Das steckt Hans Spitzer in seine Krippen: Bis zu 140 Arbeitsstunden – Und Bier

Von Antonia Zuruev · 17. November 2023 um 05:00

Krippenbaumeister Hans Spitzer präsentiert seine unverkäufliche Krippe Fotos: Antonia Zuruev

Langsam aber sicher weihnachtet es – auch im Landkreis Kelheim. Für viele ist es die Zeit, sich nach neuen Weihnachtsdekorationen und -Krippen umzusehen. Wer es besonders kunstvoll mag, ist bei dem Krippenbaumeister Hans Spitzer genau an der richtigen Adresse: Bereits seit Ende der neunziger Jahre ist das Bauen und Gestalten von Krippen seine Leidenschaft. Seine Kreationen stellt Spitzer jedes Jahr im Kurhaus in Bad Gögging aus.

Bis 2014 war Spitzer Berufssoldat. „Während dieser Zeit hat ein Kollege eine Krippe aus München mitgebracht. Das war meine erste Inspiration, selbst mit dem Krippenbau anzufangen“, erinnert sich der Krippenbaumeister. Seither ist Spitzer auch auf lokalen Weihnachtsmärkten unterwegs. „Mein erster Weihnachtsmarkt war in Neustadt. Damals hatte ich erst drei selbst gebaute Krippen“, so der Krippenbauer. Heute kann er seine Werke gar nicht mehr zählen. Spitzer baut Krippen in den unterschiedlichsten Stilrichtungen - darunter heimatliche Krippen, die Bauernhäuser darstellen, orientalische, sowie neapolitanische Krippen. „Die neapolitanischen Krippen zeigen ganz viele Szenerien in einem: Dazu gehören sogar kleine Metzgereien und Marktstände“, erklärt Spitzer.

Früher bestanden seine Kreationen zu einem großen Teil aus Holz und Natursteinen. „Solche Krippen bringen aber schnell Einiges an Gewicht zusammen. Deshalb verwende ich mittlerweile hauptsächlich Hartschaum, der sich Styrodur nennt“, sagt der 63-Jährige.

Seine Materialien beschafft er sich unter anderem aus Baumärkten, Tierhandlungen und aus der Natur bei Spaziergängen: „Als Krippenbauer gehst du immer mit offenen Augen durch die Welt“.

Bad Gögging: So baut man Krippen

Seine Lehre zum Krippenbaumeister absolvierte Spitzer 2011 im rheinland-pfälzischen Klüsserath - damals war dort die einzige Schule für Krippenbaumeister in Deutschland. Dort lernte er während seiner vierjährigen Ausbildung die Feinheiten des Handwerks - darunter das richtige Anmischen von Krippenmörtel und der Umgang mit Farbpigmenten. „Die italienischen Meister haben mir beigebracht, dass sich als Bindemittel für Farbpigmente auch Bier besonders gut eignet. Dadurch verschmiert die Farbe nicht nach dem Trocknen“, so Spitzer. Die Sorte spielt dabei keine Rolle, deswegen empfiehlt der Krippenbaumeister, das preiswerteste Bier zu verwenden.

Der Krippenbaumeister ist Teil des Abensberger Krippenvereins und bietet seit 2015 auch Kurse im Frühjahr und Herbst an. „Seit wir die Kurse anbieten, ist richtiges Leben in den Verein gekommen“, sagt Spitzer.

Das sind die Trends der Saison

In letzter Zeit kommen auch immer mehr junge Familien, oder auch Großeltern mit ihren Enkelkindern zu den Kursen, um vom Meister zu lernen. Für nächstes Jahr ist bereits ein Kurs geplant, bei dem die Teilnehmer lernen können, Laternenkrippen zu bauen.

„Laternenkrippen sind aktuell total im Trend. Viele Familien haben zuhause einfach nicht so viel Platz für eine große Krippe. Laternenkrippen sind aber eher kompakt und trotzdem sehr schön und stilvoll“, so der Krippenbauer. Auch Minimalismus liegt insbesondere bei jungen Leuten gerade im Trend: Darunter Holzfiguren und einfache Krippen mit nur wenigen Details.

Für eine eher kleine Krippe benötigt Spitzer in etwa 15 Stunden Arbeitszeit. Das große Schmuckstück seiner Ausstellung - eine große Krippe im neapolitanischen Stil - nahm hingegen über 140 Stunden in Anspruch und steht nicht zum Verkauf. Die teuerste Krippe in der aktuellen Ausstellung kostet rund 390€. Die Figuren und der Zubehör dazu werden separat gekauft - so kann jeder seine Krippe selbst nach Belieben bestücken. Während der Zubehör für nur wenige Euro gekauft werden kann, kosten die Figuren schon etwas mehr: Ein elfteiliges Set mit der heiligen Familie, den heiligen drei Königen und den zugehörigen Stalltieren kostet über 600€.

Die jährliche Krippenausstellung von Hans Spitzer kann noch bis zum 26. November im Kurhaus Bad Gögging werktags zwischen 13 und 17 Uhr (Montag: Ruhetag) und an den Wochenenden zwischen 10 und 17 Uhr besucht werden. Neben Krippen verkauft Spitzer auch die dazugehörigen Figuren, Beleuchtung und selbst gebautes Zubehör.

Orientalische Krippe aus Hartschaum
Auch Krippenzubehör gibt es bei der Ausstellung
Laternenkrippen von Hans Spitzer
Neapolitanische Krippe
Krippe im orientalischen Stil
Krippenzubehör
Laternenkrippen und Zubehör
Heimatliche Krippe mit Bauernhaus