Der „Gott of Schlager“ über seinen Auftritt in Regensburg und die Eberhofer-Krimis

Von Robert Torunsky · 9. Oktober 2023 um 19:00

Christian Steiffen alias „Gott of Schlager“ Foto: Manfred Pollert

„Mittlerweile kommen die Leute ja freiwillig.“ Christian Steiffen freut sich auf sein bevorstehendes Konzert in Regensburg. Der Entertainer hatte bereits Auftritte in den Eberhofer-Krimis.

Herr Steiffen, die Tour heißt „Gott of Schlager“, wie das neue Album. Ist da die künstlerische Evolution seit dem Album „Arbeiter der Liebe“ gemeint?

Steiffen: Bei meinem allerersten Konzert, als mich noch gar keiner kannte, habe ich mich selbst als „Gott of Schlager“ angekündigt. Das war also immer schon ein Begriff, der im Raum stand. Als ich beim dritten Album überlegte, wie es heißen soll, hat „Gott of Schlager“ gegen die anderen Ideen gewonnen. Weil die Wahrheit am Ende ja doch immer siegt.

Wie waren die ersten Konzerte?

Steiffen: Wir feiern im Dezember 15 Jahre Steiffen. Früher waren die Leute zum Teil schon sehr verstört, da sie nicht genau einordnen konnten, was ich genau wollte. Mittlerweile kommen die Leute ja freiwillig. Ich habe Einiges gespielt, bin schon am Ende von Shows in irgendwelchen Swimming-Pools untergegangen, mit dem Mikro noch nach oben gereckt. Ich bin an jeder Milchkanne aufgetreten und auch mal auf einer Gartenparty. Das klassische Booking gab’s nicht. Ich spielte eine Show und meistens kamen ein oder zwei Leute, die fragten, ob ich da oder da spielen könnte. Ich habe mich nie selbst promotet.

Apropos Promotion: Wie ist denn die Beziehung zu den Eberhofer-Krimis entstanden?

Steiffen: Ich zappte zufällig in den ersten Teil und sah den österreichischen Schauspieler Robert Palfrader. Den fand ich super, deswegen schaute ich mir den Film an. Ein halbes Jahr später kam die Anfrage, ob sie einen meiner Songs verwenden könnten. Ich sagte zu und seitdem benutzt Regisseur Ed Herzog immer wieder meine Songs. Ich bin darüber sehr froh und glücklich und auch sehr stolz auf die Verbindung. Ich schätze die Reihe sehr.

Die hat Ihnen ja eine kleine Rolle in „Leberkäsjunkie“ beschert.

Steiffen: Ich sagte damals sofort – ich komme ja eigentlich vom Theater, war jahrelang Regieassistent und spielte auch selbst –, dass ich auf jeden Fall mal mitmachen möchte. Selbst wenn ich nur ein Tablett im Hintergrund tragen darf. Dann dachte Ed mir die Rolle des Sexualtherapeuten zu. Und in einem anderen Teil singe ich auf der Bühne. Das machte tierisch viel Spaß, auch weil das auch alles super Kollegen sind.

Der bayerische Humor holt Sie als Niedersachsen offensichtlich ab.

Steiffen: Es ist ja auch Landhumor. Bei uns gibt es das auch, ich wohne ebenfalls auf dem Land. Auch wenn der sprachliche Kolorit in Bayern liegt, haben die Eberhofer-Krimis über die Jahre auch in Norddeutschland ihre Fans gefunden.

Zurück zu Ihrem Auftritt am 12. Oktober in Obertraubling: Was ist das Besondere an einem Steiffen-Konzert?

Steiffen: Dass Gott sich selbst beschreiben soll, ist ein bisschen komisch. Ich denke, das Wort Ekstase würde es auf den Punkt bringen. Der Abend im Airport wird großartig, mehr kann ich dazu eigentlich nicht sagen. Ich weiß nur, dass das Leben für Leute, die das erste Mal ein Konzert von mir besuchen, nicht mehr das Gleiche sein wird. Manche werden über Wochen etwas durcheinander und leicht verstört sein, weil natürlich viel auf sie hereinstürmt.

