Regensburger CSU: Für die Stadtbahn flossen schon 20 Millionen Euro

Die Regensburger CSU hält das Geld für die Stadtbahnplanung für falsch investiert, stimmt am Dienstag dem Wirtschaftsplan aber zu, wie bei einer Jahresrückblicks-Pressekonferenz deutlich wurde. Dabei ging es auch um das Bahnhofsumfeld.
Das Bahnhofsareal und die Stadtbahn sind die zwei Themen, an denen sich die Regensburger CSU in diesem Jahr besonders stark abgearbeitet hat. In einer Pressekonferenz am Freitag zogen Vertreter der stärksten Fraktion im Stadtrat und der Koalition Bilanz – und rechneten vor, was die Stadt bisher ausgab für die Tram: Knapp 20 Millionen Euro seit Ende 2020, also eine halbe Million pro Monat. In die Belebung des Bahnhofsareals dagegen könnte die Stadt nach CSU-Meinung gern mehr Mühe investieren.
CSU: Stadtbahn löst Probleme der Pendler nicht
Kathrin Fuchshuber, Sprecherin der Fraktion im Stadtbahnausschuss, machte deutlich, dass sie die Tram-Millionen für falsch investiert hält. Der motorisierte Individualverkehr werde nur um 1,1 Prozent abnehmen. „Aber es werden die Hauptstraßen, die wir dafür brauchen, dadurch blockiert“, sagte sie mit Blick auf die Tram. Die Verkehrsprobleme, die 80000 Einpendler mit sich brächten, löse eine reine Stadtbahn nicht. Als mögliche Alternative nannte Fuchshuber die Regionalbahn in Kombination mit einem intelligenten Bussystem in der Stadt.
Was das Bahnhofsumfeld angeht, so möchte die CSU es mit einer Reihe von Sofortmaßnahmen sicherer machen – und mittelfristig beleben. Kreis- und Fraktionschef Michael Lehner sagte: „Es ist wirklich beschämend für Regensburg, was in diesem Bahnhofsareal vor allem in den letzten Monaten passiert.“ Er kündigte an: „Wir wollen Licht reinbringen.“ Das Gartenamt solle das Grün auslichten und sei schon dabei. Eine bessere Beleuchtung scheitere derzeit am Umweltamt – wegen der Fledermäuse. Bürgermeisterin Astrid Freudenstein betonte, ein Anliegen sei ihr die Sanierung des Peterskirchleins. „Das wäre ein Signal des Aufbruchs.“ Als jugendgefährdenden Ort, der für junge Menschen gesperrt werden müsse, bewertet die Sozial-Bürgermeisterin das Areal aktuell nicht. Die Menschen, die dort etwa mit Drogen handelten, seien nicht überwiegend Jugendliche.
Im Stadtrat stimmt die CSU mit ihren Koalitionspartnern
Sowohl zum Bahnhofsumfeld als auch zur Stadtbahn stehen am Dienstag Entscheidungen von Stadtratsgremien an. Der Stadtbahnausschuss soll den Wirtschaftsplan 2024 des zuständigen Amts beschließen, samt einem Jahresfehlbetrag von 73000 Euro sowie Investitionen von circa sieben Millionen Euro. Auch die CSU wird dafür die Hand heben. Fuchshuber sagte: „Wir haben eine Vereinbarung. Wir haben gesagt, wir gehen mit bis zum Masterplan.“ Dann hätten – wie von der CSU gefordert – ohnehin die Bürger das Wort, etwa in einer Befragung am Europawahl-Tag.
Im Planungsausschuss geht es am Dienstag um das nördliche Bahnhofsumfeld. Die Verwaltung schlägt eine kleine Neugestaltung vor. Entstehen sollen eine barrierefreie Verbindung vom Bahnhof in Richtung Alleengürtel sowie zum Zentralen Busbahnhof durch eine höhenmäßige Anpassung der Verkehrsflächen, zwei zusätzliche Flächen für Fahrradabstellanlagen mit circa 230 zusätzlichen Stellplätzen und eine Kiss- und Ride-Zone für Bahnkunden, die mit dem Auto kommen, auf der Westseite. Die CSU wird auch diesem Plan zustimmen. Für die Sofortmaßnahmen, die sich sich wünsche, brauche die Verwaltung den Stadtrat gar nicht, hieß es am Freitag: Diese könne sie auch so umsetzen.