Neuer Pächter für die Schlossgaststätte in Steinberg am See: Aus Van Gogh wird Steirer Schlössl

Von Philipp Breu · 2. November 2023 um 05:00

Schlemmen wie im Österreich-Urlaub – das verspricht Josef Kögl seinen künftigen Gästen im Steirer Schlössl. Im ehemaligen Van Gogh in Steinberg am See will der Österreicher Gerichte aus seiner geliebten Heimat auftischen. Der neue Wirt ist in der regionalen Gastroszene wahrlich kein Unbekannter, und sein Paradegericht bescherte ihm einen originellen Spitznamen.

Josef Kögl, aufgewachsen in Knittelfeld in der Steiermark, liebt und lebt die Gastronomie. Seit mehr als 30 Jahren ist er dort schon tätig. In Österreich lernte er in einer Hotelfachschule, arbeitete anschließend 17 Jahre lang in Salzburg. Dann verschlug es ihn in die Oberpfalz. Dort leitete er mit seiner damaligen Partnerin die Weinstube in Winzer bei Regensburg und bewirtete anschließend das Dorfheim in Oppersdorf bei Lappersdorf.

Stationen in Salzburg, Lappersdorf und Velburg

Während der Corona-Pandemie pausierte Kögl zwei Jahre gastronomisch, ehe er über den Sommer diesen Jahres seine Zelte in Velburg (Landkreis Neumarkt) aufschlug und dort das Lokal am Campingplatz unter dem Namen Steirer Stube betrieb. Warum nun der abrupte Wechsel nach Steinberg am See? Das Geschäft sei gut gelaufen, sagt Kögl. Doch seine Leidenschaft, die österreichische Küche, habe er hier nicht ganz ausleben können. „Die Campinggäste verlangen halt dann doch ihre Currywurst mit Pommes oder Backfisch und das bin ich einfach nicht“, so der Gastronom.

Er habe zwar durchaus auch ein Faible für die bodenständige Küche – aber eben für die aus seinem Heimatland. „Die beherrsche ich auch am besten“, sagt Kögl und verweist in diesem Zuge selbstbewusst auf seine Spezialität, das Steirische Backhendl, für das er von Gästen liebevoll den Spitznamen „Backhendl-Sepp“ bekommen habe.

Über das Internet wurde er zufällig auf das Schlossrestaurant in Steinberg unweit des Ponyhofs aufmerksam, das seit 2019 unter dem Namen Van Gogh lief und für das nun ein neuer Pächter gesucht wurde. „Meine jetzige Partnerin hat sich sofort in das Lokal verliebt. Es ist aber auch wunderschön“, schwärmt Kögl.

Ab 1. Dezember wird der neue Wirt die Tore des Steirer Schlössl öffnen – zunächst an einem Abend für geladene Gäste und dann für die gesamte Bevölkerung. Auf der Speisekarte werden durchweg österreichische Klassiker sowie saisonale Gerichte stehen: Wiener Schnitzel vom Kalb, Kas-pressknödel, Südtiroler Schlutzkrapfen, Fiakergulasch, Tiroler Gröstl, Kaiserschmarrn und natürlich das legendäre Steirer Backhendl. Zudem gibt es am Sonntag verschiedene Braten aus dem Ofen. Die Gerichte sollen zwischen zehn und 20Euro kosten. Das Bier kommt von der Brauerei Naabeck, die Weine werden durchweg österreichischen Ursprungs sein.

Der Chef kocht persönlich

Hinter dem Herd steht der Chef höchstpersönlich, daneben habe er einige Kräfte aus seinen früheren gastronomischen Stationen akquirieren können. Das Personal sei soweit gut aufgestellt, um die hoffentlich zahlreich erscheinenden Gäste in Zukunft auch ansprechend bewirten zu können. Die Neueröffnung des Steirer Schlössl hat sich längst in den sozialen Netzwerken rumgesprochen. „Da habe ich wirklich schon große Resonanz bekommen“, sagt Kögl. Auch erste Anmeldungen für größere Familienessen und gar Firmenfeiern gebe es schon.

Josef Kögl ist deshalb zuversichtlich, dass es auch in der eher ruhigen Winterzeit in seinem Betrieb einen großen Zulauf geben werde. Auch das Oberpfälzer Seenland, das jährlich viele Touristen anziehe, spiele ihm da sicher in die Karten. Genug Plätze biete das Steirer Schlössl jedenfalls. Rein rechnerisch könne der Österreicher mehr als 100Gäste bewirten. Im Sommer stehe zudem ein hauseigener Biergarten mit mehr als 60Plätzen zur Verfügung.

Die neue kulinarische Adresse in der Schlossgasse hat von Dienstag bis Samstag von 17 bis 22 Uhr und am Sonntag und an Feiertagen von 11 bis 22Uhr geöffnet. Reservierungen für Veranstaltungen außerhalb der Öffnungszeiten seien auf Anfrage möglich.

Ein Blick ins Innere der Gaststube: Das Interieur wird nahezu unverändert bleiben. Foto: Kögl
Das Gesicht hinter dem Steirer Schlössl: Wirt Josef Kögk Foto: Kögl