Die Hausfrau im Neustädter Pfarrhaus „war eine Marke“

Die Nachricht verbreitete sich schnell: Barbara Ostermann, langjährige Köchin des früheren Neustädter Stadtpfarrers Monsignore Johannes Hofmann, ist verstorben.
„Frau Ostermann kann man nicht beschreiben, man musste sie erleben. Sie war eine Marke, keine Frau des Durchschnitts, keine graue Maus“, sagt der Geistliche. Barbara Ostermann kam vor 89 Jahren in Neustadt a.d. Donau als jüngste von sechs Schwestern auf die Welt. Für einige Zeit arbeitete sie als Haushaltshilfe. „Sie hatte keine Ausbildung in Hauswirtschaft, aber durch Fleiß und Schlauheit, durch Interesse und Ausprobieren, wuchs schnell die Liebe zum Kochen und erwarb sie sich alsbald große Achtung und Kompetenz“, weiß Hofmann.
Das sollte ein Leben lang so bleiben. Barbara Ostermann hatte dieses Talent in die Wiege gelegt bekommen und sich viel von der Mutter abgeschaut. Als junge Frau war sie als Strickerin bei der Firma Bachmayr und später bei den Firmen Zellwolle und Fatege angestellt. 1963 heiratete sie Johann Ostermann aus Staubing. Vier Kinder – Bernhard, Bettina, Birgit und Gerda – wurden geboren.
Als der Ehemann mit 60 Jahren in den Ruhestand ging und die Kinder erwachsen waren, freute sie sich, ihren Mann jetzt mehr um sich zu haben. Es kam anders. Nach kurzer schwerer Erkrankung starb Johann Ostermann 1995. „Es war die Katastrophe ihres Lebens“, sagt der Monsignore.„Aber sie hat diese Herausforderung gemeistert.“ Sie hat sogar eine neue angenommen.
Sie übernahm noch 1995 die Aufgabe der Hausfrau im Pfarrhaus in Neustadt a.d. Donau – fast 25 Jahre lang. „Es war für sie eine neue Berufung.“ Am vorigen Freitag ist Barbara Ostermann verstorben.