„Die Prinzen“ kommen in die Regensburger Donau-Arena

Sänger und Komponist Tobias Künzel spricht im Interview über die lange Karriere von Deutschlands beliebtesten Ex-Chorknaben. Am 9. November gastiert die Band in der Oberpfalz.
Die Prinzen zelebrieren ihr Jubiläum zeitversetzt, wegen der Pandemie. Die Tour „30 Jahre – 30 Hits – 30 Städte“ führt die Band, mit gut einem Jahr Verzögerung, jetzt auch in die Donau-Arena Regensburg: am 9. November (20 Uhr). Knapp jedes dritte Stück im Repertoire der Prinzen stammt auf der Feder von Komponist und Sänger Tobias Künzel, Jahrgang 1964. Der Leipziger wurde 1973 in den Thomanerchor aufgenommen, studierte nach von 1984 bis 1988 Schlagzeug und Gesang an der Musikhochschule Leipzig und spielte noch während Schul- und Studienzeit in verschiedenen Bands. 1990 kam er als Sänger zu den Prinzen. Seit 2009 ist er außerdem stellvertretendes Aufsichtsratsmitglied der weltweit agierenden Autorengesellschaft Gema, die allein in Deutschland die Nutzungsrechte aus dem Urheberrecht von über 90 000 Mitgliedern verwaltet. Der zweifache Familienvater liebt in Pönitz bei Taucha und in London. Vor der Show in der Oberpfalz spricht er mit der Mediengruppe Bayern über die lange Erfolgsstory der Band.
Herr Künzel, wird einem angesichts der Jubiläumstournee bewusst, wie außergewöhnlich es ist, auch über 30 Jahre nach Bandgründung mit Jugendfreunden zu touren?
Tobias Künzel: Ach, es fühlt sich eigentlich normal an. Wir kennen es ja nicht anders.
Was zeichnet die Prinzen nach all den Jahren aus?
Künzel: Ich glaube, diese Frage müssten eigentlich die Leute beantworten, die unsere Musik hören. Was ich jetzt bei den Konzerten merke, ist, dass sich die Leute freuen, sich mal zwei Stunden lang völlig unbeschwert in die 1990er zurückversetzen zu lassen. Zu feiern und dieses „Wir können alles schaffen“-Gefühl, dieses „Uns kann nichts passieren“-Gefühl zu haben.
Ist Singen auch in den Tourpausen nötig, um das Niveau halten zu können?
Künzel: Ich halte meine Stimme ständig fit. Es ist am Ende ja ein Muskel, der trainiert werden muss. Warum soll es uns besser gehen als Fußballern, die müssen ja auch ständig trainieren. Auch wenn wir natürlich nicht ganz so gut bezahlt werden (lacht).
Was waren die prägendsten Erlebnisse in der langen Bandgeschichte?
Künzel: Um das alles aufzuzählen, müsste es eine Sonderausgabe der Mittelbayerischen Zeitung geben. Aber prägend waren natürlich die Anfangsjahre 1991 bis 1996, als wir mit Annette Humpe die Meilenstein-Alben produziert haben. Die Songs werden heute noch von so vielen Menschen geliebt – das ist ein tolles Gefühl.
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Welcher Auftritt ist Ihnen besonders in Erinnerung geblieben?
Künzel: Ich fand die Tour mit großem Sinfonie-Orchester 2018 am beeindruckendsten. Der Sound des Orchesters hat unsere Musik noch einmal zusätzlich geadelt.
Auf welche Erfahrung hätten Sie getrost verzichten können?
Künzel: Da gibt es natürlich auch so einige. Aber die habe ich zum Glück alle vergessen.
Gibt es nach einer solch langen Zeit als Band Ziele oder Projekte, die noch realisiert werden sollten?
Künzel: Nichts Bestimmtes. Dinge passieren einfach. Und wir hatten ja schon eine Menge Kollaborationen von Udo Lindenberg bis „Deine Freunde“. Aber am Ende zählt immer, was man selbst anzubieten hat.
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Die Prinzen sind bei ihren Auftritten für Überraschungen bekannt. Was haben Sie sich für die Jubiläumstournee einfallen lassen?
Künzel: Wir haben tatsächlich ein, zwei Lieder im Programm, die wir vorher noch nie live gespielt haben. Es gibt eine super Licht-Show und ein paar überraschende Video-Einspieler. Ansonsten setzen wir auf unsere Stimmen und unsere Musik. Ich glaube, dass die Leute auch hauptsächlich deshalb ins Konzert gehen.
Weshalb sollte man sich das Konzert in der Donau-Arena nicht entgehen lassen?
Künzel: Es gibt alle großen Hits der Prinzen in Originalbesetzung. Das muss man erlebt haben.
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Der Sänger: Tobias Künzel komponiert und singt, aber eine Vorliebe gilt den Drums. Wohl auch deshalb initiierte er die Gründung der Gruppe „Final Stap“, bei der er hauptsächlich Schlagzeug spielt. Neben den fünf Prinzen gehören Schlagzeuger Alexander „Ali“ Zieme und Bassist Mathias Dietrich zur Band.
Die Chorknaben: Tobias Künzel, Sebastian Krumbiegel, Wolfgang Lenk und Henri Schmidt waren Mitglieder im Leipziger Thomanerchor, Jens Sembdner sang im Dresdner Kreuzchor. 1991 brachten die Prinzen 1991 ihr erstes Album „Das Leben ist grausam“ heraus und gingen mit Udo Lindenberg auf Tour.
Die Hits: „Millionär“, „Küssen verboten“, „Alles nur geklaut“ oder „Deutschland“ bescherten den Prinzen zahlreiche Preise und Goldene Schallplatten. Das jüngste Album „Die Krone der Schöpfung“ (2021) katapultierte sie, 30 Jahre nach dem ersten Auftritt in aktueller Besetzung, auf Platz zwei der Albumcharts.
