Diskussion über neue Eintrittspreise in Berching: Wird das Baden im Berle teurer?

Aktuell zahlen Erwachsene im Berle-Bad für 90 Minuten vier Euro. Weil die Stadt das jährliche Defizit minimieren will, schlägt der Kämmerer vor, dass Erwachsene in Berching künftig für eineinhalb Stunden genauso viel zahlen sollen wie im Schlossbad Neumarkt.
„Das wäre Wahnsinn“, sagt DFB-Stadtrat Werner Stork. Das Berle könne man nicht mit dem Schlossbad vergleichen. Dementsprechend könne es auch nicht sein, dass man in Berching als Erwachsener für 90 Minuten im Bad das gleiche wie in Neumarkt zahle.
Generell sei nichts einzuwenden, im Rahmen der Inflation die Preise anzupassen, meint Stork. „Aber den Preis des 1,5 Stunden-Tarifs um 25 Prozent zu erhöhen, ist ein zu deutlicher Sprung“, findet Stork. Statt vier Euro sollen Erwachsene nach Ansicht des Kämmerers für 90 Minuten künftig fünf Euro zahlen. „Und das, nachdem wir während Corona schon einmal die Preise erhöht haben“, betont Stork.
Berle-Bad in Berching: Erwachsene sollen fünf Euro für 90 Minuten zahlen
Stork hat sich wie andere Stadträte mit den von der Verwaltung vorgeschlagenen Erhöhungen auseinandergesetzt. Den Aussagen von mehreren Stadträten zufolge soll die geplante Preissteigerung wie folgt aussehen:
Der 1,5 Stunden-Tarif soll für Erwachsene von vier auf fünf Euro und bei Jugendlichen von 2,50 Euro auf drei Euro ansteigen. Für 2,5 Stunden und vier Stunden will die Verwaltung um jeweils einen Euro erhöhen. Erwachsene würden demnach 6,50 Euro (statt 5,50 Euro) für 2,5 Stunden zahlen und 7,50 Euro (statt 6,50 Euro) für vier Stunden beziehungsweise Jugendliche 4,50 Euro (statt 3,50 Euro) und 5,50 Euro (statt 4,50 Euro). Die Tages- und Dauerkarten sollen von der Erhöhung unberührt bleiben (Erwachsene neun Euro/Tag, Jugendliche sechs Euro/Tag).
Die Sprecher der CSU, FW und SPD empfinden die geplanten Anpassungen als moderat. „Es geht um 50 Cent beziehungsweise einen Euro – und nicht um fünf Euro“, sagt SPD-Sprecher Stephan Zeller. Da könne man als SPD mitgehen, um die explodierenden Kosten (Energie und Personal) abzufedern. Zeller betont aber auch, dass es nicht Schule machen solle, dass nun alles erhöht werde. Das Berle solle ein Familienbad bleiben.
„Es ist natürlich schade, dass die Bürger die Leidtragenden sind“, sagt Lothar Bierschneider (FW). Die steigenden Personal- und Energiekosten machen eine Erhöhung laut Bierschneider aber unumgänglich. Deshalb werden die Freien Wähler diese auch mittragen, kündigt Bierschneider an, der aber wie Stork dafür plädiert, die Erneuerbaren Energien zu forcieren, um die Badkosten nachhaltig zu senken.
Andreas Höffler von der CSU gehe von einer moderaten Erhöhung aus. Ob diese dann in der vom Kämmerer vorgeschlagenen Höhe ausfalle, werde der Ausschuss beraten.
Am Dienstag ab 18 Uhr treffen sich die Mitglieder des Haupt- und Finanzausschusses im großen Sitzungsaal des Rathauses zu einer öffentlichen Sitzung. Auf der Tagesordnung steht dabei auch die Änderung der Badgebührensatzung mit der geplanten Erhöhung der Eintrittspreise.
Eintrittspreise im Berle-Bad: Der Stadtrat entscheidet
Der Ausschuss wird das Thema laut Kämmerer Christian Rogoza lediglich vorberaten und eine Handlungsempfehlung an den gesamten Stadtrat abgeben. Über eine Änderung der Gebühren stimme letztlich der Stadtrat ab.
Die geplanten Preise wollte der Kämmerer vorab nicht öffentlich kommentieren. Er sagte nur, dass die Erhöhung in einem vernünftigen Rahmen bleibe. Der Grund ist klar: „Uns laufen die Kosten davon“, sagt Rogoza und spricht dabei vor allem von der Energie und dem Personal.