„Da Hochstandsjosef“ kommt nach Schwaig auf „Schwoagara Dorfbühne“

Von Josef Kastl · 24. Oktober 2023 um 11:00

Nur vier Tage nach der letzten Aufführung von „Die Stadt der Seligen“ im Marchinger Steinbruch startete die Schwoagara Dorfbühne am 23. August die Vorbereitungen für das nächste Theater-Highlight. Nach nur zwei Monaten ist für den 28. Oktober die Premiere von „Da Hochstandsjosef“ angesetzt.

Für den „Liedl Wast“ war es ein nahtloser Übergang von der Freilichtbühne über die Leseprobe zur Bühne in der Appel-Seitz-Stiftung. Zuerst galt es, alle zwei Tage einzelne Szenen einzustudieren. Seit Anfang Oktober probte das gesamte Ensemble jeden zweiten Tag das ganze Stück in einer „Durchlaufprobe“ auf der „nackten“ Bühne.

Nachdem am vergangenen Wochenende die Bühne fertig gestellt wurde und mit Inventar aus dem reichhaltigen Theaterfundus ausgestattet worden war, standen die Darsteller zum ersten Mal auf der „Original-Bühne“.

Mit viel Herzblut dabei

Der Vorsitzende der Appel-Seitz-Stiftung, Hans Bauer, ist mit genauso viel Herzblut dabei wie alle anderen Beteiligten. Er geht über die Bühne, rückt die Figur des Hl. Josef in der Nische zurecht und freut sich an der sehr gelungenen Wirtshauseinrichtung.

„Die Bühne ist fertig. Die Kostüme sind ausgesucht. Die Schauspieler sind schon textsicher. Jetzt kommt die Kreativphase“ sagt Steffi Gruner, die gemeinsam mit Christian Hauber Regie führt.

Drei blutjunge Musiker – ein Mädchen mit Gitarre und zwei junge Burschen mit Akkordeon und Tuba – spielen neben der Bühne auf. Der Vorhang öffnet sich und in der Appel-Seitz-Stiftung wird es ruhig.

Der Britschenbichler und der Froschhammer sitzen am Wirtshaustisch vor steinernen Maßkrügen, zünden sich Zigarren an und ... Die Atmosphäre wirkt so authentisch und echt, als würden die beiden die Situation tatsächlich erleben.

Für Steffi Gruner war „der erste Akt schon fast perfekt“ und auch Christian Hauber zeigt sich sehr zufrieden.

Für ihn „is des Stück a Mundartklassiker, den konst eigentlich immer spuin“. Der bayerische Bezug ist da mit dem Dialekt und dem damaligen christlichen Weltbild. Das Stück spielt in einer Zeit, „wo die Leit no christgläubig waŕn, an Wunder glaubt ham und gottesfürchtig warn. Des wollen wir rausstellen“. Die Eigenheiten der damaligen Zeit, etwa das Herrische, die Sparsamkeit und der Bauerngeiz gehören dazu. Die Kirche hat eine zentrale Rolle gespielt. „Die Zuschauer sollen sehen, wie es früher war und vielleicht wieder einmal sein wird.“

Verschiedene Handlungsstränge bauen eine Spannung auf, die sich erst zum Schluss auflösen wird. Es gibt auch keine herausragende Hauptrolle, jede handelnde Person hat annähernd gleich viele Einsätze.

Während des zweiten und dritten Akts stimmt Tontechniker Christoph Krammel die Lautstärken der neuen Mikrofone mit der Raumakustik ab. Werner Gruner nutzt die Gelegenheit um herauszufinden, wie er die Darsteller an den verschiedenen Positionen ins rechte Licht rücken kann.

Der Vorsitzende des Theatervereins, Roland Bauer, pendelt zwischen Zuschauerraum und Technikraum hin und her und gibt zusätzliche Anregungen an den Ton- und Lichttechniker.

Auch der Abgang am Ende der Vorstellung soll präzise ablaufen. Christian Hauber sorgt mit einer genauen Choreographie für einen abwechslungsreichen, lebendigen Abgang mit einem gemeinsamen Schluss auf der Bühne.

In einer kurzen Abschlussrunde bringen alle Beteiligten ihren Eindruck von der Durchlaufprobe vor, geben sich gemeinsam Tipps und besprechen eventuelle Fragen und Unsicherheiten.

Wie eine große Familie

Wie in einer großen Familie, die sich am Ende des Tages um den Tisch versammelt und gemeinsam auf ihr Tageswerk zurückschaut. In ihren zufriedenen Gesichtern zeigt sich auch nach rund drei Stunden Anspannung die Freude am Theaterspielen. In weiteren drei „Durchlaufproben“ und drei „Generalproben“ werden das Zusammenspiel von Darstellern mit Ton- und Lichttechnik bis zur gewohnten Qualität perfektioniert. Nachdem innerhalb kürzester Zeit die geplanten Vorstellungen ausverkauft waren, wurde der Spielplan um Vorstellungen am 17. und am 18. November jeweils um 19.30 Uhr erweitert.

Zum allerersten Mal spielen die drei jungen Musiker auf der legendären Schwoagara Dorfbühne.
Ehrfürchtig gesteht der Hochstandsjosef seine „Tat“ vor dem Dorfpfarrer.