Die Feuerwehr und das Degginger: Warum es in der Wahlenstraße immer wieder Einsätze gibt

Von Jonas Raab · 13. November 2023 um 10:00

Die Brandmeldeanlage im Degginger schlägt immer wieder falschen Alarm. Allein am Sonntag vor einer Woche rückte die Berufsfeuerwehr Regensburg dreimal binnen zwei Stunden zum städtischen Kulturzentrum aus. Wo liegt das Problem?

„Feuer?“, fragt eine Passantin den Mann neben ihr. Der zuckt nur mit den Schultern. Etwas zu entspannt wirken auf ihn wohl die Feuerwehrler, die gerade in der Wahlenstraße zugange sind. Eher entnervt scheinen die Leute vom Degginger zu sein. Dort gehen die Einsatzkräfte aus und ein. Das passiert wahrlich nicht zum ersten Mal in den Räumlichkeiten des städtischen Kulturzentrums; es wird auch nicht der letzte Fehlalarm an diesem Abend bleiben. Die Brandmeldeanlage macht wohl seit geraumer Zeit gehörige Probleme.

Dreimal rückte die Feuerwehr am Sonntag vor einer Woche zum Degginger aus, um 19 Uhr zum ersten Mal. Eine knappe halbe Stunde tauchten die Einsatzfahrzeuge die Wahlenstraße in blaues Licht. Eine Menschentraube schaute dabei zu, wie die Feuerwehr den Einsatz in Ruhe abwickelte. Zehn Minuten, nachdem der Löschzug über den Neupfarrplatz von dannen gezogen war, kündigte er sich mit Martinshorn in der Goliathstraße wieder an – und bahnte sich den Weg zurück zum Degginger. Dasselbe Spiel eine halbe Stunde später noch mal.

Brandmeldeanlage im Degginger schlägt Alarm – dreimal binnen Stunden

„Wenn die Brandmeldeanlage anläuft, müssen wir wieder hinfahren“, sagt Christoph Tresch, Sprecher der Berufsfeuerwehr, am Tag nach den Einsätzen. „Das ist natürlich ärgerlich, aber wir können die Anlage nicht außer Betrieb nehmen“, erklärt er. Tresch spricht von einer „Häufung“ von Einsätzen an dem Gebäude in der Wahlenstraße. Bereits im August gab es eine Reihe von Fällen. Eine konkrete Zahl kann Tresch nicht nennen, zur genauen Ursache will er sich nicht äußern.

Schlägt eine Brandmeldeanlage Alarm, läuft laut Tresch immer dasselbe Prozedere an: Das Gebäude wird geräumt, die Feuerwehr erkundet die Räume, ergreift gegebenenfalls „weitere Maßnahmen“ und stellt die Anlage zurück.

Knapp 500 Mal ist die Regensburger Berufsfeuerwehr im vergangenen Jahr ausgerückt, weil Brandmeldeanlagen Alarm geschlagen hatten. In rund 430 Fällen handelte es sich laut Tresch um Täuschungs- oder Fehlalarme. Bei einer Täuschung löst beispielsweise Wasserdampf oder Staub den Einsatz aus. „Das ist also kein Fehlalarm, denn die Anlage hat getan, was sie tun soll“, erklärt der Sprecher. Bei einem Fehlalarm löst die Anlage ohne erkennbaren Grund aus. Das werde zwar statistisch nicht erfasst, komme aber sehr selten vor. Vergangenen Sonntag sind drei Fälle hinzugekommen.

Regensburg: Feuerwehr-Einsätze im Degginger „nicht besonders erfreulich“

„Solche Einsätze sind für einen Gastronomie- und Veranstaltungsbetrieb selbstverständlich nicht besonders erfreulich“, sagt Johannes Damjantschitsch, der die Gastronomie im Degginger als Unterpächter der Stadt Regensburg betreibt. Zu den technischen Problemen an der Brandmeldeanlagen kann er nichts sagen, zu weiteren Details will er nichts erzählen. „Alle Themen, die die technische Einrichtung des Gebäudes betreffen, sind zwischen der Stadt Regensburg als Pächterin und dem Hauseigentümer zu klären.“ Die Stadt habe ihm glaubhaft versichert, dass man „mit Nachdruck“ dahinter sei und der Eigentümer – die Liegenschaft befindet sich in Privateigentum – das Problem priorisiert angehen würde. Ähnlich äußert sich eine Sprecherin der Stadt. Man stehe im stetigen Austausch mit dem Eigentümer.

Bleibt für alle Beteiligten zu hoffen, dass das Problem an der Brandmeldeanlage schnell behoben wird. Denn egal ob Täuschungs- oder Fehlalarm: Die Feuerwehr stellt ihre Einsätze in Rechnung. Wie teuer das wird, hängt laut Tresch davon ab, wie groß das eingesetzte Aufgebot ist. Am Sonntag waren es 18 Feuerwehrler und eine Handvoll Fahrzeuge.