Musiker mit Jagdschein: Dominik Winderl aus Rötz mag nicht nur die sanften Töne

Schulterlange Haare, Lederjacke, die Gitarre über die Schulter gehängt – der erste Blick lässt bereits vermuten, dass Dominik Winderl die Rockmusik liebt. Doch in eine Schublade stecken kann man den 26-jährigen Rötzer mit Sicherheit nicht.
Zu vielfältig sind seine Interessen, denn neben seiner Arbeit als AOK-Betriebswirt fühlt er sich in der Natur zu Hause, ist in der Rehkitzrettung engagiert, hat die Fischerprüfung und den Jagdschein gemacht und ist aktiver Sportschütze und Jugendwart.
Von klein auf begleitet den jungen Mann die Musik bereits. Ihm sei viel vorgesungen worden, das habe er zumindest erzählt bekommen, meint er schmunzelnd. Es folgt musikalische Früherziehung, erste Erfahrungen mit dem Xylophon und dann ab der zweiten Klasse Musikunterricht. Die Gitarre musste es sein – die Frage, welches Instrument Dominik Winderl einmal spielen würde, hat sich nie gestellt. Es war klar, dass die sechs Saiten für ihn die musikalische Zukunft sein werden.
Viele Auftritte im Landkreis
Was ihm daran gefällt? „Die Gitarre ist meiner Meinung nach das flexibelste Instrument. Man kann sie mitnehmen, auspacken und losspielen.“, erklärt Dominik. Bevor es so weit ist, muss natürlich jeder, der ein Instrument spielt, vor allem eines – üben, üben und nochmals üben. Das hat auch Dominik getan, mal mit mehr und mal mit weniger Begeisterung, wie er im Nachhinein zugibt: „Die Stücke, die mir gefallen haben, hab‘ ich natürlich schon gerne gespielt.“
Insgesamt galt sein Interesse aber nicht so stark der klassischen Gitarre, sondern er sieht das Instrument vor allem als Begleitung seines Gesangs. Dafür leistet ihm seine Akustik-Gitarre der Marke Ovation gute Dienste. Auch zum E-Bass greift Dominik ab und an. Das Bassspielen hat er sich selber beigebracht.
Zum klassischen Gitarrenunterricht gesellte sich während seiner Schulzeit am Joseph-von-Fraunhofer-Gymnasium das Engagement in der Schulband. Aus dieser Formation ging letztlich auch die Band Increased hervor. Im Projektseminar Songwriting kam Dominik mit einem späteren Bandkollegen in Kontakt und wagte sich musikalisch in härtere Stilrichtungen vor. WiDo, wie seine Freunde Dominik nennen, wurde der Lead-Sänger.
Die Gruppe spielte überwiegend selbst geschriebene Songs im Hard-Rock- und Metal-Stil. Zahlreiche Auftritte im Landkreis und darüber hinaus folgten. So standen die fünf Musiker unter anderem beim Pösinger Open Air, der Rock Night in Waldmünchen, dem Mosh Open Air, dem Open Air in Premeischl und auch im Rötzer Fürstenkasten auf der Bühne. Ein Höhepunkt für die Band war 2017 die Teilnahme beim Stögi-Cup, einem Wettbewerb für Nachwuchsbands. Increased stellte sich erfolgreich dem Urteil der erfahrenen Jury und holte den Sieg. Zum Leidwesen ihrer Fans gab die Band knapp eineinhalb Jahre später ihre Auflösung bekannt, da die Mitglieder zukünftig unterschiedliche musikalische Richtungen einschlagen wollten.
Politik will er aus seiner Kunst raushalten
Im Fall von Dominik bedeutete das, dass er nicht ausschließlich Musik der härteren Gangart machen wollte. „In meiner Brust schlägt definitiv ein Rockerherz, aber zu weit Richtung Metal soll es nicht gehen. Außerdem höre ich auch gern Austropop, sowie hin und wieder Schlager und bayerische Sachen“, erklärt er. Beeinflusst hätten ihn Bon Jovi, die Scorpions oder Gotthard. Aber auch STS gehört neben Kiss, Europe, Def Leppard, Metallica und Sabaton zu seinen Lieblingsbands. Ehrliche, handgemachte Musik müsse es sein, bringt er seine musikalischen Vorlieben auf einen Nenner.
