Tierfreunde aus Abensberg bitten um Mithilfe: Ein Klick rettet Straßenhunde in Osteuropa

Von Lucia Pirkl · 18. November 2023 um 19:00

Der Verein Straßenhunde Rumänien aus Abensberg kümmert sich um verwaiste Vierbeiner. Der Spendenmarathon könnte den Verein mit Futter für den Winter versorgen.

In der Nacht von 26. auf 27. Februar geschah etwas, das zuvor noch nie passiert war: Nach heftigen Regenfällen trat im rumänischen Faget ein Fluss über die Ufer und überschwemmte auch das Tierheim, das ein Verein aus Abensberg aufgebaut hatte. Die Hunde konnten alle gerettet werden, aber der Wiederaufbau kostete natürlich viele Nerven und viel Geld.

Viel Geld kostet auch das Futter, mit dem der Verein Straßenhunde Rumänien in Not e.V. die Vierbeiner durch den Winter bringen möchte. Der Verein kümmert sich mittlerweile um über 300 Hunde im Tierheim Arche Faget, das er 2021 gebaut hat.

In Rumänien werden ungewollte Hunde entsorgt, besonders Welpen trifft es am häufigsten. In Plastiktüten, Kartons oder einfach im Wald ausgesetzt, hätten sie ohne die Tierschützer keine Überlebenschance. Im Tierheim Arche Faget werden sie aufgepäppelt, medizinisch versorgt und geimpft. Die erwachsenen Hunde werden zeitnah kastriert, um die Vermehrung zu verhindern. Denn nur das Kastrieren stoppt das Hundeelend auf den Straßen Rumäniens.

Nach dem Hochwasser wieder neu aufgebaut

Durch die Hochwasserkatastrophe im Februar wurde sehr viel zerstört und musste neu aufgebaut werden, Hundehütten, Zäune, Drainagen, Holzwände oder Container mussten erneuert werden, aber aufzugeben war keine Option für den Verein, der vor Ort rumänische Kräfte beschäftigt.

Damit so eine Katastrophe nicht noch einmal passiert, wurde gerade erst ein Hochwasserschutz gebaut. Weil der Platz zudem zu klein wurde für die vielen ausgesetzte Welpen und ältere, kranke und Kettenhunde, bekam der Verein jetzt sogar das Nachbargrundstück (ca 3000 Quadratmeter) vom Bürgermeister. Vor Kurzem wurden über 180 Meter eingezäunt.

Mindestens einmal im Monat ist jemand aus dem Abensberger Verein im Tierheim, etwa 20 aktive Mitglieder wechseln sich ab. In diesen Tagen bringen Vereinsmitglieder eine Tonne Futter nach Rumänien, das reicht dann höchstens für eine Woche. In Rumänien sei das Futter sehr teuer geworden, vier Paletten kosteten etwa 3000 Euro, so der Verein. Um aber gut über den Winter zu kommen, ist viel Futter wichtig. Deshalb braucht der Verein auch Unterstützung von Veto.

Bei Veto, der Vereinigung europäischer Tierschutzorganisationen, steht die Förderung der Tierschutzvereine in Form von Futterspenden und finanzieller Hilfe im Fokus. Mit gezielter Öffentlichkeits- und Netzwerkarbeit sowie Aufklärung, Kampagnen und Petitionen fordert Veto zudem Veränderungen im europäischen Tierschutz.

Auch das könnte Sie interessieren: Für die Babonia in Abensberg beginnt der Fasching schon nach Ostern

Hintergrund des Spendenmarathons für Tiere ist die oft bedrohliche Situation für Straßen- und Tierheimtiere in vielen Teilen Europas im Winter. Nahrungsmangel ist eine reale Bedrohung für das Leben der Vierbeiner, gerade in Ländern wie Rumänien oder Bulgarien, in denen der Winter sehr hart ist. Nur gut genährte, kräftige Tiere mit einer wärmenden Fettschicht können eisigen Minusgraden bestmöglich trotzen und so den Winter überstehen, denn auch die Tierheime sind oftmals nicht ausreichend winterfest. Vorräte an Tierfutter nehmen den dort ansässigen Tierschützer die Angst um die tägliche Grundversorgung ihrer Schützlinge.

Auch in Deutschland ist die Lage im Tierschutz im Übrigen kritisch, so Veto: Es gibt schätzungsweise zwei Millionen Straßenkatzen, von denen viele unterernährt sind und zahlreiche Tierheime kämpfen um ihre Existenz.

Futter für viele Tiere

„Wir helfen mit unserem Spendenmarathon gleich 40 Tierschutzorganisationen, die insgesamt zehntausende Hunde und Katzen versorgen. Das ist eine gigantische Hilfe“, erklärt Sarah Schonert, Fundraising bei Veto (Text: Straßenhunde Rumänien in Not e.V., Veto)

Nur mit genügend Futter kommen die Hunde über den Winter:

Spendenmarathon: Veto, die Vereinigung europäischer Tierschutzorganisationen startet zum siebten Mal Europas größte Futterspendenaktion für Straßen- und Tierheimtiere. Schon beim Spendenmarathon für Tiere 2022 wurde ein Futterwunder wahr: Europas größte Futterspendenaktion erzielte ein Spendenergebnis von 2.867.292 Tagesrationen Futter. An diesen Erfolg möchte der Initiator nun anknüpfen. Bis 4. Januar 2024 werden online Futterspenden gesammelt, die im Anschluss unter 40 Tierschutzorganisationen aufgeteilt werden, die sich in elf verschiedenen Ländern Europas für heimatlose Hunde und Katzen engagieren. Mehr auf www.veto-tierschutz.de

Straßenhunde in Rumänien: Der Verein freut sich immer über Hilfe von hundelieben Menschen, die mit nach Rumänien fahren und helfen möchten oder auch in Abensberg tätig werden.

Zur Zeit sind fünf Junghunde in Kelheim und Mallersdorf auf einer Pflegestelle. Mehr Pflegestellen wären wünschenswert. Der Verein sucht dringend hundeliebe Menschen, die den Hunden beim Start in ihr neues Leben helfen möchten ? alle anfallenden Kosten übernimmt der Verein).

Kontakt für Rückfragen: Straßenhunde Rumänien in Not e.V., www.strassenhunde-rumaenien-in-not.de, Frankstraße 10, 93326 Abensberg