Weichen gestellt: Stadtrat in Abensberg beschließt ISEK für Offenstetten

Diskussion im Rat: Das Integrierte Stadtentwicklungskonzept für Offenstetten warf viele Fragen auf.
In den nächsten zehn bis 15 Jahren könnte sich in Offenstetten einiges ändern bei der regionalen Versorgung, der sozialen Infrastruktur oder im Ortsbild. Die Weichen dazu müssen aber jetzt gestellt werden. Im Rahmen des Inklusiven Integrierten Stadtentwicklungskonzepts waren bereits erste Themen identifiziert worden, die die Bürger bewegen. Jetzt geht es darum, Förderungen zu beantragen. Der Stadtrat leitete das in der vergangenen Sitzung auf den Weg. Zuvor aber gab es einige Diskussionen.
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In mehreren Workshops und Befragungen waren die Bürger des Ortes zu Wort gekommen. Offenstetten soll sich zu einem inklusiven Standort entwickeln und eventuell auch für andere Kommunen richtungsweisend sein. Verschiedene Themenfelder waren durchleuchtet worden, zudem wurde analysiert, wo man in Sachen Inklusion jetzt steht. Auch Kinder waren befragt worden, durften ihre Lieblingsorte oder auch schwierige Stellen im Ort benennen, die Einwohner konnten Vorschläge machen, wie man ihre Heimat attraktiver gestalten könne.
Visionäre Ideen für Offenstetten
Im inklusiven ISEK wurden schon erste Maßnahmen zur Entwicklung und Gestaltung von Offenstetten erarbeitet, unter anderem sollte der Sommerkeller reaktiviert werden, die Verkehrssicherheit verbessert oder im Ort selbst nahverdichtet werden, um neue Wohnformen und Wohnkonzepte zu etablieren – alles Veränderungen, gegen die niemand etwas haben dürfte. Die Diskussion im Stadtrat drehte sich um konzeptionelle Fragen und um die Umsetzung.
Harald Hillebrand (FW) wollte wissen, mit welcher Höhe man bei den Investitionsmaßnahmen rechnen müsse. Bürgermeister Bernhard Resch erwiderte, dass man das noch nicht benennen könne. „Wir wollen ja erst einmal nur einen Startschuss setzen, um an die Fördertöpfe heranzukommen“, sagte er. Die wichtigsten Maßnahmen in den nächsten Jahren wären die Schaffung eines Dorfmittelpunktes und die Gestaltung der Hofmark, nach Jahren der Visualisierung solle man nun auch konkrete Maßnahmen entwickeln, so Resch.
Sebastian Kneitinger (CSU) warf ein, er sei im Konzept, das den Räten vorliegt, über viele Dinge gestolpert, zum Beispiel einen Aussichtsturm. Er wollte wissen, inwieweit das Konzept bindend sei. Resch antwortete, er halte das Konzept als solches nicht bindend, „nur weil da der Turm drinnen ist, müssen wir den noch lange nicht bauen“. Jede einzelne Maßnahme müsse man ja dann ohnehin im Stadtrat beschließen.
Bastian Bohn (CSU) meinte, er halte es umso wichtiger, jetzt ein solides und ernst gemeintes Konzept zu beschließen. Das vorliegende Konzept enthalte aber viele Punkte, die keiner ernsthaft wolle. Er plädierte dafür, sich noch einmal in einer Arbeitssitzung zu beraten und erst dann ein Konzept zu beschließen, das „Hand und Fuß“ habe. Resch konterte, dass so ein Konzept freilich auch Visionäres beinhalte, dass nicht alle Punkte umsetzbar seien.
Das Konzept ermögliche es lediglich, an eine entsprechende Förderkulisse zu kommen, „der Dorfplatz ist ja lange noch nicht gebaut“. Bohn vermisste im Konzept zudem einen Lösungsansatz zur vielbefahrenen Durchgangsstraße, zur Kreittmayrstraße. Resch entgegnete. dass sie als Staatsstraße nicht Gegenstand des Konzepts sei. Richard Zieglmeier (Bündnis 90/Die Grünen) meinte, es werde ja nur ein Rahmen gesetzt, aber es gehe ja jetzt noch nicht genau um das, was konkret passiert. Nun müsse etwas auf den Weg gebracht werden. „Wir sprechen ja von einem Beschluss, nicht von einem Blankscheck“. Fritz Zeilbeck (LWO) schloss sich Zieglmeiers Meinung an. Hillebrand mahnte, bei Förderungen schnell zuzugreifen, „das ist kein Bauentwurf, das ist ein Entwicklungskonzept. Ich glaube schon, dass es wichtig ist, die Förderung bald zu beantragen“.
Nicht alle überzeugt
Bohn wiederum überzeugte das nicht, er beantragte formell, das Thema zu vertagen. Sechs Stadträte stimmten für die Verschiebung des Themas, 13 dagegen. Mit sechs Gegenstimmen wurde schließlich auch das Inklusive Integrierte Stadtentwicklungskonzept beschlossen.
Mit dem ISEK will man Offenstetten für die Zukunft rüsten:
Definition: Ein Integriertes Städtebauliches Entwicklungskonzept bezieht sich auf ein konkretes Gebiet und stimmt teilräumliche Planungen mit den übergeordneten räumlichen Ebenen (Gesamtstadt, Region) ab.
Es begründet Anpassungserfordernisse und beschreibt Ziele und Handlungsschwerpunkte.
Orientierung: Ein ISEK ist ein Orientierungsrahmen. In Offenstetten soll es das Thema Inklusion bei zukünftigen Planungen verstärkt in den Vordergrund rücken und auch Herausforderungen wie der demographischen Entwicklung hin zur Überalterung begegnen. Das Leitbild konzentriert sich auf die Entwicklung der nächsten zehn bis 15 Jahre, wird regelmäßig auf seine Gültigkeit überprüft und bei Bedarf angepasst (Quelle: www.stmb.bayern.de).
Voraussetzung: Die Bevölkerung muss eingebunden sein.