Müll und Ratten: Sind Regensburger Straßen zu ungepflegt?

Ein Regensburger Vermieter macht der Stadt schwere Vorwürfe. Die schickt Schädlingsbekämpfer in das Hohe Kreuz im Regensburger Osten.
Thomas Schmid reicht es mit den Zuständen im Hohen-Kreuz-Weg im Osten. „Da springen die Ratten rum, das kann nicht sein“, sagt er. Müllsäcke lägen haufenweise neben der Straße, und zwar schon Tage vor der Abholung, danach vermüllten die Reste das hohe Gras am Straßenrand. Der Hohe-Kreuz-Weg sei kein Einzelfall: Überhaupt seien die Regensburger Straßen besonders ungepflegt, findet der Immobilienunternehmer. Die Stadt weist die Vorwürfe zurück – schickt allerdings zum wiederholten Mal Schädlingsbekämpfer in den Hohen-Kreuz-Weg.
Schmid findet allerdings, dass die Stadt auch in Sachen Müll und Grünpflege etwas unternehmen müsse. Zum Hohen-Kreuz-Weg schrieb er Oberbürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer: Er stelle fest, dass sich im Bereich der Bushaltestelle „Nagetiere mittlerweile ungeniert bewegen“, da aus den Säcken gefallene dreckige Lebensmittelverpackungen oft tagelang im Gras liegenblieben. Schmid monierte auch: „Die Grünpflege, insbesondere der Grasschnitt, wird ebenfalls stark vernachlässigt, so dass in Summe ein ungepflegtes Erscheinungsbild die Folge ist.“ Städtische Einfallsstraßen, für ihn die „Visitenkarte“ Regensburgs, sähen teils noch schlimmer aus.
Rattenlöcher im Hohen-Kreuz-Weg sind bekannt
Zum Hohen-Kreuz-Weg sagt Stadtsprecherin Juliane von Roenne-Styra, der Stadt seien Rattenlöcher im Grünstreifen bekannt. „Nach einer Ortsbesichtigung wurde der Rattenbefall bestätigt.“ Bereits im März seien Schädlingsbekämpfer dort aktiv gewesen, jetzt soll aber noch einmal eine Fachfirma anrücken. „Erst nach deren Begutachtung kann gegebenenfalls etwas dazu gesagt werden, warum es gerade dort Ratten gibt.“ Generell gebe es in Regensburg keine Rattenplage, die Stadt liege bei dem Thema „im Normbereich“. Was die Sauberkeit angehe, so würde der Hohe-Kreuz-Weg dreimal wöchentlich gereinigt. „Im Zuge dieser Reinigung wird der Müll, der im Straßenraum liegt, selbstverständlich mitgenommen.“ Die gelben Säcke dürften eigentlich maximal 24 Stunden vor der Abholung durch die Firma Meindl alle zwei Wochen vor die Haustür gestellt werden. „Leider – und das kann nicht nur im Hohen Kreuz beobachtet werden – werden die Säcke oftmals zu früh auf die Straße gestellt.“
Grün der Kategorie C ist „naturnah“
Das Grün an der Straße werde grundsätzlich dann gemäht, wenn verkehrsrechtliche Aspekte relevant werden, beispielsweise wenn Sichtachsen eingeschränkt sind. Generell werde es etwa dreimal im Jahr gemäht – auch im Hinblick auf ökologische Aspekte. Auch gebe es verschiedene Grünflächen-Kategorien: Das Gras am Hohen-Kreuz-Weg falle gemäß des neuen Grünflächenkonzepts in die Kategorie C, die dem Handbuch zufolge „gerade noch ausreichend gepflegt und noch verkehrssicher“ sein müssen. „Grünanlagen mit einfacher Ausstattung beziehungsweise naturnaher Gestaltung“ sind für diese Bereiche vorgesehen.
Auch Schmid hat von der Verwaltung eine ausführliche Antwort erhalten – die ihn aber nicht zufriedenstellt. Die Stadt müsse bei der „Koordination und Überwachung der erforderlichen Arbeiten“ nachbessern, „so dass sichergestellt ist, dass die bis dato festgelegten Reinigungszyklen effektiv und somit eventuell sogar ausreichend sind“, appelliert er eindringlich an die Oberbürgermeisterin.
Ratten in Regensburg
Vorkommen: Ratten leben gerne in Kanälen und im Bereich der Donau. Stadtsprecherin Juliane von Roenne-Styra erklärt dazu: „Im Sommer sieht man eher mal eine Ratte, im Winter leben sie im Untergrund.“
Bekämpfung: Das Ordnungsamt bekomme im Jahr im Schnitt 30 Anrufe, dass Ratten gesichtet worden seien. Bei Rattenlöchern auf öffentlichem Grund beauftrage die Stadt einen Schädlingsbekämpfer.