Immer wieder Promis auf Kartbahn: Als Schumi vor Jahren in Wackersdorf raste und kickte

Von Jan Lange · 12. November 2023 um 05:00

Vor einigen Wochen war die Weltelite der Kartfahrer in Wackersdorf (Landkreis Schwandorf) zu Gast. Dass hier Promis über die Rennstrecke flitzen, ist keine Seltenheit. Sogar den siebenfachen Formel1-Weltmeister Michael Schumacher konnte Kartbahn-Betreiber Stephan Fritsch mehrere Male begrüßen.

In Wackersdorf nahm Schumacher 2009 am Goldpokal, einem nationalen Kart-Rennen, teil. Er war seinerzeit Berater bei Ferrari und genoss als siebenfacher Formel1-Champion unglaubliche Popularität. „Sein Besuch bei uns und die Teilnahme am Rennen lief deshalb inkognito“, erinnert sich Fritsch. Der Kartbahn-Betreiber erfuhr selbst erst einen Tag zuvor, dass Schumacher kommen würde. „Wäre es früher bekannt gewesen, wäre es eskaliert“, glaubt Fritsch mit Blick auf Schumachers große Fanschar.

Besuch hat sich schnell herumgesprochen

Trotz der Geheimhaltung sprach sich Schumachers Aufenthalt sehr schnell herum und sorgte schließlich doch für enormen Andrang auf den Zuschauerrängen. Zu sehen bekamen seine Fans ein durchaus spannendes Rennen, das der Formel1-Weltmeister als Drittplatzierter beendete.

Schumi kam weitere Male nach Wackersdorf – auch weil sein Sohn Mick hier an Kart-Rennen teilnahm, so unter anderem an der Deutschen Meisterschaft. „Einmal war er zehn Tage am Stück mit dem Campingwagen da“, erinnert sich Fritsch. Es habe ihm immer gut gefallen, weiß der Kartbahn-Betreiber.

Der 55-Jährige lernte den Formel1-Champion als „richtig feinen Kerl“ und „bodenständig“ kennen. Sie hätten zusammen ein Bier getrunken und über alles reden können. Sogar das Du habe man sich angeboten, erzählt der Kartbahn-Chef. Auch wenn Schumi kumpelhaft war, zu viel Privates habe er nicht verraten. Ein Erlebnis wird Stephan Fritsch nicht vergessen: Bei einem seiner Besuche habe Schumi Fußball spielen wollen. Der Kartbahn-Chef rief kurzerhand seinen Heimatverein in Altenschwand an, die innerhalb kürzester Zeit das Spielfeld vorbereiteten. Ein paar Kicker aus dem Altenschwander Verein traten gegen Schumi und seine Freunde an. „Er konnte auch gut kicken“, meint Fritsch. Ob er gewonnen habe, daran kann sich der 55-Jährige nicht mehr erinnern.

Als Michael Schumacher am 29. Dezember 2013 beim Skifahren im französischen Méribel stürzte und mit dem Kopf gegen einen Felsen prallte, wobei er ein Schädel-Hirn-Trauma erlitt, war auch Stephan Fritsch schockiert. „Da betreibt er sein ganzes Leben einen gefährlichen Sport, geht dann zum Skifahren und da passiert so was“, meint er.

Mick Schumacher, der ebenfalls Rennfahrer ist und in den Jahren 2021 und 2022 in der Formel 1 startete, kam nach dem Unfall seines berühmten Vater noch weiter nach Wackersdorf.

Auch andere prominente Gäste in Wackersdorf

Aber nicht nur die Schumachers haben sich auf der Gästeliste der Wackersdorfer Kartbahn verewigt. „Es waren so ziemlich alle Formel 1-Fahrer da“, sagt Fritsch. Die Namen, die er beispielhaft aufzählt, klingen wie das Who-is-Who der Formel 1-Szene: Max Verstappen, der heuer seinen dritten Titel gewann, Sebastian Vettel, der 2010 als jüngster Fahrer den WM-Titel holte und in der Folge drei weitere Male Champion wurde, Nyck de Vries, der 2022 beim Großen Preis von Italien sein Formel1-Debüt gab, Juan Pablo Montoya, der von 2011 bis 2006 in der Formel1 fuhr, oder Mika Häkkinen, der neben Schumi der erfolgreichste Pilot der späten 1990er Jahre war.

Vettel sei, ebenso wie Schumi, mehrere Male nach Wackersdorf gekommen – allerdings lange vor seiner großen Formel1-Karriere. „Als Weltmeister ist er nicht mehr da gewesen“, so der Kartbahn-Chef. Dass Vettel später mal vierfacher Weltmeister wird, habe er bei seinen damaligen Besuchen nicht erahnen können, meint Fritsch.

Anders sei es bei Max Verstappen gewesen, als der vor etwa zehn Jahren die Wackersdorfer Kartbahn besuchte. In ihm hatte Fritsch sofort ein absolutes Ausnahmetalent gesehen. Der gebürtige Belgier war seinerzeit Kart-Europameister und holte 2013 auch den WM-Titel im Kartfahren. Seit 2015 fährt er in der Formel 1. Auch beim Rennen in Wackersdorf habe er laut Fritsch das Fahrerfeld dominiert. Für Verstappen war es damals nicht der erste Aufenthalt auf der hiesigen Kartbahn – bereits als Junior sei er hier gewesen, berichtet der 55-Jährige.

Ein Erinnerungsfoto von Verstappens Besuch – so wie bei Schumi – hat der Kartbahn-Betreiber nicht. Dafür sei der heute 26-Jährige damals noch zu unbekannt gewesen. Ein bisschen bedauert er das schon, denn als Formel 1-Champion sei Verstappen auch nicht mehr da gewesen.

Die Rennfahrer haben ihre Kinder begleitet

Über diese Promidichte wundert sich Stephan Fritsch nicht wirklich: Die allermeisten Formel 1-Fahrer würden aus dem Kartsport kommen und aus dem Grund auch später gerne mal auf Kartbahnen fahren.

Ähnlich wie bei Michael und Mick Schumacher haben Rennfahrer wie Montoya oder Häkkinen ihre Söhne oder Töchter zu Kartrennen begleitet. Meistens meldeten sich die Formel1-Legenden vorher nicht an, sondern erschienen überraschend bei den Wettkämpfen.