Alle Altersgruppen im Blick: Generationenmanagerin Antje Neumann will Orte der Begegnung schaffen

Laute Kinder, gelangweilte Teenager, gestresste Eltern, grantige Senioren – fast über jede Altersgruppe gibt es Klischees. Was aber auch daran liegen kann, dass es immer weniger Großfamilien und weniger Möglichkeiten der Begegnung gibt. Da setzt die Arbeit von Antje Neumann als Generationenmanagerin der Stadt Neumarkt an.
Möglichkeiten der Begegnung zu schaffen, ist Aufgabe von Antje Neumann. Seit Mai 2021 ist sie als „Generationenmangerin“ bei der Stadt angestellt. „Ich habe mitten in der Corona-Zeit angefangen“, erinnert sich die Pädagogin. „Das war natürlich einerseits sehr ungünstig, da nicht viel öffentliche Angebote möglich waren. Zudem war ich neu in der Stadt und die Corona-Beschränkungen machten die Orientierung schwieriger.“
Die Kunst der Vernetzung
Aber bald entdeckte sie auch die Vorteile: „Ich konnte mich in der nötigen Ruhe auf den Ausbau der Netzwerke, die Verwaltung und die Organisation im Hintergrund konzentrieren.“
Nun, zweieinhalb Jahre später, ist sie gut vernetzt und bietet ein buntes Programm – zusammen mit unterschiedlichen Partnern wie etwa der Bürgerstiftung, dem Seniorenbeirat oder dem Nachbarschaftshilfeverein „Genial“.
Mit dem Bürgerhaus an der Münsterkirche hat sie zudem einen idealen Standort gefunden: Es liegt zentral in der Altstadt und wurde bereits 2007 zum Mehrgenerationenhaus umgestaltet.
Anlaufstelle für alle Altersklassen
„Das bedeutet, dass alle Zugänge barrierefrei sind“, meint Neumann. „Aber auch dass der Ort schon bekannt ist als Anlaufstelle für alle Altersklassen.“ Denn als Generationenmanagerin ist sie – zumindest theoretisch – wirklich für alle Menschen in der Stadt zuständig: vom Säugling bis zum Senior.
„In der Praxis liegt dennoch aktuell ein Schwerpunkt auf der Arbeit mit Senioren, Kinder und Familien, also Angebote, bei denen Jung und Alt zusammen kommen können“, verrät sie. „Dass Jugendliche dagegen nicht so viel Raum im Programm einnehmen, liegt ganz einfach daran, dass wir mit dem G6 bereits eine sehr aktive Einrichtung haben, die ein breites Angebot für Kinder und Jugendliche macht.“
Angebote für Menschen mit Behinderung
Einen Schwerpunkt ihrer Arbeit bildet dagegen das Thema Inklusion. „Gemeinsam mit dem Roten Kreuz wurde letztes Jahr die Reihe KULTin gestartet. Bei den Konzerten und Theateraufführungen in der Alten Schule in Pölling stehen auch Menschen mit Behinderung auf der Bühne.“
Mit dem Filmfestival der Generationen hat sie aktuell noch ein weiteres Kulturangebot im Programm, das gut angenommen wird. Ein weiterer Publikumsmagnet ist die Reihe „Alt liest für Jung“ in Zusammenarbeit mit der Stadtbibliothek: „Dabei lesen Seniorinnen und Senioren für Grundschul- und Kindergartenkinder. Wir haben im Mai letzten Jahres angefangen und können sie nun bereits ein mal pro Woche anbieten“, freut sich Neumann.
Neben diesen großen Reihen gibt es auch immer wieder kleinere Angebote, wie Vorträge oder offene Treffs.
Erfolg mit Smartphone- und PC-Sprechstunde
Zu einem echten Überraschungshit entwickelte sich der Offene Treff „Kleine Weile“, der jeden Donnerstag von 10 bis 12Uhr im Bürgerhaus, Grünbaumwirtsgasse22 stattfindet. „Neben fairem Kaffee gibt es dort nämlich auch immer wieder eine ‘Smartphone und PC-Sprechstunde‘, bei der sich Senioren zwanglos zum Umgang mit Technik beraten lassen können.“
Inzwischen laufen bereits die Planungen für das nächste Jahr. Und da gibt es für Antje Neumann ein persönliches Highlight: „Wir starten ein Bildungsprojekt zusammen mit dem Museum Lothar Fischer. Angedacht ist ein inklusives Kunstprojekt für Menschen mit und ohne Beeinträchtigungen. Darauf freue ich mich als gelernte Kunst- und Museumspädagogin sehr!“
Weitere Infos zum Programm gibt es unter www.buergerhaus-neumarkt.de.