Krones hat einen Lauf: Gegen den Trend wächst der Maschinenbauer aus Neutraubling

Der Vorstand des Weltmarktführers aus Neutraubling verkündet erneut Rekordzahlen: Mit einem Umsatz-Plus von 14,5 Prozent in den ersten neun Monaten können sich die Mitarbeiter auf die Schultern klopfen. Auch in den Krisen und Kriegen dieser Welt behauptet sich Krones – dabei gerät das Thema Klimakrise aber nicht ins Hintertreffen.
Krones hat einen Lauf, der gegen den Trend ist: Während sich die Konjunkturerwartungen weltweit weiter eintrüben, Krieg und Krisen die Aussichten verdüstern und nach wie vor Mangelwirtschaft bei Elektroteilen herrscht, verkünden Vorstandsvorsitzender Christoph Klenk und Finanzchefin Uta Anders schon wieder Rekordzahlen. In den ersten drei Quartalen des Jahres stieg der Umsatz des Abfüllanlagen-Bauers um satte 14,5 Prozent auf 3,485 Milliarden Euro. Damit liegt Krones auch auf Spur dessen, was der Vorstand als Ziel ausgegeben hat: Für das Gesamtjahr erwartet der Neutraublinger Weltmarktführer ein Umsatz-Plus zwischen elf und 13 Prozent.
Den Erfolgszahlen liegt ein Kraftakt zugrunde, an erster Stelle und vor allem der Krones-Mitarbeiter: „Wir hatten große Themen abzuarbeiten, weil wir eine schlechte Versorgung mit Elektrokomponenten hatten“, sagt Vorstandsvorsitzender Christoph Klenk im Gespräch mit der Mediengruppe Bayern. „Mittlerweile läuft der Betrieb aber sehr viel ruhiger.“ Finanzvorstand Uta Anders macht deutlich: „Wir sind sehr solide aufgestellt, sowohl was die derzeitige Situation, als auch den Ausblick angeht.“
Der Auftragsbestand für Anlagen und Projekte reicht schon weit bis ins Jahr 2025. Die Weichen wurden insofern gestellt, als auf der einen Seite die Automatisierung in den Krones-Werken bei der Produktion voranschreitet, zum anderen aber auch beim Thema Materialverfügbarkeit Sicherheit für Krones hergestellt wurde. Vorstandsvorsitzender Klenk macht klar: „Wie alle anderen deutschen Maschinenbauer, so sind auch in unseren Produkten Halbleiter beinhaltet, die eben vorwiegend in China und Taiwan produziert werden.“ Und genau dort zeichnet sich derzeit und schon seit längerem ein geopolitischer Konflikt ab, der die Weltwirtschaft in Bedrängnis bringen könnte.
Kompetenz trotz Konflikten
Konflikte gibt es auf der Welt im Moment sehr viele – der Krieg ist mit dem Überfall auf die Ukraine an die Grenzen der EU gerückt. Und auch der im Nahen Osten macht deutlich, in welcher schwierigen geopolitischen Lage sich viele Teile der Welt gerade befinden. „Wir machen Geschäfte in über 150 Ländern, und sie funktionieren in all diesen Regionen gut, weil wir es gewohnt sind, auch in schwierigen Regionen zu agieren“, sagt Klenk. Das sei die Stärke von Krones, dass man einerseits die Entwicklung von Produkten weiter forciere, andererseits aber durch den Service beim Kunden vor Ort punkten kann. „Deshalb sind es auch die Mitarbeiter, denen wir es verdanken, dass es so gut läuft“, macht Klenk deutlich.
Die vollen Auftragsbücher führen natürlich auch zu einer Arbeitsauslastung der Mitarbeiter, die das Rückgrat des Erfolges sind. Das Management stellt die Weichen, doch die Wertschöpfung geschieht an den Werkbänken und in den Büros. Personal als Kapital: Bei Krones setzt man auf diese elementare Ressource, die so wichtig ist wie die Lieferung von Halbleitern. 1000 Mitarbeiter international hat man in den letzten Monaten eingestellt. Über 300 davon in Deutschland.
„Wir haben die Zahl unserer Auszubildenden aufgestockt und bilden damit noch mehr aus, gleichzeitig haben wir auch Zeitarbeiter in die feste Belegschaft übernommen“, schildert der Vorstandsvorsitzende. Das Engagement der Mitarbeiter, die Atmosphäre, aber auch das Können der Entwickler: „Das ist ganz entscheidend“, sagte Klenk.
Angesichts der Konflikte auf der Welt und der durchaus ruckeligen innenpolitischen Situation in Deutschland stellen sich viele die Frage, ob das Thema Energiewende und Klimakrise überhaupt noch auf der Agenda von Unternehmen wie Krones vorkommt. Der Vorstandsvorsitzende sagt dazu sofort: „Absolut!“ Krones habe derzeit eigentlich keinen Kunden, bei dem das Thema Nachhaltigkeit nicht auch ganz oben auf der Prioritätenliste stehen würde.
„Ich war erst vergangene Woche wieder bei einem Kunden, bei dem sich 70 Prozent des Gesprächs um Energieeinsparungen in der Produktion, vor allem aber auch um das Thema Wassereinsparung drehten.“ Denn die Getränkeindustrie ist naturgemäß eine sehr wasserintensive Branche – wer hier Lösungen anbietet, die Wasser sparen helfen, der nutzt nicht nur der Umwelt in Zeiten der Klimakrise, er nutzt auch seinem Kunden, um besser wirtschaften zu können.
Standortvorteil Know How
Längst ist es ein Standortvorteil deutscher Weltmarktführer wie Krones, dass sie durch Innovationen und Kompetenz in der Entwicklung die Bedürfnisse der Kunden in allen erdenklichen Regionen der Welt nach nachhaltigem Wirtschaften befriedigen. „Es wird unterbewertet“, findet dann auch der Krones-Chef, „welchen großen Beitrag die Wirtschaft beim Thema Nachhaltigkeit und Umsetzung der Klimaziele leistet“. Das Thema Nachhaltigkeit betrifft Kunden von Krones auf allen Kontinenten.
Auch in Afrika sprechen Abnehmer das Thema an und setzen auf Produkte, die genau hier Lösungen anbeten. Die Ziele, die sich der Krones-Vorstand für den Rest des Jahres und darüber hinaus gesetzt hat, sind ambitioniert, aber spätestens seit der Vorstellung dieser Quartalszahlen klar erreichbar. Und auch für die kommenden beiden Jahre scheint der Kurs festzustehen: Wachstum ist angesagt bei Krones.
Auch das Ergebnis klettert auf Rekordhoch
Entwicklung: Absolut erfreulich, anders kann man es nicht beschreiben. Am Freitag verkündeten die Vorstände von Krones ein Umsatz-Plus von 14,5 Prozent auf 3,485 Milliarden Euro in den ersten neun Monaten des Jahres. Der Auftragsbestand überstieg erstmals ein Volumen von vier Milliarden Euro und kletterte auf 4,09. Wichtig dabei aber auch: Nicht nur die Umsätze steigen, sondern auch die Ertragskraft.
Kasse: Nach Angaben von Krones legte das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen nämlich auf 332,3 Millionen Euro zu. Die Marge stieg damit auf 9,5 Prozent, dabei hatte sie im Vorjahreszeitraum noch bei 8,9 Prozent gelegen.
Aussichten: Damit wird realistisch, was der Vorstand für 2023 als Ziel ausgegeben hat: Ein Umsatzwachstum auf bis zu 13 Prozent.