Parkautomaten am Jahnstadion ausgefallen: Pendler sauer

Seit Jahren wird in Regensburg hitzig über den Autoverkehr in der Altstadt diskutiert. Einige wollen ihn ganz raus haben, andere zumindest in Teilen weiter drin belassen. Und zur Vorweihnachtszeit kocht die Debatte stets noch einmal ein paar Grad höher, weil an den Adventssamstagen die Parkhäuser voll ausgelastet sind.
Helfen könnte das Park-and-Ride-Angebot am Jahnstadion. Ein Pendler, der dies am Samstag nutzte, war nun aber schwer enttäuscht.
Vorweihnachtszeit ist Einkaufszeit. Auch für die Einzelhändler in der Regensburger Altstadt sind diese Wochen ein entscheidender Faktor für die Jahresbilanz. Verbände wie Faszination Altstadt oder die Regensburger Kaufleute fordern vehement, dass ihre Kunden weiterhin bequem anreisen können. Dafür müsste es entweder genug Parkplätze in der Altstadt oder gute Alternativen geben.
„Häufig maximal belegt“
Das Regensburger Stadtwerk betreibt drei große Parkhäuser im direkten Umfeld der Altstadt. Diese bieten zusammen 1615 Stellplätze. Stadtwerk-Sprecher Martin Gottschalk bestätigt, dass diese in der Vorweihnachtszeit „sehr häufig maximal belegt“ sind. Teilweise würden sich dann auch Warteschlangen vor den Einfahrten bilden. An den Adventssamstagen, an denen traditionell sehr viele Menschen in die Altstadt wollen, seien die Parkhäuser auch oft schon ab dem späten Vormittag voll belegt.
In der Regensburger Politik gibt es seit Jahren ganz unterschiedliche Ansichten darüber, was der richtige Weg bei der Steuerung des Altstadtverkehrs für die Zukunft ist. Michael Lehner, Fraktionsvorsitzender der CSU im Stadtrat, sagt, dass der Verkehr durchaus reduziert werden sollte: „Natürlich muss man da etwas machen. Ich will auch nicht, dass mir andauernd ein Auto im Rücken hängt.“ Er ist allerdings strikt dagegen, alle Parkplätze und den Verkehr komplett rauszunehmen. „Wenn ich bloß mal kurz eine Hose kaufen oder zum Mittagessen gehen will, dann sollte es dafür schon noch einen Parkplatz geben, von dem ich nicht noch eine Viertelstunde in die Stadt brauche“, sagt er. Diese könnten dann auch durchaus mehr kosten als andere, die weiter außerhalb der Altstadt liegen.
Um ganz kurzfristig den Verkehrsfluss in der Vorweihnachtszeit zu entzerren, wirbt Lehner derweil für das Park-and-Ride-Angebot am Jahnstadion. Dies sei „finanziell unschlagbar“. Und in der Tat gibt es hier ein sehr günstiges Ticket: Für einen Euro können alle Insassen eines Autos in die Stadt und zurück pendeln.
Ist das Rad die Alternative?
Daniel Gaittet, Fraktionsvorsitzender der Grünen im Stadtrat, empfiehlt, wenn möglich mit dem Fahrrad in die Innenstadt zu pendeln. „Natürlich tut man dabei gut daran, sich vorher zu überlegen, was man kaufen will.“ Wenn er selbst größere Sachen besorgen wolle, „fahre ich natürlich auch nicht mit dem Fahrrad“. Umso wichtiger sei es, findet Gaittet, dass der Öffentliche Personennahverkehr eine echte Alternative sei: „Also, dass der Bus in einer Frequenz fährt, die das Angebot auch attraktiv macht.“
Beide Politiker werben für das Park-and-Ride-Angebot am Jahnstadion. Dieses müsse einfach noch bekannter werden, findet Lehner. Stadtwerk-Sprecher Gottschalk bestätigt, dass die Auslastung „durchaus noch gesteigert werden kann“.
„Ich bin schon schwer enttäuscht“
Am vergangenen Samstagnachmittag, am ersten Wochenende mit Weihnachtsmarkt in der Altstadt, stehen kurz vor 15 Uhr gerade einmal vier Autos auf dem Park-and-Ride-Areal direkt vor der Bushaltestelle. In einem davon ist Matthias Hölzig aus Vilshofen mit seiner Familie angereist. Nun macht er sich gerade auf den Heimweg – und hat dabei eine gute Portion Frust im Gepäck. „Ich bin schon schwer enttäuscht“, sagt er.
Im Internet habe er sich vorab informiert und sei auf das Park-and-Ride-Angebot für einen Euro gestoßen. „Vergangenes Jahr bin ich noch mit dem Auto in die Altstadt rein. Da war alles zu, das wollte ich mir dieses Jahr sparen“, sagt er. Nur erlebte er auf dem Parkplatz am Jahnstadion dann eine böse Überraschung: er habe es bei insgesamt drei Parkscheinautomaten probiert – doch alle drei waren außer Betrieb. Im Bus habe er dann für 8,50 Euro ein reguläres Ticket für sich und seine Familie kaufen müssen. „Ich werde dem Stadtwerk auch deswegen schreiben“, sagt er: „Denn es hat mich wirklich sehr geärgert, dass da etwas angekündigt ist, was dann aber nicht umgesetzt werden kann.“
Das Stadtwerk äußerte sich am Wochenende auf Anfrage noch nicht zu den ausgefallenen Automaten.

