Andrea Segerer aus Dietkirchen gibt Tipps, wie man Kräfte für den Alltag sammelt

Die 13 ist eine besondere Zahl – in Dietkirchen steht diese Hausnummer für ein außergewöhnliches Projekt: Andrea Segerer bietet auf ihrem liebevoll gepflegten Anwesen unter dem Titel „Hofkunst 13“ eine Vielzahl von Ideen, Kunst, Therapie, Selbstgemachtes und eine Auszeit aus dem Alltag.
Wer die schmale Einfahrt zu ihrem Hof hochläuft oder -fährt, entdeckt es auf den ersten Blick: Hier wohnt jemand mit einem feinen Sinn für Besonderes. Andrea Segerer hat mit Unterstützung ihrer Familie auf dem 10000 Quadratmeter Grundstück einen Platz zum Wohlfühlen geschaffen, einen Ort, der zur Entschleunigung und zu einer Zeitreise einlädt.
Nachhaltigkeit ist für sie nicht nur ein Wort, sie lebt sie. Trödel, gebrauchte Möbel, alte Zäune finden bei ihr eine neue Verwendung, Tiere ein neues Zuhause, die Menschen, die hierherkommen, Inspiration, Entspannung und im Bauerngarten mit seiner Blumen- und Gemüsepracht Lebensfreude.
Rast für Wanderreiter
„Ich sehe etwas und dann mache ich etwas draus“, sagt Andreas Segerer. Die 58-Jährige ist eine Frau mit vielen Ideen und Talenten. Sie dichtet, malt, fotografiert, schreinert, schreibt Geschichten, hat einen kleinen Gnadenhof für Esel, Pferd und Schaf und eine Raststation für Wanderreiter, gibt Reitunterricht, bietet Selbstgemachtes an und seit kurzem auch Klangschalenreisen.
„Ankommen – Entspannen – Austauschen“ lautet ihr Konzept. „Die Idee ist, dass die Leute ein wenig rauskommen, dem Alltag entfliehen“, lässt sie wissen. Ihre Gäste empfängt sie im Nebengebäude des Hofes, das durch die großen Fensterflächen nach Süden hin lichtdurchflutet ist. Holzböden und Fachwerkwände und warme Farben sorgen für eine warme Atmosphäre in den offenen Räumen.
Mit ihrem „Hof der und für Generationen“ hat sich die gelernte Bürokauffrau in dem Dörfchen einen Kindheitstraum erfüllt. Vor zwölf Jahren zog sie mit ihrer Familie von Neumarkt nach Dietkirchen. Zuvor hatte sie und ihr Mann fast zwei Jahrzehnte in der Oberpfalz und Franken nach einem geeigneten Anwesen gesucht, wo sie ihre Pläne verwirklichen kann. Gestaltet und umgebaut hat sie das eingeschossige Haus mit ihrer Familie in Eigenregie. Dafür greift die 58-Jährige gerne selbst zum Handwerkszeug, stellt sich an die Profi-Säge, um Balken zu schneiden oder greift zu Farbe und Pinsel.
Das tut sie auch für Gemälde, die die Wände im Gästehaus schmücken – ob Buddha oder Gegenständliche, mit Öl, Kohle, Kreide oder in Aquarelltechnik. „Ich probiere mich einfach aus“, erläutert Segerer und ihre Augen leuchten, wenn die Ideen förmlich aus ihr heraussprudeln. Da war beispielsweise dieser Ast mit einem Loch, der ihr beim Holzmachen in die Hände gefallen war: „Aus- und Durchblick“ lautet der Name des Objekts, das sie daraus erschaffen hat. Oder die Leiter, die im Zentrum ihres Seminarhauses einen Ehrenplatz bekommen hat, weil sie doch eine Geschichte zu erzählen hat. Oder die Konsole, der Segerer mit Gold- und Silberanstrich zu neuem Glanz verholfen hat.
Ferienprogramm für Kinder
Alltägliches immer wieder aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten, beflügelt ihre Phantasie, das Gespräch mit den Menschen ihre Kreativität: „Das ganze Leben ist ein permanentes Lernen“, findet die Dietkirchnerin. Insofern sei es auch ihre Philosophie, sich immer wieder auf Neues einzulassen – so wie auf die Klangschalen-Entspannung und -reisen, die sie neu für sich entdeckt hat und nun auf ihrem Hof anbietet.
„Ich habe keine Ahnung, was da hier noch alles entstehen kann“, sagt sie. Kleidertauschbörsen, Ferienprogramm für Kinder, Räume für Team-Events, Seminare für Erwachsene, jenen, die gestresst sind, eine Auszeit geben – Andrea Segerer lächelt, wenn sie über ihre vielen Einfälle spricht für ihren Hof sprich. Dabei strahlt sie eben jene Ruhe aus, die viele gestresste Zeitgenossen dringend suchen.