Was die Gemeinden im Landkreis Kelheim für junge Menschen zu bieten haben

Spielplätze, Bolzplätze, offene Bereiche mit WLAN, Skateanlagen – einige Beispiele von Orten, an denen sich die Kinder und Jugendlichen im Landkreis Kelheim treffen können, zumindest aus Sicht der Gemeinden. Ob die Angebote ausreichen und welche Probleme die Gemeinden dennoch mit den jungen Menschen haben, war Thema des Jugendhilfeausschusses des Landkreises Kelheim.
Von Anfang Dezember 2022 bis Ende Februar 2023 wurden alle 24 Gemeinden des Landkreises befragt, um daraus Schlüsse für die Jugendhilfeplanung im Teilplan Jugendarbeit des Landkreises Kelheim zu ziehen. Den Zwischenbericht stellten Kreisjugendpflegerin Kerstin Kandlbinder und Kathrin Reichl, Fachkraft für Jugendhilfeplanung in der jüngsten Jugendhilfeausschusssitzung vor. Von 24 Gemeinden haben 20 an der Befragung teilgenommen.
40 Prozent der Gemeinden betrachten ihre Angebote und Veranstaltungen wie Ferienprogramm oder Spielewochen als „ausreichend“. Als „völlig ausreichend“ empfinden es aber nur fünf Prozent. Als „mittel“ stufen es 25 Prozent der Ortschaften ein.
Die am häufigsten genannten Spiel- und Freizeitanlagen der Gemeinden sind Spielplätze, gefolgt von Bolzplätzen und Bereichen mit offenem WLAN. Des Weiteren gebe es unter anderem offene Sportplätze und überdachte Jugendtreffplätze.
Das Angebot an Spiel- und Treffmöglichkeiten im Ort betrachten 37 Prozent der Gemeinden als „ausreichend“. Als „völlig ausreichend“ schätzen es nur 16 Prozent ein, wohingegen 26 Prozent das Angebot als „eher nicht ausreichend“ empfinden.
Ein paar neue Spielräume sollen kommen
Sind deswegen neue Spielräume geplant? „Ja“ gaben sechs Kelheimer Gemeinden an. Zehn Ortschaften hingegen hätten nicht in Planung, neue Spielräume zu schaffen. Vier Orte haben dazu keine Angaben gemacht, wie Kerstin Kandlbinder und Kathrin Reichl in einer Grafik zeigten. Als weitere Treffmöglichkeiten dienen Jugendtreffs, aber auch Bauwägen und Buden, die sich laut Kandlbinder in einer Grauzone befinden und von denen man auch die genaue Anzahl nicht kenne.
Obwohl es für die Kinder und Jugendlichen in den meisten Gemeinden unter anderem Jugendbeauftragte, Jugendtreffs, -organisationen und -räte gebe, komme es immer wieder zu Problemen mit den jungen Menschen. Unter anderem wegen Lärmbelästigung und Vandalismus. Zudem müsse sich mit Vermüllung, Sachbeschädigung, dem Konsum von Alkohol und Drogen sowie Schmierereien herumgeschlagen werden.
Die Gemeinden vermuteten, dass es in den Ortschaften aus Sicht der Kinder und Jugendlichen unter anderem immer noch zu wenige Angebote und Orte, an denen sie geduldet werden, gebe. Als weiteren Grund für die Probleme von Kindern und Jugendlichen in den Gemeinden sehen diese die schlechte ÖPNV-Verbindung oder das Fehlen von öffentlichen Cafés für Jugendliche, Kinos sowie Einkaufszentren. Zur Verbesserung der Situation werde sich mehr Unterstützung durch die kommunale Jugendarbeit gewünscht, vor allem durch den Austausch der Jugendbeauftragten.
Eine flächendeckende Befragung der Betroffenen, also der Kinder und Jugendlichen, an Schulen, erachteten Kandlbinder und Reichl als sinnvoll. Diese werde aber vorerst nicht umgesetzt, da das Einholen der Genehmigungen seitens des Kultusministeriums sowie der Erziehungsberechtigten eine zu große Hürde darstellten.