„Großer Schritt in die richtige Richtung“: Die Regensburger Nachtbusse fahren bald öfter

Von Juliana Ried · 3. Dezember 2023 um 05:00

Bisher fahren die Regensburger Nachtbusse nur am Wochenende. Das soll sich 2024, voraussichtlich zum 1. Februar, ändern: Die städtischen Linien N1 bis N7 sollen dann auch in den Nächten vor Freitagen und vor Feiertagen bedient werden.

Die Stadtverwaltung schlägt diese Ausweitung am Dienstag den Stadträten des Planungsausschusses vor. Neu angebunden werden soll Harting. Aktuell verkehren die Nachtbusse jeweils in den Nächten zum Samstag und zum Sonntag zwischen 0.30 Uhr und 4.30 Uhr im Stundentakt. Sie fahren vom Hauptbahnhof beziehungsweise der Albertstraße aus in die Wohnviertel.

Umfrage: Wunsch nach mehr Nachtfahrten auf Platz 1

Das allerdings reicht vielen Fahrgästen nicht, wie eine Befragung eines Münchner Marktforschungsinstituts unter 2187 Busnutzern im Februar und März 2023 ergab. 52,7 Prozent zeigten sich zufrieden. „Bei den restlichen 47,3 Prozent allerdings rangierte der Wunsch nach mehr Bussen beziehungsweise Fahrten in der Nacht eindeutig auf Platz 1“, wie die Beschlussvorlage für den Stadtrat ausführt.

Das Stadtwerk wertete daraufhin aus, wie viele Fahrgäste die jeweils letzte Tagesfahrt an den verschiedenen Wochentagen hat – und bezog auch die Öffnungszeiten von Clubs, Bars, Discos und Gaststätten in die Planung ein. Das Ergebnis: Am ehesten biete sich der Donnerstag zur Ausweitung des Nachtbusangebots an. Auch vor Feiertagen sei mit einer guten Nachfrage zu rechnen; da liege die Auslastung der letzten Tagesfahrt durchschnittlich 30 Prozent höher als an regulären Wochentagen.

An den Donnerstagen sollen die Nachtbusse zunächst bis 1.30 Uhr fahren, vor Feiertagen bis 4.30 Uhr. Die Linie N2, die Burgweinting ansteuert, führt künftig bis nach Harting. Die anderen Linien beenden ihre Fahrt am Klinikum, in Prüfening, in Schwabelweis, in der Klenzestraße in Königswiesen und in Neukareth, Die Stadt wird die Ausweitung des Angebots der Beschlussvorlage zufolge circa 58.000 Euro pro Jahr kosten.

Ein Nachtbusnetz gibt es in Regensburg seit 2016; es hatte damals fünf Linien. 2018 wurde es auf sieben erweitert. Grundlage dafür war der Koalitionsvertrag des damaligen Rathausbündnisses aus SPD, Grünen und kleineren Partnern sowie Forderungen von Jugend- und Studentenvertretern.

Stadtjugendring sieht beim Nachtbusnetz noch Luft nach oben

Die aktuell geplante Ausweitung begrüßt der Stadtjugendring, auch wenn er sich noch mehr wünschen würde. Vorsitzender Jonas Scherer sagt: „Es ist gut, dass es ausgebaut wird.“ Das sei ein „großer Schritt in die richtige Richtung“. Davon profitierten nicht nur Nachtschwärmer, sondern auch Menschen, die nachts arbeiten: etwa Studenten, die in Bars oder Kneipen jobben. Noch besser fände Scherer es allerdings, wenn die Nachtbussse an allen Wochentagen fahren würden und das Netz dichter wäre. Denn nachts werden weniger Haltestellen angefahren als tagsüber. „Man muss noch weite Strecken zu Fuß zurücklegen. Das kann eine Gefahrenquelle darstellen.“