26-Jährige erfüllt sich einen Traum und baut eine Staudengärtnerei in Wallnsdorf

Von Bernhard Neumayer · 2. November 2023 um 18:00

Wo gerade noch das Holz für die neue Halle lagert, sollen unter anderem Hobbygärtner künftig Minze, Schnittlauch, Pfingstrosen, Zwiebelpflanzen, Schwertlilien und viele weitere Staudenkulturen kaufen können. Gründerin Sara Schneider skizziert den Zeitplan ihrer geplanten Staudengärtnerei in Wallnsdorf.

Sara Schneider verwirklicht sich damit einen Traum und wagt als 26-Jährige den Schritt in die Selbstständigkeit. Unterstützt wird sie dabei von ihrem Mann Martin. „Es ist ein Privileg, dass ich auf dieser Fläche die Möglichkeit habe, mich selbstständig zu machen“, sagt Sara Schneider über das Areal am Ortsrand von Wallnsdorf, am Ende der Straße L. Der 26-Jährigen gehört das Grundstück sowie der angrenzende Acker. „Sonst wäre das nicht möglich gewesen“, ist sich das junge Paar einig.

Sara Schneiders Mutter stammt aus Wallnsdorf, ihr Opa hielt am Hof früher Schweine und Kühe. Diese leben im Berchinger Ortsteil zwar nicht mehr. Der landwirtschaftliche Familienbetrieb besteht aber weiterhin. Sara Schneider kümmert sich heute im Nebenerwerb um die landwirtschaftlichen Flächen.

Sara Schneider eröffnet Staudengärtnerei in Wallnsdorf

Die Idee, in Wallnsdorf eine eigene Staudengärtnerei zu eröffnen, kam über Umwege zustande. Ursprünglich studierte Sara Schneider nach der Schule Journalismus. Nach dem Bachelor-Abschluss änderte sie den Kurs und absolvierte Praktika bei Landschaftsgärtnern. „Dort haben sie gesagt, dass Staudengärtnerin noch besser zu mir passt“, erinnert sich Sara Schneider.

Bei einem Praktikum in einer Staudengärtnerei merkte sie, dass der Job der richtige für sie ist. Und so absolvierte sie eine Ausbildung zur Staudengärtnerin im Landkreis Fürth. Heute arbeitet Schneider 40 Stunden die Woche in einer Gärtnerei in Hilpoltstein, ab Februar möchte sie dort ihre Stunden reduzieren, um später mit der Staudengärtnerei zu beginnen. Diese startet Schneider vorerst im Nebenerwerb. Später könne sie sich vorstellen, in Vollzeit anzugreifen, sofern das Angebot gut angenommen werde.

Ihr Mann Martin hilft ihr als Betriebswirt natürlich dabei. Der gebürtige Beilngrieser ist allerdings auch als Obstbaumeister im eigenen Familienbetrieb Beerenland mitgefordert. Später soll er diesen von seinem Vater übernehmen, sagt der 27-Jährige. Das Beerenland bietet auf mehreren Feldern im Frankenland Beeren zum Selberpflücken an. Auch ein Maislabyrinth und ein Café in Wolkersdorf (Schwabach) gehören zum Familienunternehmen.

Wallnsdorf wird künftig der Rückzugsort von Sara und Martin Schneider. Gemeinsam errichten sie dort gerade ihr neues Zuhause. Direkt neben dem Wohnhaus entsteht auf der Baustelle derzeit auch die Halle für die Gärtnerei.

Die Bodenplatte dafür ist mittlerweile betoniert. Zudem ragen bereits drei Betonpfeiler in die Höhe. Ansonsten soll in der Halle später einmal Holz aus dem eigenen Wald dominieren.

Mehrere Hundert Kulturen in der Staudengärtnerei Wallnsdorf

Im großen Arbeitsraum der Halle will Schneider später topfen und Pflanzen vermehren. Zudem sind eine Werkstatt, ein Unterstellplatz für Geräte und ein Verkaufsraum vorgesehen. Auch die Hackschnitzelheizung und das Substrat-Lager finden in der Halle Platz.

Das Herz der neuen Staudengärtnerei soll später das rund 3000 Quadratmeter große Topfquartier werden. Dort werden die Stauden unter freiem Himmel aneinandergereiht, gedüngt und gewässert, bis sie groß genug sind, verkauft zu werden.

„Irgendwann stelle ich mir 90000Töpfe und 2000 bis 3000 verschiedene Kulturen vor“, blickt Sara Schneider in die Zukunft. Starten werde sie aber eine Nummer kleiner, mit 500 bis 900 Kulturen. Grundsätzlich wolle sie aber verschiedene Kulturen abdecken und für alle Gärten etwas anbieten. „Denn die Vielfältigkeit ist das Schöne an der Staudengärtnerei“, findet Schneider, die mit ihrem eigenen Laden eine Lücke abdecken will. „Bei uns in der Heimat gibt es keine Staudengärtnerei“, sagt Sara Schneider. Und weil sie und ihr Mann heimatverbunden seien, habe sich es angeboten, die Staudengärtnerei in Wallnsdorf zu errichten.

Landschaftsgärtner und Privatkunden will sie mit ihren mehrjährigen Pflanzen ansprechen, die das ganze Jahr über draußen bleiben können.

Schneiders Wunsch: Eröffnung noch im Jahr 2024

Bis die ersten Kunden in Wallnsdorf Stauden kaufen können, dauert es aber noch. Kundenakquise, Werbung, Internetauftritt und allen voran der Bau der Halle stehen zuerst an. Schneiders Wunsch ist es, im Sommer/Herbst 2024 mit der Staudengärtnerei zu starten. Es könne aber auch sein, dass der Verkauf der Pflanzen erst im Frühjahr 2025 anläuft.