Für die Babonia in Abensberg beginnt der Fasching schon nach Ostern

Tanzend eine Geschichte erzählen, das macht die Babonia mit viel Geschick seit 22 Jahren.
Für die Babonia startet jetzt wieder die heiße Phase. Am Samstag, 11.11., um elf Uhr wird sie das Rathaus in Abensberg „stürmen“. Eigentlich eine Premiere für die Garde, denn normalerweise pflegt die Babonia diese Tradition nicht. „Aber heuer hat es einfach gepasst“, erzählt Silvia Dechant, Gründerin der Babonia, „es ist ein Samstag, der Bürgermeister ist erst seit Kurzem in seinem Amt und die Babonia feiert noch dazu heuer ihr 22-jähriges Jubiläum“. Bernhard Resch wird dann von der Babonia abgeholt und das neue Kinderprinzenpaar wird bei dieser Gelegenheit auch gleich öffentlich vorgestellt.
Rund 30 Auftritte wird die Babonia nun bis zum Faschingsdienstag, 13. Februar, absolvieren. Ein straffes Programm und doch: „Es werden immer weniger Veranstaltungen. Es ist sehr schade, dass immer weniger Vereine Bälle abhalten“, sagt Dechant.
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Neben den variablen Terminen gibt es jedes Jahr ein paar Veranstaltungen, die für die Babonia einfach ein Muss sind: der Seniorenfasching, der Fünferball in Thaldorf, die Abensberger Ballnacht oder der Ball der Vereine in Offenstetten, der Faschingsgillamoos, aber auch Auftritte beim Niklasmarkt. Auch Gardetreffen, die sie bis weit in die Oberpfalz, aber auch nach Pförring oder Geisenfeld führen, gehören dazu.
Der erste große Termin aber ist für die Babonia der Inthronisationsball am 29. Dezember. Jedes Jahr gibt es ein Motto, das in verschiedenen Unterthemen „vertanzt“ wird. Das sei die Besonderheit der Babonia, so Dechant. Andere Garden mögen vielleicht mehr Hebe- oder Wurffiguren im Programm haben. Die Babonia setzt vor allem auf Geschichten, die sie dann tänzerisch und kreativ erzählt.
Neues Jahr, neues Motto
Im vergangenen Jahr begeisterte das Motto „Traumwelt“, die Gäste. Ein anderes Mal war es das Thema „Circus“, „Schiffsreise“ oder auch „Von Kontinent zu Kontinent“. „Das Motto entsteht oft auch aus einem spontanen Einfall“, sagt Sophia Reber, die neue Präsidentin der Showgarde. Sobald es feststeht, wählt Reber die passende Musik aus und schreibt die Choreografien. Dann müssen die Kostüme genäht oder alte aus dem Fundus umgestaltet werden.
Die Kostüme sind für Garden natürlich nicht ganz unwichtig, für die Babonia auch deshalb, weil sich die Tänzer mehrmals pro Aufführung umziehen, „damit die Geschichte auch einen Rahmen hat“, erzählt Reber. In diesem Jahr sei man aber auch basteltechnisch sehr kreativ geworden, so Reber, ohne etwas vom Motto zu verraten, „das bleibt bis 29. Dezember geheim, aber es ist sehr vielversprechend“.
Bis dann alles sitzt, muss eifrig geprobt werden, mindestens einmal die Woche, die Showgarde ab 16 Jahren probt sogar zweimal pro Woche. Tänzermangel hat die Babonia nicht zu beklagen: „Wir freuen uns über jeden, der mitmacht“, sagt Reber, „aber wir hatten tatsächlich nach Corona keine Flaute. Im Gegenteil: Wir mussten eine neue Kindergruppe aufmachen, weil wir 20 neue Kinder haben“, so Reber.
Reber selbst tanzt seit 22 Jahren für die Babonia, Die Liebe zum Tanzen hat sie von ihrer Mama, Silvia Dechant, geerbt. „Ich war eigentlich besessen“, sagt Dechant, ehemals Prinzessin und Gardemädchen beim Stadtverband Abensberg. Und weil sie damals nicht wollte, dass es gardetechnisch in der ehemaligen Faschingshochburg ganz den Bach runtergeht, gründete sie mit Unterstützung von Margit Mages die Babonia. Das ist jetzt 22 Jahre her.
Auch für Dechants Tochter wäre ohne Fasching alles nichts. „Ich tanze einfach gerne“, sagt Reber über ihre Begeisterung für die Garde, „ich war schon immer eher der Gruppensportler. Und gerade so eine Choreografie wirkt ja nur, wenn viele Tänzer daran beteiligt sind“.
Cheerleading statt Fasching
Reber tanzt aber nicht nur selbst, sie ist auch Trainerin, und zwar seit 15 Jahren. Zu sehen, wie aus Musik und Ideen dann am Ende etwas Schönes entstehe, das mache einfach Spaß, erzählt die 28-jährige Grundschullehrerin.
Im Übrigen ist nach dem Fasching vor dem Fasching. In einem Saisonabschlusstreffen nach dem Faschingsdienstag lässt die Babonia die vergangenen Monate noch einmal Revue passieren.
Aber schon vor den Osterferien findet das Probetraining statt und nach Ostern geht der Fasching für die Babonia eigentlich schon wieder mit den neuen Proben los. „Die Großen haben oft sogar schon während des Faschings wieder zum Trainieren angefangen“, so Reber. Denn schließlich ist auch im Sommer keine Pause. Da ist dann das tänzerische Geschick beim Cheerleading am Rande der Judo-Bundesligakämpfe gefragt.
Saison ist eigentlich immer:
Veranstaltungen: Inthroball am 29. Dezember in der Josef-Stanglmeier-Halle, Tanzshow am 21. Januar in der Josef-Stanglmeier-Halle; Kin-derfasching am 4. Februar im Cabrizio.
Verschiedene Gruppen: Kindermarsch klassisch, Kindershowtanzgruppe Einlage, Showtanz Kindergarten bis 3. Klasse, Kinderprinzenpaar, Tanzmariechen, Jugendeinlage, Showgarde ab 16 Jahren
Schnapszahl: Bei Faschingsgesellschaften sind die Schnapszahlen ein Grund zum Feiern. Deshalb wird das Elfjährige oder das 22-Jährige zelebriert.
Geschichte: Nachdem sich die Garde des Stadtverbands auflöste, gründeten Silvia Dechant und Margit Mages unter dem Dach des TSV die Babonia. Zuvor hatte Dechant eine andere Garde trainiert. Aber ihren Heimatort Abensberg ohne Garde zu sehen, das ging gar nicht. Neun Gardemädchen begannen in der ersten Saison als Showgarde. Dechant übernahm bald auch die Kindergarde vom TSV.
Keine Coronapause: Während Corona bot die Babonia Onlinetrainings an, hielt den Kontakt zu den Mitgliedern oder trat im Freien auf.
Saison ist immer: Die Babonia tritt das ganze Jahr über auf und kann auch für private Feiern gebucht werden.



