Das ist aus den Einsparplänen der Stadt Neumarkt geworden – Vieles passiert erst jetzt

Es ist etwas mehr als ein Jahr her, da beschloss der Stadtrat in Neumarkt im Zuge drohender Energieknappheit im Winter teils drastische Einsparmaßnahmen. Straßenbeleuchtung aus, Temperaturen in öffentlichen Gebäuden runter, keine Eislaufbahn auf dem Volksfestplatz. Doch was ist aus den längerfristigen Maßnahmen geworden?
Beleuchtung flächendeckend auf LED umstellen
Wie es in der Pressestelle der Stadt Neumarkt heißt, würden die Schulen Zug um Zug auf LED umgerüstet. Jeweils ausgehend von den Klassenzimmern solle die Umrüstung nächstes Jahr verstärkt in Angriff genommen werden. Darüber hinaus würden schon jetzt bei Defekten bestehende Leuchtmittel durch LED-Lampen ersetzt.
Doch nicht nur in Schulen soll die LED-Beleuchtung in Zukunft vorherrschend sein. Wie Stadtsprecher Franz Janka weiter schreibt, sei zum Beispiel die Beleuchtung in der Tiefgarage in der Bräugasse mittlerweile auf LED umgestellt. Das sei im Zuge der Sanierung passiert. Auch im Rahmen der gerade laufenden Erweiterung und Sanierung der Tiefgarage Residenzplatz sei die LED-Umrüstung bereits enthalten.
Ebenso für nächstes Jahr vorgesehen sei der Austausch der Leuchtkörper in den Sälen der Residenz, im Reitstadel und in den Gebäuden der Stadtverwaltung. Dazu sollen entsprechende Mittel im Haushalt fürs nächste Jahr aufgenommen werden, schreibt Janka weiter. Neubauten wie die Kindertagesstätte im Stadtteil Wolfstein, die Feuerwache oder die Hochschulbau seien ohnehin von Anfang an auf sparsamen Energieeinsatz ausgerichtet. Dort werde außerdem aus PV-Anlagen auf oder an den Gebäuden gewonnener Strom direkt genutzt.
Durch eine Umstellung der Beleuchtung städtischer Gebäude auf LED hatte die Stadtverwaltung ein Einsparpotenzial von rund 200000 Kilowattstunden und damit rund 65000 Euro pro Jahr errechnet.
Heizungstechnik: Neue Anlagen für Grundschulen
Ebenso auf der Liste der mittelfristig umsetzbaren Einsparmaßnahmen stand der Austausch diverser Thermostatventile in städtischen Gebäuden, vor allem Grundschulen. Dazu schreibt der Stadtsprecher, dass die Ventile in der Grundschule Woffenbach und der Grundschule Holzheim bereits getauscht worden seien. In der Grundschule Holzheim werde die Heizung ganz ausgetauscht, die Maßnahme sei in der Vorplanung. Jedoch erhalte die Stadtverwaltung derzeit wegen Lieferschwierigkeiten der Hersteller keine Angebote.
Für den Heizungstausch in der Grundschule Woffenbach gelte zunächst einmal das Gleiche. Allerdings solle hier ohnehin abgewartet werden, wie es im Hinblick auf die Grundschule Woffenbach generell weitergeht. Wie der neue Sprecher der Stadt Neumarkt, Christian Wild, auf Anfrage erklärte, sei mittlerweile eine Machbarkeitsstudie zur Sanierung der Grundschule Woffenbach in Auftrag gegeben, die in einer der nächsten Stadtratssitzungen – womöglich schon Ende November – vorgestellt werden soll.
Bei der Grundschule Hasenheide werde der Austausch der Thermostatventile gerade vorbereitet, die Thermostatköpfe seien bereits geliefert. Ebenfalls vorbereitet sei der Austausch der Thermostatventile im Turnerheim.
Straßenbeleuchtung: Bald Beschluss im Stadtrat
Eine der umstrittensten Maßnahmen der Stadt Neumarkt während der Energiekrise war die Abschaltung der Straßenbeleuchtung während der Nachtstunden gewesen. Und das nicht nur wegen großer Sicherheitsbedenken von Bürgern, sondern auch wegen des großen zeitlichen und finanziellen Aufwands, der damit verbunden war. Stadtwerke-Direktor Dominique Kinzkofer hatte damals erklärt, dass es bei der Straßenbeleuchtung nur ein „ganz oder gar nicht“ geben könne. Ein Dimmen der Beleuchtung oder eine teilweise Abschaltung sei damals nicht möglich gewesen.
Heute heißt es zur Straßenbeleuchtung aus der Stadtverwaltung, dass die Mehrheit der 5850 Leuchtmasten im Stadtgebiet bereits mit LED oder anderen energiesparenden Lampen betrieben werde. Auf den Masten befänden sich rund 7550 Leuchtmittel, davon seien rund 4250 entsprechend umgerüstet. Die restlichen Leuchten sollen in einem Gesamtprojekt ausgetauscht werden, das in einer der kommenden Sitzungen dem Stadtrat vorgestellt werden soll, wie Janka bekannt gibt. Auch ein entsprechender Förderantrag dafür solle gestellt werden.
Sobald die Leuchten umgestellt seien, werde es möglich, sie zu dimmen – sie bei Bedarf also etwas abzudunkeln und damit Energie einzusparen. Darüber hinaus würden einzelne Bereiche zudem mit einer Sensorik ausgestattet, die auf Bewegungen reagiert und die Beleuchtungsstärke entsprechend regelt.
Eislaufbahn: Sie öffnet am 1.Dezember
Für lange Gesichter hatte bei Wintersportfans der Beschluss des Stadtrats gesorgt, dass die Eislaufbahn im Jahr 2022 einen weiteren Winter geschlossen bleiben würde. Doch das Einsparpotenzial war riesig gewesen. Rund 375000 Kilowattstunden und damit rund 120000 Euro hatten sich mit dem Verzicht auf die Eislauffläche einsparen lassen.
Dementsprechend groß war die Freunde, als vergangene Woche OB Thomas Thumann in den sozialen Medien bekanntgab, dass die Eislaufbahn in diesem Winter wieder offen sein werde (wir berichteten). Derzeit läuft der Aufbau der mobilen Eisfläche auf dem Volksfestplatz, ab dem 1.Dezember beginnt der Eislaufspaß.