Pumuckl: Gestatten, der echte Meister Eder kommt aus Neustadt a.d. Donau

Hurra, hurra, der Pumuckl ist wieder da! Ab diesem Donnerstag sind der kleine Kobold und Meister Eder im Kino zu erleben. So sehr der Kobold auch eine Erfindung der Schriftstellerin Ellis Kaut ist – den Schreinermeister hat es tatsächlich gegeben. Er stammt aus Neustadt a.d. Donau (Landkreis Kelheim).
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Jeder kennt den Pumuckl. Generationen von Kindern sind mit ihm und seinen Abenteuern aufgewachsen. Ellis Kaut hat ihm zur Unsterblichkeit verholfen. Allerdings wäre der kleine rothaarige Kobold nicht ohne den Meister Eder denkbar. Er wurde einst von Gustl Bayrhammer dargestellt, in den „Neuen Geschichten vom Pumuckl“, die ab diesem Donnerstag im Kino zu sehen sind, spielt Florian Brückner den Schreinermeister.
Meister Eder war echter Neustädter
Im wahren Leben ist die Geschichte vom Meister Eder anders verlaufen. Der war ein echter Neustädter. „Mein Vater ist in Neustadts a.d. Donau 1904 geboren worden und aufgewachsen“, sagt Rudi Nadler (79), Sparkassendirektor im Ruhestand. Genau gesagt: im Krähwinkel 2. In der kleinen Gasse hinter der Pfarrkirche St. Laurentius, ganz in der Nähe des Krebsturmes, verbrachte also der echte Meister Eder zusammen mit seinen beiden Geschwistern seine Kindheit.
„Mit 14 Jahren hat er seine Lehre bei der Schreinerei Behr begonnen.“ Die Schreinerei Behr befand sich ebenfalls im Krähwinkel, es gibt sie aber heute nicht mehr. Nach der Lehre arbeitete der junge Schreiner auf dem Bauernhof seiner Tante, dann ging Adolf Nadler auf Wanderschaft, landete 1925 in München und machte sich 1933 in der Landeshauptstadt selbstständig. Erst hatte er seine Werkstatt in der Garage eines Onkels untergebracht, dann in der Kanalstraße 28.
Ellis Kaut in der Werkstatt
Der Schreinermeister Nadler hatte Glück: Er wurde nicht zur Wehrmacht eingezogen, aber Auswirkungen auf seinen Beruf hatte der Krieg trotzdem. Nadler musste Särge für die Opfer zimmern.
Schließlich kam es zu einer schicksalhaften Begegnung. Eines Tages stand nämlich Ellis Kaut in der Werkstatt, weil sie ein neues Möbel brauchte und war fasziniert vom Betrieb des gebürtigen Neustädters. Die ganze Familie hat damals in dem Anwesen gelebt. „Der Vater hatte unten seine Werkstatt und gearbeitet und oben wurde gewohnt“, erzählt sein Sohn. „Da bin ich groß geworden.“
Und genau das, sagt Rudi Nadler weiter, sei es, was er an den alten Pumuckl-Verfilmungen schätze. Die Werkstatt und die Wohnung des Meister Eder seien gut wiedergegeben worden. Ansonsten, sagt er, unterschieden sich der Film-Eder und das Original jedoch – schon rein optisch. Nicht ohne Grund. Denn Ellis Kaut hat für „ihren“ Schreinermeister wohl nicht einfach nur ein Vorbild gehabt, sondern mehrere real existierende Menschen zu einer neuen Figur geformt. Und dabei auch noch die eigene Fantasie spielen lassen.
Auf jeden Fall haben die Nadlers bis 1962 in der Kanalstraße in München, unweit des Hofbräuhauses, gewohnt. „Dann wurde der Innere Ring gebaut und ein Teil des Grundstücks benötigt. Da sind wir umgezogen.“ Schließlich wurde das Anwesen in der Innenstadt verkauft.
Verwandte freuen sich
Von dem alten Betrieb ist nicht viel geblieben. Einige Werkzeuge hat Rudi Nadler, die noch aus der Werkstatt seines Vaters stammen. Außerdem gibt es einige wenige Fotos und natürlich die Erinnerungen an den „echten“ Meister Eder und die Verfilmungen.
Jetzt, wo die Premiere der neuen Abenteuer vom Pumuckl in die Kinos kommt, „kommen die Erinnerungen wieder hoch“, gesteht der 79-Jährige, wobei auch ein wenig Stolz in der Stimme mitschwingt , dass sein Vater das Vorbild für eine so berühmte Figur geworden ist: „Mein Vater wäre sicher auch stolz.“
Gespannt auf den neuen Film
„Zu Ellis Kaut hatte ich eigentlich nie Kontakt“, sagt er. Sie hätten sich mal geschrieben, mehr war nicht. Dennoch, betont Rudi Nadler, sehe er dem neuen Film „mit Spannung, aber ganz gelassen“ entgegen. Schöner hätte das der Gustl Bayrhammer auch nicht sagen können.
Auch in der übrigen Verwandtschaft sieht man dem Kinostart mit Freude entgegen. Tatsächlich hatte der Schreinermeister Nadler einst noch weitere Verwandte in Neustadt a.d. Donau. Ein Cousin, der ebenfalls den Vornamen Adolf trug, lebte in Bad Gögging. Sein Sohn ist Norbert Nadler, Chorleiter in Neustadt a.d. Donau und Leiter der Grund- und Mittelschule in Riedenburg.
„Ich habe den Pumuckl als Kind geliebt“, gesteht der 48-Jährige. „Damals wusste ich aber nichts von Onkel Adolf.“ Erst als Erwachsener, sagt Norbert Nadler, habe er von der Verwandtschaft mit Deutschlands berühmtestem Schreinermeister erfahren.

