So heizen Sie effizient und nachhaltig: Neumarkter Experten geben Tipps

Von David Santl · 5. November 2023 um 11:00

Je stärker die Außentemperaturen sinken, desto mehr steigt die Lust auf gemütliche Abende in den eigenen vier Wänden. Dazu gehört natürlich eine wohlig-warme Raumtemperatur. Schnell kommt man in Versuchung, die Heizung ordentlich aufzudrehen. Das kann teuer werden. Aber muss das wirklich sein? Wir haben Neumarkter Experten gefragt, wie effizientes Heizen ohne großen Energieverbrauch funktioniert.

Wie bringt ein Heizkörper die effektivste Leistung?

Eine einfache Möglichkeit, den Heizkörper an der Wand so effizient wie möglich zu machen, sieht die Klimaschutzmanagerin des Landkreises, Kathrin Kimmich, in Reflektor-Folien aus dem Baumarkt. Diese können hinter der Heizung an die Wand geklebt werden und reflektieren die Wärme in den Raum hinein. „Aufwand und Kosten sind gering“, sagt sie.

Außerdem sollten keine Möbel vor dem Heizkörper stehen, da diese den Heizkörper bei der Wärmeabgabe behindern, ergänzt Marco Mayer, der stellvertretende Obermeister der Innung für Spengler, Sanitär- und Heizungstechnik. Er rät zudem, den Heizkörper sauber zu halten. „Eine große Staubschicht verhindert eine gute Luftströmung.“ Bei Fußbodenheizungen hänge die Effizienz von der Art des Kessels und dem Alter des Hauses ab. „Das ist immer relativ aufs Bauwerk zu betrachten.“

Welche Vorteile haben intelligente Thermostate?

Der stellvertretende Innungs-Obermeister Marco Mayer betont, dass die Smarthone-Technik bereits weit fortgeschritten sei. Per App können Räume bereits vor dem Nachhausekommen geheizt werden und selbstlernende Regler prägen sich inzwischen die Zeiten ein, zu denen der Hausbesitzer normalerweise heimkommt.

Gerade bei fossiler Technik gibt es hier aus Mayers Sicht viel Einsparpotenzial. Die Umsetzung der technischen Möglichkeiten stocke allerdings. „Denn gerade ältere Hausbesitzer gehen nach wie vor lieber den klassischen Weg.“

Wie kann ich die Dämmung in der Wohnung verbessern?

Vor allem in Mietshäusern ist es für Privatpersonen nicht einfach, die Dämmung zu optimieren. „Schließlich gibt es hier oft Etagenheizungen“, sagt Marco Mayer, der die gleichnamige Firma in Pavelsbach leitet.

Das sieht Klimaschutzmanagerin Kathrin Kimmich ähnlich. Falls durch die Eingangstür Wärme entweicht, gebe es hier aber Möglichkeiten zur Abdichtung.

Darf ich in Mietwohnungen Dämmungen anbringen?

Wer in seiner Mietwohnung die Dämmung und Isolierung optimieren will, sollte unbedingt Rücksprache mit dem Vermieter oder der Eigentümergemeinschaft halten, empfiehlt Willi Kirsch, Geschäftsführer von „Kirsch & Haubner Immobilien.“ Denn viele Dinge betreffen die komplette Wohnanlage und können deshalb nur gemeinschaftlich beschlossen werden.

„Ansonsten sollte jeder an sich selbst arbeiten und gängige Tipps beim Lüften und Heizen befolgen“, sagt Geschäftsführer Willi Kirsch.

Was sind im Haus die größten Energiefallen?

Kathrin Kimmich, Klimaschutzmanagerin des Landkreises, sieht eine große Kostenfalle in menschlicher Bequemlichkeit. „Manche lassen die Heizung die ganze Zeit laufen und schalten sie nicht aus. Das geht ins Geld“, sagt sie.

Auch beim Thema Wohlfühltemperatur kann es aus Kimmichs Sicht unnötig teuer werden. Schließlich würde jedes Grad gut sieben Prozent Heizleistung ausmachen. Auf ein bis zwei Grad Wärme könne allerdings jeder verzichten. „Wenn wir zum Beispiel einen Pullover statt ein T-Shirt tragen, gleicht sich das gut aus und niemand wird frieren. Das Empfinden ändert sich dann nicht“, sagt sie.

Wann sollte ich die Heizung aufdrehen?

Statt die Heizung den ganzen Tag laufen zu lassen, rät Kathrin Kimmich, erst am Abend zu heizen. „Dann ist es zunächst etwas kühl, aber es wird schnell warm.“ Dieses Vorgehen mache sich bei den Kosten positiv bemerkbar. Im Übrigen bringt es nichts, das Thermostat auf die höchste Stufe zu stellen. „So wird es nicht schneller warm.“

Außerdem empfiehlt Kimmich, die Räume unterschiedlich zu heizen. „Das Schlafzimmer oder die Küche müssen nicht so warm sein wie Aufenthaltsräume“, findet sie. Auch während des Lüftens sollte die Heizung auf jeden Fall ausgeschaltet werden. Hier seien fünf bis zehn Minuten Stoßlüften optimal.