Parken in Schwandorf: Kritik an Gebühren am Krankenhaus St. Barbara

Von Philipp Breu · 19. November 2023 um 05:00

Ein Facebook-Nutzer hat die vom Barmherzige Brüder Krankenhaus St. Barbara in Schwandorf verhängten Parkgebühren kritisiert. Der Beitrag wurde viel diskutiert, der Betreiber kontert.

Nur wenige Autos sind auf dem Foto vom Parkplatz des Barmherzige Brüder Krankenhauses St. Barbara Schwandorf zu sehen, das ein Nutzer auf Facebook vor wenigen Tagen hochgeladen hat. In seinem kurzen Text darunter beschwert er sich massiv über die dort verlangten Parkgebühren. Diese seien „unverschämt, übertrieben, viel zu hoch“ und würden dazu führen, dass der Parkplatz auch kaum genutzt würde. Viele Kommentatoren pflichten ihm bei, andere spotten. Gibt es in der direkten Umgebung doch auch genügend kostenlose Abstellflächen.

„Beim Geld hört die Barmherzigkeit anscheinend auf“, schreibt der Kritiker in der lokalen Facebook-Gruppe „Du bist ein echter Schwandorfer, wenn...“. Seiner Meinung nach gehöre eine Abstellmöglichkeit bei stationärem Aufenthalt kostenlos dazu oder sollte zumindest so gering gestaltet sein, dass es auch „bei älteren Menschen mit wenig Geld keine Löcher reißt.“ Mehr als 100Kommentare haben sich unter dem Beitrag mittlerweile gesammelt. Und es wären vielleicht noch mehr geworden, wäre die Kommentarfunktion nicht zwischenzeitlich deaktiviert worden.

Mit dem Beitrag scheint der Absender einen Nerv bei den Schwandorfern getroffen zu haben. Viele pflichten ihm bei. „Überteuert ohne Ende, typisch Schwandorf. In Lindenlohe sind die Parkplätze umsonst, komisch“, schreibt eine Frau. „Na jetzt wundert mich nicht mehr, warum alle auf der Straße parken“, kommentiert ein anderer Nutzer.

Geteilte Meinungen in der Kommentarspalte

Doch es gibt nicht nur negatives Echo. Manche sind der Meinung, dass das Krankenhauses von seinem guten Recht Gebrauch mache, Geld für seine gestellten Parkplätze zu verlangen. „Alles soll kostenlos sein. So funktioniert das Ganze aber nicht! Die Parkplätze müssen unterhalten werden – Winterdienst, Laub etc.“, heißt es in einem Kommentar. Andere verweisen auf genügend kostenlose Parkmöglichkeiten in direkter Nähe zum Krankenhaus. „Lachhaft, wenn man deswegen einen Aufriss macht, weil man zu faul ist, einen Parkplatz zu suchen oder sich vorab zu informieren“, bringt es ein Nutzer auf den Punkt.

Das Krankenhaus St. Barbara reagiert auf die Kritik indes sachlich und kontert die Vorwürfe. „Wir möchten dem Eindruck widersprechen, dass die Preise überteuert sind und erklären auch gerne unsere Sichtweise“, teilt Michael Vogl, Referent für Marketing und Öffentlichkeitsarbeit am Barmherzige Brüder Krankenhaus St. Barbara mit.

Seit 2012 erhebe das Krankenhaus in Schwandorf Gebühren für die Nutzung seiner Parkplätze, sowohl für Patienten, Besucher als auch Mitarbeiter. Anfangs noch auf einer Gemeinschaftsfläche, wurden die Parkplätze mit dem im Jahr 2020 eröffneten Neubau am Krankenhaus räumlich getrennt und separat ausgewiesen.

Nicht jeder muss fürs Parken zahlen

Die Preise für Sprechstundenpatienten und Besucher hätten sich seit 2012 von 50Cent auf einen Euro je angefangene Stunde erhöht, wobei die kostenfreie Parkdauer im Gegenzug von 30 auf 45 Minuten angehoben wurde. „Das bedeutet, dass ein Sprechstundenpatient oder Besucher nur einen Euro für eine Parkdauer von einer Stunde und 45 Minuten bezahlt“, so Vogl.

In der Regel seien Parkgebühren für alle Nutzer erforderlich. „Allerdings bieten wir Patienten mit Gehbehinderung die Möglichkeit, ihr Ticket freizuschalten und auf den speziell ausgewiesenen Schwerbehindertenparkplätzen kostenfrei zu parken.“ Dies gelte nach Vorlage des Schwerbehindertenausweises an der Krankenhausinformation. Pfarrdienstbesuche würden gegen entsprechende Legitimation an der Krankenhausinformation ebenfalls ein Freiticket erhalten.

„Unsere Parkplatzsituation variiert, und wir sind stets bemüht, ausreichend Parkplätze für alle Sprechstundenpatienten und Besucher vorzuhalten“, heißt es in der Stellungnahme weiter. Insgesamt stünden rund 170Besucherparkplätze zur Verfügung.

Auch kostenlose Alternativen in der Nähe des Krankenhauses

Die Parkgebühren dienen der Refinanzierung, Instandhaltung und Sicherheit des Parkplatzes. Dadurch könne die Verfügbarkeit von Parkplätzen für Sprechstundenpatienten und Besucher gewährleistet werden. Pro Tag würden maximal acht Euro berechnet. Eine Aufhebung als auch Erhöhung der Parkgebühren sei auf absehbare Zeit nicht geplant.

Und wer keine Parkgebühren zahlen wolle, würde in unmittelbarer Nähe auch kostenfreie Parkplätze finden. Zum Beispiel entlang der Steinberger Straße oder auch auf dem Parkplatz Gleisdreieck. Der Fußweg zum Krankenhaus sei durch die Unterführung möglich.