Dass Dominik hinter seiner Meinung steht und auch keine Berührungsängste hat, zeigte er kürzlich bei seinem spontanen Auftritt beim Wirtshaussingen in Schwarzhofen. Neben Gstanzlsängern, Musikanten mit Mundharmonika, Quetschn oder Löffeln sorgte er mit Gitarre und Gesang für Stimmung bei den Besuchern des Gasthauses Weiß.
Dominik schreibt nach wie vor eigene Songs. Für die brauche es nicht unbedingt einen persönlichen Hintergrund, findet er. Sie sollten vor allem nicht politisch sein. Es sei zwar enorm wichtig, eine eigene Meinung zu haben, doch als Musiker möchte er neutral bleiben. Obwohl es den persönlichen Anlass hin und wieder natürlich doch gibt. So entstand Pfiat‘s eich, sein erster Song auf Bairisch, beim Wechsel seiner Arbeitsstelle, um sich bei seinen ehemaligen Kollegen zu bedanken und sich zu verabschieden. In seinen Gesang legt Dominik viel Gefühl. Eine kleine Kostprobe lässt erahnen, wie seine samtige, durchdringende Stimme für Gänsehaut bei den Zuhörern sorgt.
Dominik Winderl ist ein kreativer, ein geselliger Mensch. Was den rührigen Rötzer persönlich erdet, ist seine Liebe zur Natur. Er sei schon immer ein Naturmensch gewesen und viel draußen unterwegs, erzählt er. So hat es sich ganz logisch ergeben, zum einen schon mit zwölf Jahren die Fischerprüfung und später mit 21 den Jagdschein zu machen. Die Hege liegt ihm besonders am Herzen.
Für Schießsport begeistern
Draußen unterwegs sein, sich kümmern um Tiere und Natur, das ist es, was für ihn das Jägersein ausmacht. Darum engagiert er sich auch in der Rehkitzrettung. Zur Zeit der ersten Mahd unterstützt er zusammen mit anderen Jägern die Landwirte dabei, Rehkitze vor Tod oder Verletzung durch Mähwerke zu retten. Drohnen mit Wärmebildkameras spüren die Kitze auf und die Jäger können sie rechtzeitig in Sicherheit bringen. Diese Tätigkeit unterstreicht auch Dominiks Ethos als Jäger.
Natürlich gehört es auch dazu, mit dem Gewehr umgehen zu können, wofür er jede Menge Erfahrung aus seiner Mitgliedschaft in der Königlich privilegierten Feuerschützengesellschaft (FSG) Rötz 1859 mitbringt. „Das ist übrigens der älteste Verein in Rötz. Älter als die Feuerwehr“, berichtet Winderl stolz.
Als Jugendwart setzt er sich besonders dafür ein, junge Leute für den Schießsport zu gewinnen. Und das Schießen sei keine Ballerei, das ist ihm sehr wichtig zu betonen. Es sei eine Sportart, für die viel Konzentration und Ruhe notwendig sind. Nachdem die FSG nun auch ein Lichtgewehr angeschafft hat, seien die Rahmenbedingungen für den Nachwuchs bestens. Kinder können damit bereits ab dem Grundschulalter schießen.
Einmal pro Woche trainiert Dominik die jungen Schützen. Dabei gefalle ihm, andere für etwas zu begeistern, das ihm selber viel Spaß macht.
Und wie schauen die eigenen Pläne für die Zukunft aus? Auf der Bühne stehen, das möchte Dominik Winderl auf jeden Fall wieder, wenn die Leute passen. Die Liebe zur Musik müsse im Vordergrund stehen. Dabei sei er offen für unterschiedliche Optionen. Auch eine Partyband dürfe es sein. Man kann also gespannt sein, in welcher Formation man Dominik in Zukunft begegnet.

