In Abensberg gibt es jetzt einen Fonds für denkmalverträgliche Photovoltaik-Module

Von Lucia Pirkl · 2. November 2023 um 11:00

Auch in der Innenstadt von Abensberg könnten Hausbesitzer jetzt mit Photovoltaik nachrüsten.

Lange Zeit war es schwierig, historische Gebäude mit Photovoltaikanlagen auszustatten, wenn gar unmöglich. Oft genug sind Photovoltaikpaneele auf dem Dach nicht mit dem Denkmalschutz vereinbar.

Städte wie Regensburg gehen immer noch sorgsam mit Genehmigungen um, vor allem dort, wo Anlagen das Altstadtensemble auch optisch beeinträchtigen würden. Auch in Abensbergs Altstadt, innerhalb der Stadtmauer durften bislang keine Photovoltaikanlagen installiert werden.

Aber künftig soll es etwas leichter werden, auch historische Bauten mit Photovoltaik-Anlagen zu bestücken. In Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege wurde in Abensberg ein Pilotprojekt aufgelegt. Der „Denkmal-Solar-Fonds" soll denkmalverträgliche PV-Anlagen fördern.

Im Fonds sind 100.000 Euro, davon kommen 80 Prozent aus Mitteln des Bayerischen Landesamtes, 20 Prozent steuert die Stadt Abensberg bei.

Gefördert wird der Mehraufwand, den Häuslebauer und -besitzer haben, wenn sie denkmalverträgliche PV-Anlagen installieren wollen. Das dürfte vor allem für Immobilienbesitzer in der Altstadt interessant sein.

Gute Planung ist nötig

Ausschlaggebend für die Förderfähigkeit ist die Farbe und Geometrie der Dachinstallation. Die Anordnung der Module muss vorab projektiert und entsprechend genehmigt werden. Die Anlage muss zudem die baurechtlichen und denkmalschutzrechtlichen Anforderungen erfüllen und insoweit mit den Fachstellen abgestimmt sein.

Bevor der Stadtrat dem Beschluss unlängst einstimmig zugestimmt hatte, wurde ausgiebig zu Obergrenze, Höhe und Anspruch der Förderungen diskutiert, auch zur Ortsgestaltungs-Satzung und zum Denkmalamt. Auch zum Unterschied und zu Kosten der schwarzen und roten PV-Module gab es viele Fragen. Festgelegt wurde schließlich nach der Zustimmung, dass sich der Stadtrat gegen Ende 2025 noch einmal mit der Thematik beschäftigen wird.

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Ein „Denkmal-Solar-Fonds" nach Abensberger Zuschnitt ist bisher wohl einmalig im Landkreis. In Langquaid beispielsweise schließe der geltende Bebauungsplan im historischen, denkmalgeschützten Bereich PV-Anlagen gar aus. „Ich denke, das ist auch richtig so, denn neben einer Verantwortung für die Energiewende haben wir auch eine städtebauliche Verantwortung und da bin ich der Meinung, dass PV-Anlagen, egal, ob rote oder dunkle Module, zumindest auf der einsehbaren Seite eines historischen Zentrums nicht passend sind“, so Bürgermeister Herbert Blascheck.

In Mainburg wiederum hat sich der Stadtrat gegen eine Rahmenplanung für PV-Anlagen auf denkmalgeschützten Gebäuden oder Dächern ausgesprochen, bei der verschiedene Zonen festgelegt werden.

Ausbau wird begrüßt

„Grundsätzlich steht man aber diesen Vorhaben positiv gegenüber. Deshalb wird im Einzelfall nach Antrag entschieden“, sagt Bürgermeister Helmut Fichtner. Eine Bezuschussung von PV-Anlagen auf denkmalgeschützten Dächern gibt es aber nicht.

In Kelheim begrüße man den Ausbau mit PV-Anlagen grundsätzlich, ist aus dem Rathaus zu hören. Im Rahmen des städtebaulichen Förderprogramms „Soziale Stadt" biete die Stadt bereits Förderungen, die auch für energetische Investitionen genutzt werden können. Eine Erhöhung dieser Förderungen ist, auf Anregung von Bürgermeister Schweiger, in Planung. Aber eine spezielle Förderung nur für PV-Anlagen sei nicht vorgesehen. Aufgrund denkmalrechtlicher Einschränkungen könnten nicht alle Eigentümer gleichermaßen davon profitieren. „Die Gleichbehandlung aller Eigentümer steht hier im Vordergrund“, so Schweiger.

Gefördert werden nur längerfristige Anlagen:

So viel Geld gibt es: Die maximale Förderung pro Projekt beträgt 25.000 Euro, pro Modul werden die Mehrkosten von bis zu 300 Euro gefördert. Auch die Mehrkosten für die Planung und Projektierung von bis zu 1.000 Euro werden gefördert. Die Förderung ist an eine Nutzungsdauer der Anlage gebunden: Sie muss mindestens 20 Jahre lang betrieben werden.

Informationen: Mehr Infos dazu gibt es beim Bauamt der Stadt Abensberg.