Niedrigwasser auf der Donau – Schifffahrt nach Weltenburg schon wieder eingestellt

Seit Tagen geht nichts mehr auf der Schifffahrtsstrecke durch den Donaudurchbruch. Doch der Niedrigwasserstand in der Donau und speziell zwischen Kelheim und Weltenburg hat auch auf andere Bereiche Auswirkungen. Die beispielsweise bis Passau reichen.
Aufgrund von Niedrigwasser ist die Schifffahrt zwischen Kelheim und Weltenburg eingestellt. Der Pegelstand betrug am Donnertag 207 Zentimeter - und das bereits seit Tagen. Für die Schiffe müsste der Wasserstand mindestens 220, besser 225 Zentimeter betragen.
Dass die Donau zu wenig Wasser führt für die Schifffahrt ist nichts Neues mehr. 2018 mussten die Schiffe vier Wochen am Stück pausieren, 2022, am 20 . Juli, wurde ein historischer Tiefstand von 189 Zentimetern in Kelheim gemessen. Die Wassertemperatur betrug 25,7 Grad.
Wie lange das derzeitige Niedrigwasser anhalten wird, könne man nicht sagen, sagt die Kelheimer Schifffahrtsunternehmerin Renate Schweiger. „Es müsste im Oberlauf der Donau regnen. Der Wetterbericht sagt schon Regen voraus, es könnte also sein, dass es am Wochenende wieder funktioniert, aber ganz sicher kann man es nie sagen.“
Auch Erhard Garbe, Vorsitzender des Neustädter Fischerfreunde blickt kritisch auf den Pegelstand. Der gehe jedoch allgemein nach unten, sagt Garbe. Das stelle nicht nur künftig ein Problem für Lebewesen und Wirtschaft dar.
„Mehr Kies als Wasser“ in der Donau
„Der Niedrigwasserpegel ist eine meiner größten Ängste. Er wirkt sich negativ auf den Fischbestand aus, der wird immer weniger“, sagt Garbe. Eine Besserung sei nicht in Sicht – im Gegenteil. „Ein positives Denken habe ich mir hier abgewohnt. Es schaut überall traurig aus, wenn man an der Donau sitzt. Da sieht man mehr Kies als Wasser.“
Wenn er auf den Wasserpegel blickt, sei es heuer wegen der regenreichen Zeit Ende Juli zwar ein besseres Jahr gewesen, „aber wenn es da nicht so geregnet hätte, wäre es noch viel schlimmer“, sagt Garbe. Aber auch nach dem regenreichen Juli war der Pegel im August ähnlich niedrig wie jetzt.
Seiner Meinung nach müsse man daraus die richtigen Schlüsse ziehen. „Es wird zu viel Wasser entnommen, auch Grundwasser, zum Beispiel für die Landwirtschaft. Wenn der Grundwasserpegel gesenkt wird, hat das auch Einfluss auf den Pegel der Donau“, so Garbe. Wenn es nach ihm gehe, solle gar kein Grundwasser mehr entnommen werden dürfen, zumindest sollte es für die Entnahme eine Höchstgrenze geben, denn es „ist nicht unendlich“. Das sei Aufgabe der Politik und der Wasserwirtschaftsämter, hier etwas zu machen, findet er.
Die Entnahme von Grundwasser werde in einem Genehmigungsverfahren beim Wasserwirtschaftsamt begutachtet, teilt dieses auf Anfrage der Mittelbayerischen mit. Jedoch gebe es keine allgemeine Einschränkung für die Grundwasserentnahme. Die jeweiligen Anträge würden als Einzelfälle behandelt, sagt Antje Uhl, stellvertretende Leiterin des Wasserwirtschaftsamtes Landshut.
Auch Frachtschiffe sind betroffen
Wenn Touristen schon nicht mehr, bzw. nur noch eingeschränkt auf der Donau entlangschippern können, wie sieht es dann erst bei Frachtschiffen aus? „Mau“, sagt Peter von Ramm-Hagenbauer, Hafenmeister und technischer Betriebsleiter beim Hafenzweckverband Kelheim/Saal. Aufgrund des Niedrigwassers seien derzeit nur wenige Güterschiffe unterwegs. „Der Umschlag ist momentan ganz schlecht. Einbußen haben wir sicherlich dadurch“, sagt er.
Im Moment würden zwei mit Autos beladene Schiffe in Passau stehen und darauf warten, aufwärts der Donau nach Kelheim fahren zu können. Doch deren Tiefgang sei zu groß für den niedrigen Wasserstand. „Das häuft sich, und vor allem hält es länger an als früher“, sagt von Ramm-Hagenauer.
Für die Personenschifffahrt naht mittlerweile das Saisonende. Die Linien ins Altmühltal und nach Regensburg sind bereits seit Anfang Oktober eingestellt. „Rund um die Stadt Kelheim fahren wir derzeit nach wie vor“, sagt Schweiger. Die bei Touristen beliebte Route durch den Donaudurchbruch wird saisonbedingt ab 5. November eingestellt. Doch momentan geht hier eben gar nichts. Wer sich mit der Dame im Kassenhäuschen der Personenschifffahrt im Weltenburg unterhält, erfährt, dass durchaus manche Touristen enttäuscht sind, dass die Schiffe nicht fahren.
Und im Gespräch wird deutlich, was der Grund dafür sein könnte - Klimaverschiebung, extreme Trockenheit: „Zwei Tropfen Regen bringen gar nichts.“
Niedrigwasser im Juli, August – das kennt man jetzt seit einigen Jahren. Aber jetzt im Oktober: Ist das neu? „Neu ist auch, dass es im Oktober noch 30 Grad hat, “ sagt die Dame im Kassenhäusl. Und für den heutigen Freitag kündigt die Wettervorhersage 25 Grad Celsius an – und keinen Tropfen Regen.