Wie setzt sich das Publikum zusammen?

Steiffen: Wenn ich ins Rund blicke, sehe ich ganz gemischtes Publikum. Da sind Metal-Fans, natürlich Schlager-Fans, Punker und ganze Familien mit Enkeln und Großeltern. So eine Gruppe von Menschen trifft selten aufeinander und das finde ich einfach geil, dass mein Auftritt so viele unterschiedliche Leute anspricht. Es ist ja auch so: Entweder man mag den Steiffen oder man mag ihn nicht. Und wenn man ihn mag, dann meistens sehr.

Ein Erfolgsbaustein der Auftritte ist das Original-Haseland-Orchester. Wie würden Sie die Verbindung beschreiben?

Steiffen: Wir arbeiten im Studio ganz eng zusammen. In meiner Jugend war ich im Fanclub der „Angefahrenen Schulkinder“. Ich war also erst Fan von Martin Haseland, bevor ich anfing, mit ihm zu arbeiten. Er bringt einfach 40 Jahre Showbusiness-Erfahrung mit.

Stimmt das Gerücht, dass sich beim Original Haseland Orchester tatsächlich nur um Dr. Martin Haseland handelt?

Steiffen: Manchmal haben wir noch einen Geiger und einen Saxofonisten dabei, manchmal auch Eva Schneidereit, mit der ich „Du und Ich“ singe. Gehen Sie mal von einem Ein-Mann-Orchester aus – aber das ist ja eigentlich die Überraschung. Ich habe auch keine Lust, mich mit Musikern rumzuärgern, das muss ich ganz klar sagen. Die wollen immer proben.

Spielen Sie im Airport ein Best-of der drei Alben?

Steiffen: Ja, die Setlist geht quer durch die drei Alben, auf denen sind ohnehin nur Hits. Ich finde es deshalb schon blöd, Lieder weglassen zu müssen. Aber ich kann nicht nur das neue Album spielen, dann fallen ja wunderbare Lieder wie „Sexualverkehr“ oder „Flasche Bier“ weg. Es könnte auch ein bisschen länger werden in Obertraubling, denn ich bin ja das erste Mal da.

Gibt es für die Steiffen-Premiere in Obertraubling noch Karten?

Steiffen: Das Konzert ist tatsächlich die einzige Show, für die es überhaupt noch Tickets gibt. Es ist irgendwie auch mal schön, wenn man sagen kann: „Kommt vorbei, es gibt noch Karten!“ Wer den Steiffen also in diesem Jahr noch sehen möchte, sollte schnell sein.

Wer ist Christian Steiffen?

Auftritt: Christian Steiffen gastiert am 12. Oktober (20 Uhr) bei Power Concerts in der Eventhall Airport Obertraubling, www.der-kartvorverkauf.de. 2013 erschien sein Album „Arbeiter der Liebe“. Aktuell ist er mit seinem dritten Album „Gott of Schlager“ auf Deutschland-Tour.

Person: Hardy Schwetter, Jahrgang 1971 absolvierte von 1993 bis 1995 seine Schauspielausbildung an der Lee Strasberg Theatre School in New York. Von 2001 bis 2010 sang er in einer Elvis-Tribute-Band, seit 2009 tritt er als Christian Steiffen als Schlagersänger auf.

Krimis: Das Lied „Sexualverkehr“ untermalt im Eberhofer-Krimi eine Wirtshausszene, in „Leberkäsjunkie“ verkörpert Schwetter den Leiter einer Selbsthilfegruppe für Sexsüchtige. Im Kinofilm „Ich fühl mich Disco“, der 2014 auf der Berlinale gezeigt wurde, spielt er sich selbst als angebeteten Schlagersänger.

Politik: 2013 trat Hardy Schwetter als Parteiloser bei der Oberbürgermeisterwahl in Osnabrück an und erhielt 3,3 Prozent der Stimmen.