Beschlossene Sache: WC am Pflegerspitz in Kelheim soll videoüberwacht werden

Von Sabrina Kauer · 19. Oktober 2023 um 12:00

Wenn unbekannte Täter zuschlagen, wie schon des Öfteren bei der Toilettenanlage am Pflegerspitz in Kelheim, dann ist es schwierig, die Personen später dafür zur Rechenschaft zu ziehen. Kameras und Videoüberwachung können dabei helfen, Täter zu identifizieren und so ausfindig zu machen. Noch viel besser wäre es, wenn die Kameras potenzielle Täter abschrecken, sodass es gar nicht erst zu Schäden verschiedenster Art kommt.

Das dachte sich auch die Stadt Kelheim und brachte im März 2023 Kameras sowie ein Schild mit Hinweis auf die Videoüberwachung am Toilettenhäuschen an. Doch diese Kameras sind nur Attrappen. „Dummies sind Dummies. Damit hat die Abschreckung nicht funktioniert“, sagt Kelheims Bürgermeister Christian Schweiger auf Nachfrage unserer Zeitung.

Überwachung beschlossen

Das solle sich ändern, wenn die Toilettenanlage am Pflegerspitz künftig wirklich videoüberwacht wird. Dieses Vorhaben hat der Hauptausschuss in seiner jüngsten Sitzung einstimmig beschlossen.

Kaputte Spiegel, heruntergerissene Waschbecken und Kloschüsseln sowie Dachrinnen – nur wenige Beispiele an Schäden, die der Toilettenanlage am Pflegerspitz in Kelheim in der Vergangenheit schon zugeführt wurden.

„Es sind auch schon Autos in die Steher reingefahren, sodass diese total verbogen waren“, sagt Fabian Gruner, Leiter für Angelegenheiten der öffentlichen Sicherheit und Ordnung bei der Stadt Kelheim. Mit Stehern meint er die Balken, die das Vordach des Toilettenhäuschens stützen.

Auch seien dort bereits Sachen angezündet worden oder die WC-Anlage wurde mit, wie Gruner sagt, „ungewünschten Graffitis“ beschmiert.

Wenn es nicht gerade zu diversen Schäden kommt, dann steht Vermüllung auf der Tagesordnung, vor allem durch zerbrochene Glasflaschen oder Zigarettenstummel, die ums Häuschen herumliegen.

Treffpunkt für Jugendliche

Wer für all das verantwortlich ist, darüber hat die Stadt keine Kenntnis. „Ich weiß, dass es wenige Aufenthaltsflächen für Jugendliche gibt und es ist auch vollkommen in Ordnung, sich dort zu treffen. Aber die Beschädigungen und die Vermüllung müssen aufhören“, sagte Bürgermeister Christian Schweiger in der Hauptausschusssitzung. Denn die Schäden würden zu einem hohen Personal- und Kostenaufwand führen.

Deswegen wolle die Stadt künftig mit drei bis vier echten Kameras, die so wie die bisherigen Attrappen unterm Dach des Toilettenhäuschens angebracht werden sollen, einen Abschreckungseffekt erzeugen. Aufgezeichnet werde dabei nur der Bereich rund um die Anlage bis zur Überdachung. Die datenschutzrechtlichen Bestimmungen seien bereits mit dem Datenschutzbeauftragten der Stadt Kelheim abgestimmt worden. Die Bilder können später als Beweismaterial verwendet werden, so Schweiger.

Die Videoüberwachung werde etwa 15000 Euro kosten. Ein für die Datenübertragung notwendiger Internetanschluss der Telekom komme noch oben drauf.

Sobald die Kosten für die Anbringung der Kameras im Haushalt 2024 genehmigt sind, solle das Vorhaben umgesetzt werden. Laut Fabian Gruner also ab Mitte des nächsten Jahres. „Wir hoffen, dass wir dort dann keine Schäden mehr haben und dass es sich über die Jahre bezahlt macht“, sagt er.

Zigarettenstummel und Flecken von verschütteten Flüssigkeiten sind ein Teil der Probleme. Foto: Sabrina Kauer
Einen Hinweis auf Videoüberwachung gibt es schon. Nur zeichnen die Dummies nichts auf. Foto: Sabrina Kauer