Kommentar: Was von 18 Jahren Oberbürgermeister Thomas Thumann in Neumarkt bleibt

Neumarkt ist seit vielen Jahren in vielen Bereichen eine starke Stadt, deren Bewohnern es mehrheitlich gut geht. Welchen Anteil hat der am 4. Dezember scheidende Oberbürgermeister Thomas Thumann (UPW) daran? Ein Kommentar von MZ-Redakteur Wolfgang Endlein
Aktuell ist Thomas Thumann vor allem ein Oberbürgermeister, der eine Wahl verloren hat. Doch 18 Jahre im Amt sind zumindest in Demokratien kein Zufall. Thumann hatte als OB seine Makel, aber noch viel mehr seinen Anteil daran, dass Neumarkt eine starke Stadt war und ist.
Die Basis für Neumarkts Stärke ist die wirtschaftliche Entwicklung. Der Erfolg hat viele Väter bzw. Mütter. Es ist eine Gemeinschaftsaufgabe von Politik, Behörden, Wirtschaft und Gesellschaft. Ein OB hat dabei eine herausgehobene Position. 18 Jahre sind eine zu lange Zeit, als dass es sich nicht negativ bemerkbar gemacht hätte, wäre Thumann dieser Position nicht gewachsen gewesen.
Unter Thumann erlebte Neumarkt eine Phase langer Kontinuität
Dass in Deutschland meist wirtschaftlich gute Zeiten während dieser 18 Jahre herrschten, war von Vorteil. Doch man muss diesen auch zu nutzen wissen. Neumarkt hat sich im Vergleich zu anderen Regionen unter den gleichen gesamtwirtschaftlichen Bedingungen besonders stark entwickelt.
Wer 18 Jahre im Amt ist, macht es zwangsläufig einer wachsenden Zahl an Menschen und deren Interessen nicht recht. Die Jahre schienen zuletzt ihren Preis von Thumann zu fordern. Auf Kritik reagierte er mitunter dünnhäutig und beleidigt. Der Vorwurf schwieriger Kommunikation war von zu vielen Seiten zu hören, als dass man ihn trotz aller gegenteiliger Erklärungen Thumanns ignorieren könnte. Das Narrativ, dass es an der Zeit für einen Wechsel sei, nahm schließlich überhand.
Was bleibt von Thumann? Das Bild des Wahlverlierers wird der Erinnerung an eine Phase langer Kontinuität weichen, in der es Neumarkt sehr gut ging. Auch dank Thumann.
