Berching vertagt Abstimmung über Erweiterung der Grund- und Mittelschule

Von Bernhard Neumayer · 25. Oktober 2023 um 19:00

Sehr kurzfristig setzte Bürgermeister Ludwig Eisenreich das derzeit größte Thema auf die Tagesordnung der Stadtratssitzung am Dienstag. Der Architekt sollte beauftragt werden, die Kosten von 57 Millionen Euro einzudampfen. Doch der Stadtrat winkt ab.

Weil die Stadt 57 Millionen Euro für den Neubau der Grund- und Mittelschule nicht stemmen kann, werden aktuell Möglichkeiten gesucht, die Kosten einzudampfen.

Am 18. Oktober ging nach Angaben der Stadtverwaltung für die Ausarbeitung eines Maßnahmenkatalogs zu Einsparungen ein Angebot des Objektplaners ein. Dabei sollen Vorschläge ausgearbeitet werden, die auf eine Flächeneinsparung der ober- und unterirdischen Kubatur abzielen, ohne die Grundzüge des Entwurfs zu stark zu beschneiden. So sollen vergaberechtliche Probleme vermieden werden, heißt es in der Beschlussvorlage.

Architektenbüro aus Berlin: 50.589 Euro für 420 Arbeitsstunden

„Beispielsweise können so unter Umständen Lagerflächen aus dem Keller in die geplanten Lernterrassen verschoben werden“, schreibt die Stadtverwaltung. Ebenso werde der Wegfall eines ganzen Bauabschnitts überprüft. Grundsätzlich sei bei jeder Reduzierung des Baukörpers auch eine Beschneidung des beschlossenen pädagogischen Raumfunktionsbuches notwendig, welches die Grundlage der bisherigen Planungen bildete.

Den Maßnahmenkatalog erstellt das Architektenbüro aus Berlin „natürlich nicht unentgeltlich“, wie Bürgermeister Ludwig Eisenreich in der Sitzung sagte. Für 420 Arbeitsstunden verlangt das Büro laut Angebot 50.589 Euro. Darüber sollte das Gremium nach Ansicht der Stadtverwaltung abstimmen. Die Stadträte hatten aber andere Pläne.

Berching: Fraktionen wollen Prioritätenliste abwarten

„Wir hätten uns im Vorfeld schon ein wenig Futter erhofft“, monierte CSU-Sprecher Andreas Höffler. Stattdessen sei den Stadträten „einfach eine Rechnung hingeknallt“ worden. Laut Höffler haben sich die Fraktionen vorab abgesprochen, das Thema wieder von der Tagesordnung zu nehmen. Man wolle erst in einer Klausur über die Prioritätenliste sprechen. „Dann schauen wir, ob wir uns eine abgespeckte Version der Schule leisten können“, sagte Höffler. Seinem Geschäftsordnungsantrag auf Vertagung des Tagesordnungspunktes stimmten bis auf DFB-Stadtrat Werner Stork alle anderen anwesenden Räte zu.

Projektsteuerer verließ die Sitzung in Berching

Und so verließ Projektsteuerer Alexander Santowski vom Neumarkter Ingenieurbüro Pfaller unverrichteter Dinge den großen Sitzungssaal des Rathauses. Er sei recht kurzfristig am Donnerstag von der Stadt zur Sitzung eingeladen worden, wie er am Tag danach auf Nachfrage mitteilt. Er sollte auf potenzielle Fragen des Gremiums Antworten liefern.

Doch dazu kam es gar nicht. „Es ist vielleicht ein bisschen verständlich, dass sich der Stadtrat überrumpelt gefühlt hat“, sagt Santowski. Er hätte sich aber nach eigenen Angaben gefreut, wenn man ihm das vorab signalisiert hätte. Dann hätte er seine Tochter entspannter ins Training bringen können.