlass, der zu hoch eingebaut wurde.
Neustadts Bürgermeister will Irnsinger Quelle erhalten
Auch bei Bürgermeister Thomas Memmel haben sich die Landwirte inzwischen beschwert. Zu der vermuteten Verunreinigung der Quelle durch Biber sagt er: „Das lassen wir anschauen, das müssen die Geologen entscheiden.“
Tatsächlich, so Memmel weiter, gebe es an verschiedenen Stellen im Stadtgebiet Probleme mit Bibern. Auch der Wolfsgrabenbach sei betroffen. Der Bauhof kümmere sich mit dem Biberberater in enger Abstimmung mit der Unteren Naturschutzbehörde am Landratsamt Kelheim darum.
Memmel betont, dass ihm die Irnsinger Trinkwasserquelle wichtig sei. „Wir wollen die Irnsinger Quelle erhalten“, stellt er fest. Um künftig eine Verkeimung zu verhindern, soll eine Entkeimungsanlage im Quellenhaus eingebaut werden. UV-Licht solle eventuell auftretende Keime abtöten. Bis das soweit ist, bleibe die Quelle vom Netz. „Ich möchte kein Risiko eingehen“, sagt der Bürgermeister. Eine Trinkwasserversorgung wie im Sommer über Mineralwasserkästen soll sich nicht wiederholen.

