Sofas, Ölkanister, Altreifen: In Regensburg ist wilder Müll überall

Von Jürgen Scharf · 14. November 2023 um 10:00

Ob das Sofa, das einst dort abgeladen wurde, grün war, ist nicht überliefert. Doch selbst wenn − auch dann hätte es an der Grüngutsammelstelle der Stadt nichts verloren gehabt.

Kummer mit illegal entsorgtem Privatmüll sind die für deren Betrieb zuständigen Mitarbeiter allerdings mittlerweile fast schon gewöhnt, wie die Stadtverwaltung mitteilt: „Es gibt nichts, was die nicht schon gesehen hätten.“

45 Grüngutsammelstellen gibt es im Stadtgebiet. Im Herbst ist dort Hochbetrieb, schließlich fallen in dieser Zeit besonders viel Gartenabfälle an. Für die wäre in den Sammelstellen eigentlich auch genügend Platz. Wie die Stadt mitteilt, werden die Abladeorte aber regelmäßig mutwillig zweckentfremdet.

Mühsame Aussortierung

Von Fallobst und Kompost über Steine bis hin zu Sperrmüll würden sich regelmäßig Teile im Grünabfall finden, die von den Mitarbeitern der Abfallentsorgung mühsam aussortiert werden müssen. Der Sperr- und Sondermüll etwa, der dort schon illegal abgeladen wurde, reiche „von ganzen Sofas über Bettwaren bis hin zu Altölkanistern“.

Wilder Abfall ist in der Stadt aber grundsätzlich überall zu finden. Am Montag etwa war in der Vitusstraße in Kumpfmühl mitten am Straßenrand ein verwaister Einkaufswagen zu sehen – in dem Altreifen „entsorgt“ wurden. In der Innenstadt gibt es derweil besonders in den Sommermonaten immer wieder eine hitzige Debatte über überfüllte Mülleimer. Kritik gab es dabei teilweise auch schon an der angeblich zu geringen Frequenz der Leerungen durch die Stadt. Die Verwaltung hat die Häufigkeit der Leerungen aber stets als angemessen bezeichnet. Sollte es dennoch zu „auffälligen Müllablagerungen kommen, werden diese unverzüglich im Rahmen des nächsten Reinigungszyklus beseitigt“, heißt es.

Rattenplage am Hauptbahnhof

Immer wieder gebe es zudem Probleme bei den privaten Mülltonnen in Regensburg. Hier komme es nämlich „gelegentlich vor, dass die Besitzer daneben noch Müllsäcke stellen, weil die Tonne bereits voll ist“. Der Verwaltung zufolge werden diese Säcke von der städtischen Abfallentsorgung aber nicht geöffnet und auch nicht mitgenommen.

Zuletzt gab es auch eine Rattenplage rund um den Regensburger Hauptbahnhof, die wohl maßgeblich auf weggeworfenen Speisemüll zurückzuführen ist. Im Sommer musste die Stadt zudem Schädlingsbekämpfer in den Stadtosten schicken. Im Hohen-Kreuz-Weg war durch zum Teil mehrere Tage vor der Abholung an die Straße gestellte Müllsäcke ebenfalls eine Rattenplage provoziert worden.

Private Müllablagerungen kennen auch die Mitarbeiter des Meindl Entsorgungsservice aus Lappersdorf. Das Unternehmen sammelt die gelben Säcke im Stadtgebiet Regensburg ein und leert die Altglascontainer, die es an insgesamt 160 Standorten gibt. Geschäftsführer Richard Meindl erzählt, dass immer wieder auch Restmüllsäcke oder Sperrmüll neben den Altglascontainern abgeladen werden. Seine Mitarbeiter würden dann wiederum die Stadtverwaltung darüber informieren. „Und andersrum bekommen auch wir manchmal die Info, dass irgendwo gelbe Säcke abgestellt wurden“, erzählt Meindl.

Bei den Grüngutsammelstellen verweist die Stadt darauf, dass dieses Angebot eine freiwillige Leistung der Kommune sei. Meist würde es für den dort illegal abgeladenen Müll eigentlich auch ganz offizielle Sammelstellen geben. Größere Mengen von Grüngut ab einem Kubikmeter sowie Fallobst könnten etwa kostenlos im Kompostwerk an der Kremser Straße abgegeben werden.

Bei Verstoß droht ein Bußgeld

Kleinere Mengen Fallobst dürften derweil auch in die Biotonne. Sperrmüll könne im städtischen Recyclinghof in der Markomannenstraße entsorgt werden. Wer beim illegalen Entsorgen erwischt wird, wird mitunter auch zur Kasse geben: Widerrechtlich an Grünsammelstellen abgelagerter Müll kann als Ordnungswidrigkeit geahndet werden.

Ein weiteres Problem für den laufenden Betrieb an den Regensburger Grüngutsammelstellen stellen der Stadtverwaltung zufolge zudem Falschparker dar. Diese würden mitunter die Zufahrt für Lastwagen blockieren. Autofahrer sollten daher darauf achten, dass neben ihrem geparkten Fahrzeug noch mindestens eine Fahrbahnbreite von drei Metern gewährleistet ist.

Überfüllte Mülleimer in der Altstadt sorgen seit Jahren für Diskussionen. Foto: Wabra
In Regensburg gibt es 45 Grüngutsammelstellen. Foto: Scharf