Pächterwechsel: Das kostet ein gut laufendes Wirtshaus in der Regensburger Altstadt

Per Kleinanzeige werden derzeit zwei Regensburger Objekte angeboten: Ein bayerisches Restaurant mit gutem Ruf, das in der Corona-Pandemie eröffnet wurde, sowie die Immobilie eines Asiaten. Die Preise sind erstaunlich.
Das kostet also eine Regensburger Gastronomie, zumindest wenn man das Konzept mit einbezieht: 80.000 Euro Ablöse wollen die Wirte des Restaurants Gänsbauer haben. Sie inserierten jetzt in einem Kleinanzeigen-Portal. „Wir hatten eigentlich schon einen Nachfolger, der ist aber kurzfristig abgesprungen“, sagt Michael Kreuzer, der den Gänsbauer in der Keplerstraße seit 2020 zusammen mit Elena Kreuzer betreibt. Mit der Gaststätte hat sich das Paar ausgerechnet in der Corona-Pandemie selbstständig gemacht und sich schnell mit bayerische Spezialitäten etabliert.
Neue Gastro im Jagdschloss
Jetzt aber wollen sie einen Nachfolger finden, denn die Reise geht weiter für die beiden Gastronomen. Sie werden im nächsten Jahr die Gaststätte im Golfclub Thiergarten bei Donaustauf übernehmen. „Wir planen, dort im Februar zu eröffnen“, sagt Kreuzer. Auch auf das Jagdschloss und die Gastronomie des Golfclubs in dem traditionsreichen Gebäude wurden die Wirte durch ein Inserat aufmerksam. Ihr Team spielte mit und wechselt in die Gaststätte, die von den Kreuzers übernommen wird.
Allerdings müssen sie auch für den Gänsbauer eine Nachfolge finden. 180 Quadratmeter Fläche hat der Gänsbauer in der Keplerstraße. Die Monatsmiete beträgt 2800 Euro plus 600 Euro Nebenkosten. Jeweils 40 Sitzplätze bietet die Gaststätte. Jeweils 40 sind es im Innen- und die selbe Zahl im Außenbereich. Doch was ist da eigentlich alles beinhaltet, wenn man 80.000 Euro für eine Gastronomie ausgibt? „Es geht dabei um das komplette Konzept, also die Corporate Identity“, sagt Kreuzer.
Der Gänsbauer kann also nach einer Übernahme auch weiterhin Gänsbauer heißen. „Außerdem ist die Inneneinrichtung, aber auch die Übernahme der Website mitsamt der Google-Bewertung beinhaltet.“
Doch der Gänsbauer ist nicht die einzige Gastronomie in Regensburg, die derzeit angeboten wird. Ein weiteres Angebot betrifft Interessenten, die ein Poke-Bowl-Restaurant in Regensburg eröffnen möchten. Ein Franchise-Unternehmen hat ein solches Restaurant in den Regensburger Arcaden inseriert und sucht nun nach Gastronomen und solche, die es werden wollen. „Die Idee für das Franchise-System DAI Poke Bowl kam den Gründern in ihrem DAI Sushi Restaurant“, heißt es in der Kleinanzeige. „Dort haben sie Poke Bowls mit hochwertiger Sushi-Qualität fusioniert.“
Imbiss am Regensburger Arnulfsplatz steht zum Verkauf
Wer eine Gastronomie, die verpachtet ist, kaufen möchte, der hat derzeit ebenfalls die Möglichkeit dazu. Denn inseriert ist auch ein ganzes Ladenlokal in der Regensburger Innenstadt. In der Nähe des Arnulfsplatzes bietet ein asiatisches Schnellrestaurant auf 43 Quadratmetern Speisen an. Als Monatsmiete für die Gesamtfläche werden 600 Euro angegeben. Das Ladenlokal wird mitsamt Mieter veräußert. Der Kaufpreis beträgt 258.000 Euro.
Die jüngsten Pächterwechsel in Regensburg
Bewegung: Derzeit tut sich was in der Regenburger Gastronomie. Auffällig dabei: Zumeist sind es bereits alteingesessene Wirtshäuser und Restaurants, die durch einen Pächterwechsel neuen Wind bekommen. Kürzlich wurde bekannt, dass der bisherige Pächter der „Oma Plüsch in der Ant`n“ aus Altersgründen aufhört. Die neue Pächterin heißt Christl Ainöder und übernimmt die Gaststätte wieder als „Goldene Ente“.
Konzept: Auffällig ist, dass mit dem Pächterwechsel auch zumeist ein neues Konzept Einzug hält. In die Räume des Pulcinella in der Holzlände beispielsweise zog das Cosi ein, in dem die Gäste aus Vor- und Hauptspeisen auswählen können und pauschal auch für die Getränke zahlen. Neu ist auch der Pächter im Coming Home, der auf regionale Produkte setzt und die Auswahl der Beilagen flexibel gestaltet.